| von Florian Blum
Laura Geier, Microsoft
„Die Azure IoT Suite erweckt das Internet der Dinge zum Leben.“ - Laura Geier, Microsoft

„Niemand sollte sich bei der Vernetzung seiner Maschinen und Dinge von fehlenden Schnittstellen abhalten lassen, dafür gibt es in der vernetzten Produktion und Wartung für jedes einzelne Unternehmen zu viel zu gewinnen“, meint Laura Geier, Commercial Lead IoT & Advanced Analytics bei Microsoft. Geier ist Expertin für Microsoft Azure, eine Cloud- und Data-Plattform mit Angeboten für Infrastructure-as-a-Service (IaaS) und Platform-as-a-Service (PaaS): Bei IaaS stellt ein Cloud-Provider alle Infrastruktur-Komponenten wie Server, Rechenleistung, Netzkapazitäten, Kommunikationsgeräte, Speicher, Archivierungs- und Backup-Systeme zur Verfügung. PaaS meint eine Plattform für die Entwicklung, das Testen und das Ausrollen von Anwendungen. Die Azure IoT Suite bündelt verschiedene Dienste von Microsoft für das Internet der Dinge, zum Beispiel das Sammeln von Daten aus Geräten, das Analysieren von Datenströmen während des Betriebs oder das Anzeigen von Echtzeit- und Verlaufsdaten. „Die Azure IoT Suite erweckt das Internet der Dinge zum Leben und bietet Unternehmen eine vollständige End-to-End-Suite für das Vernetzen von Geräten und Sensoren mit der Cloud sowie die Analyse und Visualisierung von Daten“, erklärt Geier.

Für die Anbindung von Maschinen und Komponenten setzt sich Microsoft genauso wie IBM intensiv für die Weiterentwicklung von Standards und die Interoperabilität im Internet der Dinge ein. „In der Industrie unterstützen wir insbesondere den Industrie-4.0-Standard OPC Unified Architecture, kurz OPC UA, der unabhängigen OPC Foundation, um Millionen von Anwendungen und Industrieanlagen, die mit dem OPC-UA-Standard kompatibel sind, Cloud-fähig zu machen und damit effizienter sowie flexibler zentral steuern zu können“, erklärt Geier. Dies führe zu kürzeren Reaktionszeiten für Wartungsarbeiten, weniger Verwaltungsaufwand und niedrigeren Kosten im laufenden Betrieb. Zusätzlich erleichtern die OPC-UA-kompatiblen Telemetriedaten, die in die Cloud geschickt werden, die Umsetzung von Industrie-4.0-Szenarien, wie zum Beispiel die vorausschauende Wartung, selbst wenn die Maschinen quer über den Globus verteilt sind. Hochecker bestätigt dieses Prinzip für Watson IoT: „Für die Kommunikation werden alle gängigen Protokolle, wie zum Beispiel OPC UA unterstützt.

Eine weitere Möglichkeit ist die Integration über Partnerlösungen, zum Beispiel kann das Edge Gateway von Hilscher direkt mit der IBM Watson IoT Cloud kommunizieren. Ebenso einfach ist die Integration über das Cisco Netzwerk oder Harting Mica, eine kleine Box, mit der die Anbindung an die Plattform ebenfalls möglich ist. Um ihre Dienste ständig weiterzuentwickeln und auf die Bedürfnisse der Industrie anzupassen, kooperiert IBM unter anderem mit Cisco: Die Partnerschaft mit Cisco habe zum Ziel, IBM Watson IoT-Technologie und Edge-Analyse-Technologien als hybride Lösung vor Ort zusammenzubringen, so Hochecker. Dies sei wichtig, um etwa hohe Latenzzeiten zu vermeiden. Schließlich können Produktionsprozesse oder ein Auto nicht einfach stehen bleiben, nur weil beispielsweise die Verbindung zum Internet nicht funktioniert. „In beiden Fällen muss auch gegebenenfalls im Millisekunden-Bereich auf eine Sensormeldung reagiert werden, um Schaden oder Stillstand zu vermeiden. Mit einem Edge-Ansatz kann etwa in der Produktion die Balance zwischen lokaler Automation mit geringster Latenz und gleichzeitig weniger zeitkritischer zentraler Verfügbarkeit von Maschinendaten bei vergleichsweise geringen Kosten sichergestellt werden“, erklärt Hochecker.

Microsoft hingegen zeigte auf der SPS IPC Drives im November 2016 Partnerbeispiele für die Integration der Azure IoT Suite mit OPC Unified Architecture, darunter von Beckhoff Automation. „Viele Beckhoff-Geräte, die auf dem Azure IoT Gateway SDK- und dem OPC-UA-Modul laufen, werden aus der Cloud gesteuert und senden Telemetriedaten über das Gateway an die Cloud“, erklärt Laura Geier.

Bleibt die Frage, wie sicher die Kommunikationswege in die Cloud sind. Microsoft setzt hierzu auf sein Trusted Cloud Prinzip, das laut Unternehmensangaben für Sicherheit, Datenschutz, Compliance und Transparenz steht. Die globalen Microsoft-Cloud-Angebote nutzen unter anderem Multi-Faktor-Authentifizierungen, biometrische Scans, Smartcards, Datenverschlüsselungen nach SSL/TLS-Protokollen, physische Sicherheitsmaßnahmen sowie Sicherungen gegen Naturkatastrophen und Stromausfälle. Und auch Watson von IBM hat hier seine Stärken: So sind kognitive Security-Systeme in der Lage, Security-Trends zu analysieren. Sie destillieren erforderliche Informationen aus Unmengen von strukturierten und unstrukturierten Daten. Dies helfe zum Beispiel, unwesentliche von echten Bedrohungen zu unterscheiden, so IBM.

Microsoft Azure
Vielfältig einsetzbar: Detagtive Logistics ist eine Lösung von Openmatics, die auf Microsoft Azure basiert und operative Geschäftsprozesse in der Logistik verbessert. Bild: Microsoft

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