Die Cloud ist mit ihrer Nutzung kostengünstiger und einfach skalierbarer Rechen- und Speicherkapazitäten außerhalb der eigenen IT-Systeme ein wesentlicher technologischer "Befähiger" von Industrie 4.0 und IIoT. Sie ist zentraler Bestandteil der benötigten technologischen Infrastruktur – den sogenannten "Technology Stacks". Denn alle smarten Produkte im Internet of Things haben drei Kernelemente gemeinsam: eine physische Komponente, etwa mechanische oder elektronische Bauteile, intelligente Komponenten wie Sensoren, Prozessoren oder Steuerungselemente und Vernetzungskomponenten wie Ports oder Antennen. "Dieser Dreiklang eröffnet völlig neue Anwendungsmöglichkeiten: Etwa Produkte die sich selbst und ihre Umgebung überwachen, Erkenntnisse über Anwendung und Leistungsmerkmale liefern und vom Nutzer per Fernzugriff gesteuert werden können – zum Beispiel via Mobile Devices" erklärt Leon Urbas, Professor für Prozessleittechnik am Institut für Automatisierungstechnik der Technischen Universität Dresden.

Diese Kombination bietet wiederum die Möglichkeit der Optimierung und dient so der weiteren Automatisierung, denn dank Fernwartung sind auch adhoc Anpassungen möglich. Folglich lautet die Gleichung hierfür: Datenkontrolle + Fernsteuerung + Optimierung = Automatisierung. Wagos Controller der PFC-Familie bilden das Bindeglied zwischen der realen und digitalen Welt. Damit bietet Wago aufeinander abgestimmte Softwarelösungen, Dienstleistungen und Plattformen, die Anwender zukünftig benötigen. Dies beinhaltet einerseits die dezentrale Datenakquisition auf Feldebene und Automatisierung, aber auch die Bereitstellung in der Cloud, um neue datengetriebene Geschäftsmodelle zu ermöglichen. Die Cloud-Connectivity-Lösungen von Wago, wie die PFC-Controller mit MQTT-Schnittstelle genügen einem hohen Sicherheitsstandard und sind nicht nur in der Produktion der sichere Weg in die Cloud.

Unternehmen und ihre Daten, Bild: Wago
Unternehmen und ihre Daten, Bild: Wago

Die Cloud – Enabler für Industrie 4.0 und IIoT

Industrie 4.0 nutzt die Cloud jedoch nicht nur als Datensammelpunkt. Zusammen mit den physischen Produktionssystemen bildet sie das Rückgrat der Produktionskette. Sie trägt Produkt- und Produktionsdatenbanken, Analyseplattformen für die Auswertung der Produktionsprozesse sowie intelligente Produktanwendungen, um die laufenden Produktionsmaschinen automatisch steuern und optimieren zu können. Diese Informationen werden mit unternehmensinternen Daten aus ERP, CRM oder PLM sowie externen Daten wie Rohstoff- und Energiepreisen, Verkehrssituationen oder Wetterdaten angereichert.

Für die Industrie besteht der Vorteil von Cloud-Diensten gegenüber klassischer In-House-IT in einer höheren Flexibilität, insbesondere im Hinblick auf die Skalierbarkeit der Systeme. Zudem lassen sich Kosten aufgrund einer vereinfachten Verwaltung einsparen, da der Cloud-Dienstleister Basisstrukturen wie Hardware, Betriebssystem und Netzwerk standardisiert zur Verfügung stellt. Unter Umständen werden sogar die Applikationen vom Dienstleister verwaltet und ermöglichen dem Industrieunternehmen einen deutlich stärkeren Fokus auf seine Kernkompetenzen. Dies gilt unabhängig von der Unternehmensgröße, der Anzahl bestehender Server und der Datenmenge. Langfristig werden aber nur die diejenigen erfolgreich sein, die innerhalb der einzelnen Ökosysteme zusammen-, statt gegeneinander arbeiten. Der Trend proprietäre Plattformen zu etablieren ist rückläufig. Unternehmen gehen mittlerweile dazu über Cloud-Lösungen zu suchen, die ihnen den größten Mehrwert bieten – und suchen dafür auch gezielt die Zusammenarbeit mit Wettbewerbern. Das Ziel: Dienstleistungen, rund um ein Produkt entwickeln, die sich von allen Beteiligten nutzen lassen.

Cloud first – Security first

Im Zuge des Digitalisierungstrends hat sich die Cloud in den letzten Jahren zu einem Alltagsprodukt mit stetig sinkenden Preisen entwickelt – auch dank eines vielfältigen Angebots von Cloud-Services. Hintergrund ist zum einen der Aufbau großer Datenzentren und zum anderen die zunehmende Standardisierung durch Anbieter wie Microsoft, IBM, Amazon und Google. Dennoch möchten viele Unternehmen, vor allem in produzierenden Industriesegmenten, Cloud-Services nach wie vor nicht für ihre Geschäftsprozesse einsetzen.

Bild: Wago
Ist das Rechenzentrum sicher? Bild: Wago

Der Trendreport „Elektro- und Informationstechnik 2015“ des VDE zeigt, dass Zweifel an IT Sicherheit eine wesentliche Barriere für Cloud Services bilden – sowohl für das heutige Geschäft als auch für Industrie 4.0. Das bestätigt auch Bernd Steinkühler, Geschäftsführer des Correct Power Institute in Bochum, einem Planungsdienstleister für Rechenzentren: „In vielen Unternehmen hat sich ein Misstrauen gegen eine übermäßige Vernetzung breitgemacht. Die Skepsis ist jedoch oft größer als die Gefahr selbst.“ Dennoch sind Sicherheitsbedenken nach wie vor das größte Hemmnis für die Nutzung von Cloud-Technologien und Industrie 4.0 macht IT Security zunehmend komplex.

„Beim Thema Sicherheit wird oftmals nur der Aspekt der Vertraulichkeit berücksichtigt: Die durch den Gesetzgeber als ‚zu schützen‘ definierten Informationen wie personenbezogene Daten sollen vor unerwünschtem Zugriff bewahrt werden. Doch mit Blick auf Industrie 4.0 und ihre massive Informationsdichte sowie informationstechnische Vernetzung, steht vermehrt der Schutz des unternehmenseigenen Know-hows, wie Produktinformationen und Maschinenkonfigurationen, im Fokus“ so Steinkühler weiter. Diese Alleinstellungsmerkmale zu schützen bildet die zentrale Randbedingung für die Nutzung von Cloud-Diensten in der Produktion – ohne Prozesse und Qualität zu beeinträchtigen.

Das spiegelt sich auch im VDE-Report 2016 wieder: 58 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, unberechtigten Zugriff auf sensible Unternehmensdaten zu befürchten. 45 Prozent nannten das Risiko eines Datenverlusts als Grund für die erhöhte Skepsis. Mit der totalen Vernetzung muss daher zweifellos jeder digitalisierte Unternehmensbereich entsprechende Sicherheitskonzepte einrichten. Die Sicherheit liegt nicht mehr nur im Zuständigkeitsbereich der IT-Abteilung, sondern muss ganzheitlich gedacht werden. Die Herausforderung Cloud-Strukturen in Produktionsprozessen einzuführen ist nicht technologischer Natur, sondern eine strategische Frage. Es sollte daher ein Weg gewählt werden, der es möglich macht, die Vorteile der Cloud-Technologie zu nutzen, ohne ein starkes Sicherheitsverständnis aufgeben zu müssen. jl

Kostenlose Registrierung

Newsletter
Bleiben Sie stets zu allen wichtigen Themen und Trends informiert.
Das Passwort muss mindestens acht Zeichen lang sein.

Ich habe die AGB, die Hinweise zum Widerrufsrecht und zum Datenschutz gelesen und akzeptiere diese.

*) Pflichtfeld

Sie sind bereits registriert?