Ihr Appell an die Konstruktion in den Unternehmen?

Gut funktionierende Dichtstellen kann man nicht kaufen, die werden konstruiert. Und zwar von jedem Aggregate- oder Gerätehersteller. Es kommt nicht nur auf den käuflichen Dichtring an, der ist schnell gekauft. Ich muss vielmehr eine Dichtung beschädigungsfrei montieren können und dabei Wärmeabfuhr, Schmierstoffe und andere Einflussfaktoren beachten. Und das schon in der Konstruktion. Da klemmt es in unserer Industrie noch ganz gewaltig. Das sind die Dinge, die man bei der Entwicklung vom Produkt einfach mit im Hinterkopf haben muss, um gute Produkte zu erhalten.

Wir haben nun über die Unternehmensanfragen geredet. Für den wissenschaftlichen Betrieb wird Trouble-Shooting nicht ausreichen um zukunftsweisende Innovationen zu realisieren. Wer also finanziert die Dichtungsforschung?

Das ist ein Problem mit zwei wesentlichen Punkten. Der eine ist, dass die Dichtungshersteller die Entwicklungen und auch ein gewisses Maß an Forschung selbst machen.

Der zweite Punkt ist, dass die einzelnen Anwender eine Dichtung nicht als ihr Produkt betrachten und somit auch keine Forschung initiieren. Dort ist dann eben oft nur Trouble-Shooting gefragt. Die Forschung auf dem Gebiet der Dichtungstechnik wird überwiegend über Forschungsvereinigungen organisiert. Dort werden Forschungsaufträge vergeben, die sich aber über die öffentliche Hand finanzieren. Die Anträge werden geprüft und da klemmt es oft. Denn es ist insgesamt zu wenig Geld da für die vielen Forschungsanträge aus ganz unterschiedlichen Bereichen, die alle in einen Topf geworfen werden. Und nur die Bestbewertesten bekommen dann Geld.

Da verliert der klassische Maschinenbau gegenüber der imagestarken New Technology regelmäßig. Wir selbst haben in den letzten zwei Jahren zehn oder zwölf solche Anträge ausgearbeitet, die wurden alle genehmigt, aber keiner mit so hoher Punktzahl bewertet, dass es zur Finanzierung gekommen wäre. Auch in Zukunft werden Industrie und Gesellschaft Bedarf an weiterentwickelten, funktionalen Dichtungslösungen haben. Die unverzichtbare Basis dafür sind kompetente Forschungseinrichtungen an Hochschulen und Universitäten welche auch die entsprechende Ausbildung garantieren. Sie auszuhungern, ist kontraproduktiv.n

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