Next Robotics by ke NEXT (Youtube) war am 8. April bei der Eröffnung von Yaskawas neuer Roboterfabrik in Kocevje live dabei.

Großer Bahnhof im 9000-Seelen-Städtchen Kočevje in Slovenien. Sogar der slowenische Ministerpräsident Marjan Sarec war Anfang April 2019 vor Ort. Und das alles für die feierliche Eröffnung der neuen Roboterfabrik von Yaskawa. „Slowenien und Japan verbindet eine lange Tradition wirtschaftlicher Zusammenarbeit. Ich bin mir sicher, dass diese Zusammenarbeit auch mit dieser Fabrik in Zukunft ausgebaut wird“, sagte Premierminister Sarec in Kočevje und versprach: „Wir werden unser Bestes geben, dass Slowenien ein attraktiver Standort bleibt.“ Dass er so motiviert ist, hat mehrere Gründe: Zum einen ist Yaskawa ein vergleichsweise großer Arbeitgeber – vor allem wenn man bedenkt, dass noch ein ganzes Antriebstechnik-Werk aufgrund des Brexit von Schottland nach Slowenien verlegt werden soll. Zum anderen ist die Ansiedlung von Robotertechnik ein Schritt in Richtung zukunftsfähiger Hightech-Industrie für das kleine Land.

Bild: Yaskawa

„Die Investitionen in Slowenien sind strategischer Bestandteil der Europa-Initiative des Yaskawa-Konzerns.“

Manfred Stern, Yaskawa

Und auch für Yaskawa hat der Standort Slowenien Vorteile: Als Großinvestor konnte der japanische Konzern auf eine schnelle Baugenehmigung zählen und bezüglich der Rekrutierung von Fachkräften aus der Region sowie von den Hochschulen in Ljubljana findet sich dort weniger Konkurrenz als in größeren europäischen Ländern. Und noch etwas sprach für Slowenien: der Seehafen in Koper. Über ihn können Bauteile aus Japan nach der Passage des Suez-Kanals noch im Mittelmeer anlanden und die Frachter sparen sich den langen Seeweg über Gibraltar bis an die Nordseehäfen. Von Slowenien, einem EU-Schengen- und Euro-Land aus, ist die Anbindungen über das österreichische an das europäische Fernstraßennetz zudem sichergestellt.

Und noch etwas sprach für Slowenien: der Seehafen in Koper. Über ihn können Bauteile aus Japan nach der Passage des Suez-Kanals noch im Mittelmeer anlanden und die Frachter sparen sich den langen Seeweg über Gibraltar bis an die Nordseehäfen. Von Slowenien, einem EU-Schengen- und Euro-Land aus, ist die Anbindungen über das österreichische an das europäische Fernstraßennetz zudem sichergestellt.

Reaktion auf stark nachwachsende Nachfrage

Fabrikgebäude, Bild: Yaskawa
Die Fabrik liegt inmitten eines waldreichen Naturparks und doch nahe genug zur Mittelmeerküste. Bild: Yaskawa

Mit der neuen, weltweit dritten Produktionsstätte für Motoman-Industrieroboter reagiert Yaskawa auf die stark wachsende Nachfrage in Europa und in der EMEA-Region: „Unser Ziel ist es, die Lieferketten und die Lieferzeiten zu verkürzen, um rascher auf regionale Marktanforderungen sowie Kundenwünsche reagieren zu können – nicht nur mit dem neuen Werk, sondern auch mit einem großen europäischen Robotik-Entwicklungszentrum“, erklärte Masahiro Ogawa, Executive Officer Yaskawa Electric Corp. und General Manager Robotics Division, anlässlich der Eröffnung. Und Bruno Schnekenburger, CEO & President von Yaskawa Europe ergänzte: „Mit diesem Investment wollen wir die Nähe zu den Kunden in Europa weiter ausbauen und sie noch enger auf dem Weg in die Industrie 4.0 begleiten, nicht zuletzt durch einen erstklassigen Kundenservice vor Ort.“

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Produziert werden in Kočevje zunächst vor allem Roboter der aktuellen Serie Motoman GP mit einer Traglast von sieben bis 225 Kilogramm. Die GP-Reihe umfasst kompakte und leistungsfähige Handling-Roboter für besonders schnelle Füge-, Verpackungs- und allgemeine Handhabungsapplikationen. „GP“ steht für „General Purpose“, also für vielfältige Einsatzmöglichkeiten.

Auf einer Brutto-Gesamtfläche von über 12.000 Quadratmetern, davon 10.000 für die Produktion, bietet das neue Fabrikgebäude aktuell Kapazitäten für die Herstellung von bis zu 10.000 Motoman-Robotern pro Jahr. Schrittweise sollen zudem bis zu 150 neue Arbeitsplätze entstehen, davon rund zehn Prozent in der Entwicklungsabteilung.

Der von dem slowenischen Architekturbüro Andrej Kalamar entworfene Neubau erfüllt hohe Anforderungen an Nachhaltigkeit und Effizienz. Die Voraussetzung dafür schaffte bereits in der Planungsphase die softwaregestützte Simulation des Gebäudes in Form eines „Digital Twins“, eines digitalen Zwillings: Mit der Methode Building Information Modeling – kurz BIM – wurde das gesamte Gebäude mit allen Gewerken parallel und abgestimmt geplant und noch vor Baubeginn im virtuellen Digitalmodell simuliert, getestet und bei Bedarf korrigiert.

Yaskawas Bekenntnis zum Standort Europa

Yaskawa – mit mehr als 430.000 installierten Einheiten einer der weltweit größten Akteure im Bereich Industrieroboter und darüber hinaus ein international führender Anbieter von Antriebs-, Automations- und Steuerungstechnik sowie von Komponenten zur Erzeugung alternativer Energie – verfolgt in Europa eine ambitionierte Expansionsstrategie: „Die aktuellen Investitionen in Slowenien sind, wie zuletzt auch in Deutschland, Frankreich und Schweden, strategischer Bestandteil der Europa-Initiative des Yaskawa-Konzerns, wie sie auch in unseren weltweiten Unternehmenszielen ,Vision 2025‘ verankert ist“, so Manfred Stern, Regional Head Yaskawa Europe.

Damit agiert das 1915 gegründete Unternehmen bewusst entgegen dem internationalen Trend, Technologie-Know-how und Produktionskompetenz von Europa nach Asien zu verlagern.

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