Armprothese der Zukunft mit Auge, Bild: Screenshot verlinktes Video Deus Ex

Das Start-op Open Bionics und der Spielehersteller Square Enix arbeiten zusammen an bionischen Armprothesen. Bild: Screenshot verlinktes Video Deus Ex

Insgesamt zwei Millionen Menschen leben weltweit mit einer amputierten Hand. Viele Unternehmen arbeiten heute daran, die Prothesen kostengünstiger herzustellen – ein bionischer Arm kostet 60.000 bis 90.000 Euro - beziehungsweise auf die individuellen Bedürfnisse der Träger einzugehen. Eine dieser Firmen, die sich zum Ziel gesetzt hat, Prothesen dank 3D-Druck für jedermann kostengünstig anzubieten, ist Open Bionics.

Das Unternehmen ist ein Start-up des Bristol Robotics Laboratory, des größten Roboterlabors in Großbritannien. Die Ideen für ihre Prothesen nehmen die Open-Bionic-Ingenieure aus Videospielen und Actionfilmen: Iron Man, Star Wars oder Königin Elsa aus dem Disney-Film „Die Eiskönigin“. In einem ihrer letzten Projekte gestaltete das Unternehmen eine Handprothese nach Vorbild des Computerspiels „Metal Gear Solid“. Der Arm wurde innerhalb von 24 Stunden in einem Ultimaker 3D-Drucker gedruckt und mit sechs verschiedenen Bewegungsabläufen programmiert. Mit Hilfe der Rückenmuskeln kann der Amputierte die Hand einfach steuern.

Bionic-Hand-Test mit der Metal-Gear-Solid-Hand (Quelle: Open Bionics)ar Solid Hand

Samantha Payne, Mitbegründerin von Open Bionics, erklärt die Technik: „Die Hand ist eine myoelektrische Prothese. Das bedeutet, dass EMG-Sensoren die Muskelaktivitäten unter der Haut lesen. Diese Bewegungen signalisieren der Hand, welches Griffmuster aktiv werden muss. Je nachdem wie die Schultermuskulatur angespannt wird, zeigt der Träger welche der fünf unterschiedlichen Programme - inklusive Öffnen und Schließen der Finger, Zeigen als auch den Dreifinger-Griff - ausgeführt werden soll.“ Dabei bewegt sich die Hand sehr fließend und natürlich.

Naturgetreue Bewegungen

Futuristische Handprothese, Bild: cdn.slashgear.com
Die futuristische Handprothese aus Deus Ex. Bild: cdn.slashgear.com

Die Nachfrage nach naturgetreuen Bewegungen von Prothesen ist groß. Nachdem der japanische Spielehersteller Square Enix seinen LiveAction-Trailer „Deus Ex - Mechanical Apartheid“ zum gleichnamigen Computerspiel veröffentlichte, war die Resonanz groß. Im Spiel tauschen gesunde Menschen ihre Gliedmaßen gegen High-tech-Prothesen ein. Das Unternehmen bekam von vielen Menschen mit Amputationen Anfragen, ob es diese Prothesen schon zu kaufen gäbe. Daher startete Square Enix ein Projekt mit Open Bionic, um diese Deus-Ex-Prothesen zu realisieren.

Damit sich die Hand auch natürlich und flüssig bewegt, kommt eine spezielle Technik zum Einsatz. Bei der Entwicklung der neuen Handprothese werden die Bewegungen einer echten Hand per Motion Capturing in einen Computer eingespeist, der die Bewegungen anschließend auf die Prothese überträgt. Bedient werden die Prothesen, wie schon bei den anderen Produkten von Open Bionics, mit Hilfe der Oberarm-Muskeln. Nach dem Ende des Projekts, planen die Unternehmen die Pläne im Internet zu veröffentlichen. Dann kann jeder mit einem 3D-Drucker die Prothese nachbauen.

Die Augmented Future (Quelle: Deus Ex)