Beim neuen isense EC-RC von Igus messen und überprüfen verschiedene Sensoren durchgehend den betriebsgemäßen Lauf der Energiekette. Ein einziges Kommunikationsmodul kann gleichzeitig viele e-ketten und Leitungen überwachen. Bild: Igus
Beim neuen isense EC-RC von Igus messen und überprüfen verschiedene Sensoren durchgehend den betriebsgemäßen Lauf der Energiekette. Ein einziges Kommunikationsmodul kann gleichzeitig viele e-ketten und Leitungen überwachen. Bild: Igus

Dass Komponenten vom Schaltschrank zunehmend ins Feld wandern, hat für Gunther Koschnick, Geschäftsführer des ZVEI-Fachverbandes Automation, unterdessen vor allem einen Vorteil: Nämlich „dass Komponenten bei sinkendem Energieverbrauch immer kompakter werden.“ Und das bedeute schließlich auch, dass die Kühlleistung, die in der Produktion erbracht werden muss, weiter abnehme.

Bereits 2015 schätzte Rittal circa zwei Millionen Schaltschrank-Klimageräte am Netz, die mit einer angenommen Anschlussleistung von zwei Gigawatt ein gesamtwirtschaftlich relevantes Verbrauchspotenzial darstellen und für einen CO2-Ausstoß von etwa vier Millionen Tonnen pro Jahr verantwortlich sind. Unter dem Namen Blue e+ hatte Rittal deshalb noch im selben Jahr eine komplett neue Kühlgerätegeneration auf den Markt gebracht, die Energieeinsparungen von bis zu 75 Prozent ermöglichen sollte. Zur SPS IPC Drives 2017 zeigt Rittal nun die Anbindung dieser Kühlgeräte an die Cloud. Möglich macht dies das Com Module, das die Blue e+ Kühlgeräte mit kundeneigenen Energiemanagementsystemen via OPC-UA, Profinet, SNMP, Modbus TCP und Canopen vernetzt. Das Com Module ist dabei nicht gänzlich neu. Bereits auf der Hannover Messe 2017 hatte Rittal mit einem Show Case demonstriert, wie die Bereitstellung von Gerätedaten auf der IoT-Plattform Siemens Mindsphere und deren Analyse auf der Cloud-basierten Data Analytics Anwendung IBM Watson zu einer lernorientierten, intelligenten Instandhaltung beitragen kann.

Energieeffizienz ist derweil auch das zentrale Thema des branchenübergreifenden Gleichstrom-Forschungsprojekts DC-Industrie. Ziel des Projekts ist es, die Stromversorgung industrieller Anlagen über ein smartes, offenes Gleichstromnetz neu zu gestalten und die industrielle Energieversorgungsarchitektur zu digitalisieren. Auf diese Weise soll das industrielle Energiesystem der Zukunft entstehen, ein gleichstrombasiertes Smart Grid. Gunther Koschnick erklärt: „Da im Gleichstromnetz alle Verbraucher miteinander kommunizieren, können Energieverbräuche festgestellt und optimiert werden. Energiespitzen werden über Speicher abgedeckt und die Fabrik wird zum smarten Verbraucher im Smart Grid. Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Dies steigert die Energieeffizienz, macht Installationen einfacher und erhöht die Verfügbarkeit, da AC/DC-Wandler entfallen, die heute noch in jeder elektronischen Komponente am AC-Netz vorhanden sind.“

Einer der Verbundpartner des Forschungsprojekts DC-Industrie ist der Kabelhersteller Lapp aus Stuttgart. Lapp bietet bereits spezielle DC-Komponenten an. So hat Lapp beispielsweise mit der Ölflex DC 130H ein neues Kabel im Programm, das eigens für Gleichspannungen bis 600 Volt ausgelegt ist. „Durch unsere Mitwirkung am Projekt wollen wir die Anforderungen an Kabel und Leitungen für Gleichstrom besser verstehen“, erläutert Guido Ege, Leiter Produktmanagement und Produktentwicklung bei Lapp. Und auch Rittal entwickelt im Bereich „Power und Klimatisierung verstärkt neue Produkte für DC-Anwendungen“, wie Uwe Scharf, Rittal, betont. Für Gunther Koschnick hat dies ganz nebenbei einen weiteren Effekt: „Industrie 4.0 trifft im Forschungsprojekt DC-Industrie auf die Energiewende.“

Hintergrundinfo: Forschungsprojekt DC-Industrie

Mit dem 6. Energieforschungsprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie fördert die Bundesregierung Unternehmen und Forschungseinrichtungen, die innovative Energietechnologien entwickeln. In diesem Rahmen ist am 1. Juli 2016 der Startschuss für das branchenübergreifende Gleichstrom-Forschungsprojekt DC Industrie gefallen. Insgesamt 21 Unternehmen aus der Industrie, vier Forschungsinstitute und der ZVEI arbeiten im Projekt gemeinsam daran, die Energiewende in der industriellen Produktion umzusetzen und dafür mehr Energieeffizienz und Energieflexibilität in die industrielle Produktion zu bringen. (Quelle: ZVEI)

Industrie 4.0 bei Phoenix Contact - Quelle: ke NEXT TV

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