Scara-Roboter, Bild: Fanuc

Durch die Scara-Roboter erweitert Fanuc seine Produktlinie im unteren Traglastbereich um eine kostengünstige Lösung für hohe Produktivität. Der SR-3iA feierte als erstes Modell der neuen Baureihe seine Premiere auf der International Robot Exhibition in Tokio. Bild: Fanuc

Auf der letzten Automatica in München gab es für die Besucher des Fanuc-Standes einiges zu sehen. Denn der Roboterspezialist hatte Anfang des Jahres mit den neuen Scara-Robotern seine Produktlinie im unteren Traglastbereich um eine kostengünstige Lösung für hohe Produktivität erweitert. Und mit dem SR-6iA auf der Automatica zum ersten Mal die Sechs-Kilogramm-Version aus seiner neuen Baureihe vorgestellt. Gesteuert werden die Scaras mit der neuen R-30iB Compact Plus mit dem iRProgrammer als Software-Interface für den Betrieb auf Tablets oder Notebooks. Sie haben ein schlankes Design. Sämtliche Kabel und Medienleitungen werden innen geführt. Die SR-6iA-Scaras haben eine maximale Reichweite von 650 Millimetern und arbeiten mit einem Z-Hub von 210 Millimetern. Die Scaras der neuen Baureihe bringen alle Voraussetzungen für Highspeed-Applikationen mit. Gleichzeitig zeigen sie Stärken bei Pick&Place-Aufgaben, wenn es auf präzises und dauerhaft zuverlässiges Arbeiten ankommt. Wie schon beim SR-3iA gehören auch beim SR-6iA die kompakte, leichtgewichtige Bauweise und das schlanke Design zu den in der Praxis gefragten Eigenschaften. Mit Praxis gemeint sind: Montageaufgaben, Pick&Place-Applikationen in allen Industriebereichen wie etwa Elektronik oder Automobil, Medizintechnik sowie Prüfaufgaben aller Branchen.

Feldbusanbindung und integrierte Sicherheitsfunktionen

Scara-Baureihe, Bild: Fanuc
Inzwischen hat der SR-3iA einen großen Bruder, den SR-6iA (ganz rechts im Bild), bekommen. Dieser ist die Sechs-Kilogramm-Version aus der neuen Scara-Baureihe. Bild: Fanuc

Als Steuerung dient der neue R-30iB-Compact-Plus-Controller. Wie für alle anderen Roboter sind auch für den SR-6iA Funktionen wie das integrierte Bildverarbeitungssystem iRVision und die für Pick&Place-Aufgaben besonders interessanten  Features iRPick Tool und Line Tracking verfügbar. Möglichkeiten der Feldbusanbindung und integrierte Sicherheitsfunktionen gehören selbstverständlich zur Serienausstattung. Um das Setup und die Programmierung der Roboter zu erleichtern, hat der Hersteller den sogenannten iRProgrammer entwickelt, ein Software-Interface, das auf Tablets oder Notebooks läuft. Der Zugriff auf den iRProgrammer erfolgt einfach über gängige Webbrowser wie Safari oder Chrome, um nur zwei Beispiele zu nennen. Das Software-Interface ist Bestandteil der Standardkonfiguration von Scara-Robotern und kann das traditionelle Teachpanel als Userinterface ersetzen. Es unterstützt alle gängigen Webbrowser von PCs und Tablets, zum Beispiel IE11, Safari, Chrome. Wie bei Fanuc üblich ist auch hinsichtlich der Zertifizierung der Steuerung auf einen weltweiten Einsatz ohne zusätzliche Kosten geachtet worden: Der gelieferte Controller R-30iB-Compact-Plus unterstützt sowohl die CE- als auch die NRTL-Kennzeichnung. Eine ganze Reihe zusätzlicher Features dienen einem unkomplizierten Umgang und reibungs-losen Betriebsalltag. Dazu gehören integrierte Druckluftleitungen, eine 24-V-DC-Versorgung und I/O-Signalkabel auf Achse zwei des Roboters. Zwei Pneumatikventile sind ebenfalls Teil der Standardkonfiguration, sodass der Anschluss eines Pneumatikgreifers vereinfacht wird. Als Option gibt es eine Version, bei der die Kabel durch den Boden geführt werden. Das schützt Kabel sowie Medienleitungen, die dann außerdem nicht im Arbeits- und Bewegungsbereich hinderlich sind.

Kleine Stellfläche für den kleinen Bruder

Doch was ist eigentlich mit dem kleinen Bruder, dem SR-3iA? Dieser feierte seine Premiere nicht in München, sondern auf der International Robot Exhibition (iREX) in Tokio. Doch ganz gleich: Mit einer Zykluszeit von 0,57 Sekunden bei kontinuierlichem Durchsatz (Zyklus 25 Millimeter – 305 Millimeter – 25 Millimeter) liegt er mit drei Kilogramm Last ganz vorne im Wettbewerb. Durch seine geringe Eigenmasse von 19 Kilogramm ist er ein wahres Leichtgewicht. Kompakt, wie es sich für einen Scara gehört, braucht er wenig Stellfläche. Dabei kann er nicht nur stehend, sondern auch an der Wand montiert werden. Das eröffnet zusätzliche Möglichkeiten bei der Gestaltung einer Roboterzelle. Der SR-3iA steht für ein ausgezeichnetes Geschwindigkeitslevel und hohe Präzision. Denn das Leichtgewicht arbeitet mit 400 Millimeter Reichweite bei 200 Millimeter Hub und positioniert auf ± 0,01 Millimeter genau. Vor allem in der Montage und bei Applikationen in der Elektronikindustrie sind solche Eigenschaften gefragt und in den Bereichen Automotive, Kunststoff- und Medizinprodukte sieht der Hersteller mögliche Einsätze. Aber auch bei Test- und Inspektionsprozessen oder bei Verpackungsaufgaben spielt der Scara seine Stärken aus.

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Zur Steuerung dient, wie auch beim großen Bruder, die neue R-30iB-Compact-Plus. Wie für die großen Robotersteuerungen von gibt es auch für die kompakte Einheit die bewährten Features wie beispielsweise iRVision, iRPickTool und Conveyor Tracking. Dazu gibt es ein umfangreiches Angebot an Softwareoptionen, sodass Applikationen sicher und zuverlässig mit erprobter Software verwirklicht werden können. Und auch die eigens für die Scaras entwickelte Bedienoberfläche iRProgrammer erleichtert deutlich den Setup, die Programmierung und die Bedienung des Roboters. In puncto zusätzlicher Features bietet er in der Standardkonfiguration dasselbe wie sein großer Bruder, verfügt also über integrierte Druckluftleitungen, eine 24 V-DC-Versorgung, I/O-Signalkabel auf Achse zwei sowie zwei Pneumatikventile. Man könnte es auch so sehen: eine Familieähnlichkeit mit vielen Vorzügen. aru