Diskussionen zur Energiewende Energy, Bild: Deutsche Messe

Auf der Energy in Hannover werden die Aussteller mit den Besuchern über die Chancen einer elektrifizierten Welt diskutieren. Das Thema dezentrale Energieversorgung rückt dabei 2017 in den Mittelpunkt. Bild: Deutsche Messe

Ende April trifft sich die Energietechnikbranche auf der Hannover Messe, um über die Weiterentwicklung der Energieversorgung zu reden. Die Frage, die sich mittlerweile stellt: Inwiefern entwickelt sich die Energy weiter?

2016 war der Andrang auf der Messe auch wegen Barack Obama und dem damals viel diskutierten Freihandelsabkommen TTIP groß. Ein Jahr später treffen sich mit Deutschland und Polen zwei Länder, die auf den ersten Blick unterschiedlicher kaum sein könnten. Hier die Energiewende, die Umstellung des kompletten Energiesystems auf erneuerbare Energien und die Abkehr von der Kernkraft.

Polen hingegen blickt bei der Energieversorgung vor allen Dingen auf die Versorgungssicherheit. Sichergestellt wird die aktuell vor allen Dingen aus heimischer Kohle. Was also haben sich Deutschland und Polen zu sagen auf der Integrated Energy? Wo können sich die Ländern unterstützen, um Versorgungssicherheit und Klimaschutz zu vereinen?

Die Europäer haben sich beim Abkommen in Paris ambitionierte Ziele gesetzt, um gegen den Klimawandel vorzugehen. Ein wesentlicher Bestandteil ist und bleibt der Strom- und Wärmemarkt des Kontinents. Doch eine gemeinsame Energiepolitik findet letztlich nicht statt.

Die Chance der Hannover Messe 2017 liegt also darin, die Basis zu schaffen für eine gemeinsame Herangehensweise, um den Kontinent zukünftig sicher und klimafreundlich versorgen zu können. Dafür hat Polen einiges zu bieten. Denn das Nachbarland Deutschlands ist stark im Bereich IT. Genau der richtige Partner also für intelligent vernetzte und smarte Lösungen in der Energiewirtschaft.

Auf der Messe werden Ingenieure mit Programmierern über die Vorteile der vernetzten Energieversorgung diskutieren können, über die Möglichkeiten der Kraft-Wärme-Kopplung und über die Chancen einer Digitalisierung des gesamten Netzes, eines Smart Grids.

Die Zeichen stehen auf Fortschritt

Mehr als 1.200 Aussteller, darunter über 60 amerikanische Unternehmen, stellten 2016 auf der Energy aus. Der Veranstalter sieht darin ein deutliches Zeichen für die positive Entwicklung und die Bedeutung der Leitmesse, Jochen Köckler, Vorstandsmitglied der Hannover Messe: „Die Hannover Messe ist die weltweit einzige Messe, die das gesamte Energiesystem abbildet. Diesen Ausstellungsschwerpunkt werden wir in Zukunft konsequent ausbauen.“

Kommunale Energieversorgung

Mit dem Stadtwerketag gibt es eine Neuerung, die diesen Faden aufnimmt. Am Messedienstag veranstaltet die Deutsche Messe in Kooperation mit dem Verband kommunaler Unternehmen (VKU) erstmals einen Thementag für Stadtwerke. „Die Energiewende sowie die zunehmende Digitalisierung stellen die Stadtwerke vor große Herausforderungen. Sie müssen auf den sich verändernden Energiemarkt reagieren und neue Geschäftsmodelle entwickeln. In Hannover können sie sich umfassend über neue Entwicklungen und Technologien für den Energiemarkt der Zukunft informieren“, sagt Benjamin Low, Gobal Director Hannover Messe Energy.

Die Achillesferse der Erneuerbaren

Dass leistungsfähige Netzstrukturen die Basis für zukünftige Energiesysteme sein werden, demonstriert der Weltmarktführer für Energie- und Telekommunikationskabel, die Prysmian Group, auf der diesjährigen Integrated Energy Plaza (Halle 27, Stand H50). „Eine der großen Herausforderungen ist nach wie vor die zuverlässige Einspeisung und Übertragung von erneuerbarer Energie. Den Wandel von der zentralen hin zur dezentralen Energieerzeugung begleiten wir mit unseren Produkten auf allen Ebenen,“ sagt Hans Koch, Geschäftsführer der Prysmian Group.