Weben faserverstärkter Kunststoffe, Bild: Institut für Textiltechnik der RWTH Aachen

Faserverstärkte Kunststoffe finden Eingang in den Maschinenbau. Von einer Marktdurchdringung kann noch keine Rede sein. Bild: Institut für Textiltechnik der RWTH Aachen

Das Thema Nachhaltigkeit hat nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima in Deutschland einen bis dato nicht bekannten und ebenso unerwarteten wie anhaltenden Hype durchlaufen. Leitmessen wie zum Beispiel die K 2013 in Düsseldorf widmeten sich intensiv dem Thema. Der Vorsitzende des Ausstellerbeirates und Geschäftsführer der Reifenhäuser Maschinenfabrik Ulrich Reifenhäuser bilanzierte bei der Abschlusspresskonferenz auf der K: „Lösungen für Ressourcenschonung und Energieeffizienz dominierten viele Produkteinführungen, das Bestreben, umweltverträglich und zugleich preisgünstig zu produzieren, prägt die Branche.“

Debatten um den Klimawandel und Klimaschutz begleiteten diese Entwicklungen. Besondere Bedeutung hat die UN-Klimakonferenz in Paris 2015, kurz COP21. Das dort beschlossene Übereinkommen von Paris trat im November 2016 in Kraft. Die Vereinbarungen bilden nun den Rahmen für eine ganze Reihe teilweise noch zu erarbeitender rechtlicher Vorschriften mit dem Ziel, Ressourcen möglichst effizient einzusetzen. Darüber hinaus haben verschiedene Organisationen Orientierungshilfen für Unternehmen verfasst. Dazu zählt beispielsweise der Leitfaden Ressourceneffizienz des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA).

In den Durchführungsverordnungen der EU geht es bisher vor allem um Energieeffizienz. Nun versucht die EU-Kommission, auch Materialeffizienzaspekte stärker zu berücksichtigen. Die Ökodesign-Richtlinie regelt Mindesteffizienzanforderungen an Produkte, die in Europa auf den Markt gebracht werden, und adressiert somit Neuprodukte. Der Bestand werde dabei nicht berücksichtigt, gibt Mitglied der VDMA-Hauptgeschäftsführung Naemi Denz zum regulatorischen Rahmen zu bedenken.

Was bedeutet Ressourceneffizienz im Unternehmen?

Sprechen die Kommunikationsabteilungen der Unternehmen von Nachhaltigkeit, dann heißt das in der Sprache der Manager: Geschäftsmodell Ressourceneffizienz. Hier ist der Quotient aus Ergebnis und Aufwand entscheidend. Das heißt, eine hohe Ressourceneffizienz erreicht ein Unternehmen durch maximalen Produktnutzen und minimalen Ressourcen-Aufwand.

Kurzfristige Ressourcenengpässe wie zum Beispiel Edelstahlkrisen seien heute keine Seltenheit mehr, berichtet Denz. Eine Studie, die der VDMA beauftragt hat, kommt zu dem Ergebnis, dass in diesem Bereich nicht alle Unternehmen den Überblick haben. Dabei ist das Thema relevant: Denn Gewinne sprudeln dann, wenn die stofflichen und energetischen Ressourcen bestmöglich ausgenutzt werden.

Bei der Realisierung sind vor den Technikern die Manager gefragt. Sie müssen die benötigten Prozesse langfristig im Unternehmen implementieren. Dazu gehört zunächst einmal, die Ressourceneffizienz in das Geschäftsmodell einzubeziehen. Dann sollten Produktkennzahlen entwickelt werden, die den Einsatz der Ressource näher spezifizieren. Wichtig ist es, ein Entscheider- und Expertenteam zu bilden, das über ausreichende Kompetenzen zum Thema verfügt. Die möglichen Maßnahmen zur Verbesserung der Ressourceneffizienz sind Aufgabe der Technik und erstrecken sich über die komplette Bandbreite konstruktiver Maßnahmen.