Bild: tiero / Fotolia.com

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So mancher geisteswissenschaftliche Hochschulabsolvent dürfte grün vor Neid werden, wenn es um das Einstiegsgehalt der Kommilitonen aus den Ingenieursstudiengängen geht. Denn weil aktuell das Verhältnis von Angebot und Nachfrage bei Ingenieuren gut ist, liegen ihre Gehälter im oberen Bereich aller Hochschulabgänger. Doch was ist mit dem Rest, also dem Heer der Berufserfahrenen? Glaubt man den Aussagen von Personalvermittlungsagenturen und Gewerkschaftlern, haben Ingenieure und Konstrukteure im Jahr 2014 in puncto Gehalt grundsätzlich Grund zum Lachen. „Die Gehaltsentwicklung zeigte in den letzten Jahren nach oben, auch wenn es dabei immer mal wieder Dellen gegeben hat“, sagt Markus Gerharz, Redakteur beim Staufenbiel Institut, das nach eigener Aussage führender Anbieter von Personalmarketing- und Recruiting-Lösungen für junge Akademiker in Deutschland ist. „Im vergangenen Jahr stiegen die Einstiegsgehälter für Absolventen beispielsweise weniger stark als die Inflationsrate.“

Ingenieurgehälter in unteren Positionen

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Die Mehrheit der Ingenieure fängt als Ingenieur-Sachbearbeiter, als Projektingenieur oder Teilnehmer eines Projektteams an, ergab die von den VDI Nachrichten ermittelte Studie „Ingenieureinkommen 2002 bis 2013". Sachbearbeiter verdienen etwa 570 Euro weniger als Projektingenieure. Quelle: Gehaltstest www.ingenieurkarriere.de

 

Ingenieurgehälter in gehobenen Positionen

 

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Wer die Karriereleiter erklimmt, kann viel verdienen. Die höchsten Gehälter verdienen Bereichs- und Hauptabteilungsleiter. Hier sind bis zu 116.801 Euro Bruttojahresgehalt möglich. Ein Abteilungsleiter erhält durchschnittlich noch 79.565 Euro, ein Gruppen- oderTeamleiter liegt im Median bei 71.275. Quelle: Gehaltstest www.ingenieurkarriere.de

 

„Man zahlt schon sehr gute Gehälter“, bestätigt auch Johannes Katzan vom IG Metall Vorstand. Auch eine Tarifflucht verzeichnet die IG Metall in der Branche nicht. Ganz im Gegenteil: „Bei größeren Betrieben gibt es ein Bestreben hin zu den Tarifen, weil die Arbeitgeber dies als attraktive Werbung um Fachkräfte sehen“, schildert Katzan. Und trotzdem: „Aber wir haben ein Problem bei der Verteilung“, sagt er. Will heißen: Es gibt wachstumsstarke Regionen wie Süddeutschland mit gut zahlenden Mittelständlern und ärmere Regionen wie Ostdeutschland, in denen je nach Unternehmen die Gehälter weniger üppig ausfallen, wie auch in Internetforen kontrovers diskutiert wird.