| von Andreas Bauer, Lapp / hei /

Generell gilt: Je näher ein Bauteil dem Lebensmittel kommt, umso höher sind die Anforderungen. Man unterscheidet drei Hygienezonen:

  • Produktzone: Diese kommt regelmäßig mit dem Lebensmittel in Berührung. Beispiele sind Rührer, Fülldüsen, Messer oder Schneidevorrichtungen.
  • Spritzzone: Das sind Bereiche und Maschinen, die mit dem Lebensmittel in Berührung kommen können, etwa durch Verspritzen.
  • Nicht-Produktzone: Das sind alle Bereiche und Einrichtungen in einer Fabrik, die nicht direkt mit dem Lebensmittel in Berührung kommen. Jedoch werden auch diese oftmals zusammen mit den sensibleren Bereichen gereinigt, was wiederum eine hohe chemische und mechanische Beanspruchung bedeuten kann.

Für die Spritzzone und die Produktzone gelten die strengsten Anforderungen an die Hygiene. Diese Zonen müssen besonders gründlich mit scharfen Reinigungsmitteln wie ätzende Säuren und Laugen gereinigt werden. Das halten nur wenige Materialien über längere Zeit aus. Ideal ist hier der Einsatz von Edelstahl. Zudem ist eine Hauptherausforderung die Verlegeart: Kabel werden oft enger gebündelt als optimal wäre, oder sie sind schlecht zugänglich. Eine lockere Verkabelung wäre für eine leichte Reinigung besser, allerdings legen technische Inspektoren meist großen Wert auf eine feste Verlegung. Hier gilt es einen guten Mittelweg zu finden.

Schmutzfänger in der Lebensmittelindustrie, Bild: Lapp
Kabelschleifen funktionieren als Schmutzfänger, sind aufwändig zu reinigen und sollten deshalb in der Lebensmittelproduktion vermieden werden. Bild: Lapp

Bei den Treffen der Safe Food Factory wurden als weiteres Problem überlange Kabel ausgemacht: oft werden Kabel mit etwas Überlänge verlegt, um eine Reserve zu haben. Das ist zwar bequem, aber kann zu elektrotechnisch ein Problemen (Stichwort Häufung) führen und auch die Reinigung wird schwieriger. Die Kabel sollten also idealer Weise so verlegt werden sollten, dass sie möglichst weit von den intensiven Reinigungsprozessen entfernt sind. Außerdem bietet sich die Verwendung von Hybridleitungen an, denn wenn mehrere Kabel in einem kombiniert werden, gibt es entsprechend weniger Kabel mit weniger Zwischenräumen, in denen sich Verunreinigungen festsetzen können.

Spezielle Verkabelungslösungen für die Lebensmittel- und Getränkeindustrie helfen heute schon, die Produktivität, Sicherheit und Qualität in der Branche zu erhöhen. Das neu entwickelte und neu qualifizierte Portfolio der Lapp Gruppe für die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie wird entsprechend der Kundenanforderungen weiter ausgebaut. Da die Anforderungen der Pharmabranche im Hinblick auf das Maschinendesign teilweise vergleichbar sind, eröffnen sich hier weitere Anwendungsmöglichkeiten.

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