Hygiene in der Lebensmittelindustrie, Bild: Lapp

Laut der Safe Food Factory sollten Kabel idealer Weise so verlegt werden, dass sie möglichst weit von den intensiven Reinigungsprozessen entfernt sind. Bild: Lapp

Je nach Thema bilden Vertreter aus der Industrie eine Untergruppe und bearbeiten spezielle Fragestellungen. Zum Thema Verkabelung nahmen Experten von Lapp Benelux, ein Unternehmen der Stuttgarter Lapp Gruppe, an der Arbeitsgruppe teil. Gemeinsam mit Experten von Bosch Packaging Technology, Gouda Holland/Niedax Group, Rittal, Lapp Benelux, Anamet Europa, NIZO, Lebensmittelhersteller FrieslandCampina und Heineken sowie mehreren Reinigungsdienstleistern diskutierten sie Best Practices, führten praktische Tests durch und entwickelten Empfehlungen. Vor Veröffentlichung wurde die neue Richtlinie von einer Kommission bestehend aus Vertretern potenzieller Anwender-Unternehmen wie BAT, Jacobs Douwe Egberts, Nestle und Unilever geprüft.

Rost in der Lebensmittelindustrie, Bild: Lapp
In der Lebensmittel- und Getränkeindustrie sind Kabel und Verkabelungskomponenten besonderen Belastungen ausgesetzt. Werden wie hier ungeeignete Komponenten verwendet, können schnell gefährliche Situationen entstehen. Bild: Lapp

Ein besonders kritischer Punkt in der Lebensmittelindustrie ist die regelmäßige Reinigung der Produktionsanlagen: Wenn die Putztrupps mit Dampfstrahlern und sauren oder basischen Reinigungsmitteln anrücken, um Schmutz und Keime zu entfernen, sind die Anlagen hohen Belastungen ausgesetzt. Ebenso anspruchsvoll ist die Trockenreinigung mit aggressiven Reinigungsmedien, oder neuerdings die Reinigung mit Trockeneis. Alle Komponenten müssen deshalb so ausgelegt sein, dass sie dauerhaft dicht und funktionsfähig bleiben und dass sie durch Form und Material keinen Nährboden für Keime bieten. Die Arbeitsgruppen der „Safe Food Factory“ haben hierzu Empfehlungen für die richtigen Komponenten erarbeitet.

Besondere Herausforderungen an das Material

Besondere Herausforderungen ergeben sich beim Einsatz von Kunststoffen und anderen Materialien, die häufig für Kabel oder Dichtungen von Komponenten verwendet werden. Sie müssen auch nach den häufigen Reinigungsvorgängen zuverlässig funktionieren. Falls Kunststoffe oder Elastomere zum Einsatz kommen, die dafür nicht ausgelegt sind, besteht die Gefahr, dass zum Beispiel bei Anlagenteilen eine Schutzart verloren geht oder ein Kabel seine Isolierung verliert, was zu Kurzschlüssen führen kann.

Ein drastisches Beispiel wurde bei einem Treffen der Safe Food Factory diskutiert: In einer Bäckerei hatten Ausgasungen aus dem Teig die Ummantelung eines Kabels aufquellen und spröde werden lassen. So waren die Mitarbeiter akut gefährdet, denn es drohte die Gefahr von Kurzschlüssen oder elektrischen Schlägen.  Auch die Produktqualität war gefährdet, denn der Kunststoff hätte auch in den Teig fallen können. In einer Produktionsanlage, die nach den Prinzipien des Hygienic Design aufgebaut wäre, wäre dies nicht passiert.

Robust und hygienisch

Skintop Hygienic von Lapp, Bild: Lapp
Spezialisierte, eigens entwickelte Verkabelungslösungen wie die Skintop Hygienic und Ölflex Robust sind darauf ausgelegt, auch den höchsten Anforderungen der Industrie zu genügen. Bild: Lapp

Zu den Lapp Produkten, die den besonders strengen Vorgaben des Hygienic Design entsprechen, gehört zum Beispiel die Kabelverschraubung Skintop Hygienic. Sie lehnt sich an die allgemeinen Gestaltungsgrundsätze der DIN EN 1672-2 für die Nahrungsmittelindustrie an und ist nach neuester EHEDG-Prüfung zertifiziert. Außerdem erfüllt die Kabeleinführung – ebenso wie auch der Kabelschlauch Silvyn FG NM die Ecolab-Vorgaben bezüglich der Beständigkeit gegen Reinigungs- und Desinfektionsmittel

Die Skintop Hygienic bietet keine Angriffsflächen für Verunreinigungen, alle Dichtungen schließen lückenlos in Richtung Kabel und Anschlussstelle ab. Statt eines O-Rings besitzt sie über dem Anschlussgewinde eine Formdichtung mit Radius, einen Dichtring unterhalb der Hutmutter sowie einen speziell geformten Schlauchdichtring zum Kabel. Sie hat glatte Oberflächen und keine Kanten, so dass sich Nahrungsmittelreste nicht festsetzen können und leicht abwaschen lassen.
Ein Neuzuwachs in der „Robust-Familie“ ist die Etherline Robust. Die Leitung für Industrial Ethernet ist besonders  witterungs-, ozon- und UV-beständig, außerdem halogenfrei und erlaubt häufiges Reinigen mit heißem Dampf, sauren oder alkalischen Reinigungsmitteln, oder auch Trockeneis.