Künstliche Intelligenz, Bild: Fotolia - agsandrew

Sie entwickelt sich in rasantem Tempo weiter, die künstliche Intelligenz - und das wird sich auch 2018 nicht änndern! Bild: Fotolia - agsandrew

Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) hat in einer repräsentativen Telefon-Umfrage über tausend Bundesbürger ab 14 Jahren zum Thema künstliche Intelligenz (KI) befragt. Worum es sich dabei handelt, ist immerhin rund 75 Prozent der Umfrageteilnehmer weitestgehend bewusst. Allerdings zeigte sich, dass künstliche Intelligenz in der Praxis oft gar nicht als solche wahrgenommen wird. Dass zum Beispiel die automatische Übersetzung von Sprachen im Internet eine solche Anwendung ist, ist vielen Menschen nicht bewusst. Anders sieht das bei den digitalen Sprachassistenten aus. Dezidierte Geräte wie Amazon Echo oder Google Home werden als KI-Geräte genannt, allerdings nur von neun Prozent der Befragten genutzt. Immerhin rund 45 Prozent nutzen mobile Sprachassistenten wie Cortana oder Siri.

Zwiespältige Ansichten

Mit KI sollen Menschen tiefere Einblicke in Daten gewinnen, um bessere Entscheidungen treffen zu können. Da es aber genau das ist, was das menschliche Gehirn eigentlich macht, weckt die neue Technologie auch Sorgen: 47 Prozent der Umfrageteilnehmer waren der Meinung, KI stelle eine Gefahr dar, könnte Jobs vernichten. Auf der anderen Seite sahen 48 Prozent die KI als echte Chance an. Sogar satte 83 Prozent trauen es der Technologie zu, Verkehrsstaus zu reduzieren. Dem gegenüber befürchten mehr als drei Viertel der Befragten, dass der Einsatz von KI Manipulationen Tür und Tor öffne. Die Technik würde womöglich faktenbasierte Entscheidungen nur vorgaukeln. Dennoch, KI lässt sich nicht aufhalten, wenn man den Analysen des Marktforschers Gartner glaubt. Lesen Sie in den folgenden zehn Punkten, welche Trends das Unternehmen für das kommende Jahr für relevant hält.

Trend #1: Eine Basis für künstliche Intelligenz

Dass künstliche Intelligenz bei Entscheidungen unterstützen, Geschäftsmodelle neu erfinden und den Kundennutzen erhöhen kann, erkennen heute viele. Entsprechend ist das Interesse an der Technologie enorm. Vor allem „enge“ KI-Systeme wie selbstlernende Systeme werden ab dem kommenden Jahr auf den Markt drängen, und Unternehmen tun gut daran, sich entsprechende Tools und das passende Know-how zuzulegen. Aber Achtung: Das Rennen, welches KI-System am besten ist und sich durchsetzt, ist noch nicht gelaufen. Die Basis für einen künftigen Standard wird in den kommenden Jahren gelegt.

Trend #2: Intelligente Apps und Analysen

In den kommenden Jahren werden wohl so gut wie alle Apps, Programme oder Services zu einem gewissen Anteil KI-Dienste in Anspruch nehmen, auch im Office- und ERP-Umfeld. Diese intelligenten Apps können eine neue vermittelnde Schicht zwischen Menschen und Systemen sein und haben laut Gartner das Potenzial, die Art wie wir arbeiten sowie unsere Kundenbeziehungen deutlich zu verändern. Vor allem der Bereich so genannter Augmented Analytics sei ein stark wachsender Sektor.

Trend #3: Intelligente Dinge

Die intelligenten Dinge, die Gartner als Trend für 2018 beschreibt, interagieren auf unterschiedliche Weise mit der künstlichen Intelligenz. Manche von ihnen gäbe es ohne KI nicht (zum Beispiel Agrarroboter), andere (wie Smart Cameras) werden durch KI erst intelligent. All diese Geräte werden autonom oder teilautonom miteinander interagieren, was dazu führen wird, dass ein Wechsel von eigenständigen intelligenten Dingen hin zu Schwärmen intelligenter Dinge erfolgen wird.

Trend #4: Digitale Zwillinge

Ein Digitaler Zwilling ist das virtuelle Abbild eines physischen Objekts oder Systems. Mit ihm lässt sich die Wirklichkeit nicht nur vorab planen, durch den parallelen Betrieb und ein Zurückspielen realer (Sensor)daten über die intelligenten Dinge kann man mit ihm neue Erkenntnisse gewinnen und Veränderungen simulieren, bevor diese wieder in die Realität zurückgespielt und dort getestet werden. Kurzfristig dient der digitale Zwilling vor allem dem Asset Management, später kann er aber dynamisch über die KI mit der realen Welt vernetzt werden, um Stadtplanung, Marketing, Gesundheitswesen oder Industrie zu optimieren.

Trend #5: Von der Cloud ins Feld

Cloud-Computing ist etabliert, jetzt rückt Edge-Computing, die Rechenleistung vor Ort, wieder stärker in den Fokus – vor allem jedoch die smarte Kombination beider Philosophien. Die schier unglaubliche Anzahl an intelligenten Dingen wird eine Datenflut generieren, die zu Bandbreiten- und Latenzproblemen in der Kommunikation führt. Die Vorverarbeitung an der Datenquelle reduziert den Datenverkehr. Eine Arbeitsteilung zwischen intelligenten Geräten vor Ort, ob Maschine oder Smartphone, mit lokalen und globalen Cloud-Infrastrukturen, wird ab kommendem Jahr diese Probleme lösen.

  • Spielender Roboter, Bild: Fotolia - Sergey

    Künstliche Intelligenz ist heute schon an vielen Stellen – auch in unserem Alltag – versteckt, etwa in Sprachassistenten wie Amazon Echo. Aber ab 2018 wird eine neue Klasse der künstlichen Intelligenz auf den Markt kommen: selbstlernende Systeme. Bild: Fotolia - Sergey

  • Smartphone: Bild: Pixabay - Funkyfocus

    Auch die mittlerweile altbekannten Apps, die uns in jeder Lebenslage auf dem Smartphone begleiten - aber an der ein oder anderen Stelle auch schon ihren Einzug in die Industrie gefeiert haben - werden sich weiterentwickeln und auf KI-Dienste zurückgreifen. Laut Gartner haben sie das Potenzial, die Art wie wir arbeiten sowie unsere Kundenbeziehungen deutlich zu verändern. Vor allem der Bereich sogenannter Augmented Analytics sei ein stark wachsender Sektor. Bild: Pixabay - Funkyfocus

  • Vernetzte Stadt, Bild: Fotolia - Montri

    Intelligente Dinge werden untereinander vernetzt sein. Damit werden sie nicht mehr als Einzelkämpfer sondern vielmehr in Schwärmen auftreten. Die Interaktion zwischen den Dingen wir teilautonom bis autonom ablaufen. Bild: Fotolia - Montri

  • Simulation, Bild: Pixabay - Emmerichchistiansen

    Wer nicht erst in der Realität feststellen möchte, dass eine Veränderung beispielsweise an einer Maschine, zu einem Stillstand eben dieser führen könnte, wird sich einen digitalen Zwilling erstellen. Stadtplanung, Marketing, Gesundheitswesen oder Industrie werden so optimiert werden können. Bild: Pixabay - Emmerichchistiansen

  • Vernetzung, Bild: Fotolia - Jijomathai

    Das Cloud-Computing wird stärker mit dem Edge-Computing, also der Rechenleistung im Feld in direkter Nähe zur Datenquelle, gepaart werden. Das Edge-Computing wird vor allem einen Aufwind erleben, da hierdurch die auf uns zurollende Datenflut zunächst am Rande der Cloud vorverarbeitet werden kann. Bild: Fotolia - Jijomathai

  • Voice-Control, Bild: Pixabay - Kaufdex

    Spracherkennungssysteme werden sich in nächster Zeit weiterentwickeln um mit immer komplexeren Aufgaben und Anfragen umgehen zu können. Hier wird es in naher Zukunft darum gehen, ob ein System den Markt mit seinem Service dominieren wird. Bild: Pixabay - Kaufdex

  • VR-Brille, Bild: Pixabay - Beejees

    Immer immersiveres Erleben: Laut Gartner werden uns Mixed und Augmented Reality vermehrt begleiten. Auch hier wird ein Kampf um die Vorherrschaft unter den Herstellern vorhergesagt. Bild: Pixabay - Beejees

  • Blockchain Farm, Bild: Pixabay - Rebcenter-moscow

    Blockchain, ein Thema, das bereits 2017 durch den extrem stark angestiegenen Bitcoin-Kurs Monat für Monat auf ein Neues hochkochte. Es ist das System, das unter anderem zur Generierung von Kryptowährungen benötigt wird. In naher Zukunft werden Blockchains jedoch auch vermehrt für andere Bereiche eingesetzt werden. Bild: Pixabay - Rebcenter-moscow

  • Smartphone, Bild: Fotolia - Marko

    Events werden Geschäftsmodelle stärker beeinflussen. Bei Events handelt es sich in diesem Fall nicht um das nächste Justin-Bieber-Konzert, sondern vielmehr um Handlungen wie Klicks, Likes oder Maschinenzustände. Bild: Fotolia - Marko

  • Entscheidung Risiko oder Sicherheit, Bild: Fotolia - Marco2811

    All diese neuen Möglichkeiten eröffnen Chancen, bergen aber auch Risiken. Deshalb erwartet Gartner, dass künftig auch eine Vertrauensbewertung in Echtzeit erfolgen muss. Klassische IT-Security-Maßnahmen seien hier nicht geeignet, der Dynamik Herr zu werden. Stattdessen müsse es ein kontinuierliches, adaptives Risk-Trust-Assesment geben. Bild: Fotolia - Marco2811