Kein Zweifel, ohne Vernetzung, physisch wie aber auch informationstechnisch, wird die eingeläutete Energiewende nicht zu meistern sein. „Dies erfordert mehr denn je ein integrales Systemdenken“, unterstreicht Benjamin Low.

Dabei steht die Digitalisierung im Mittelpunkt. Alf Henryk Wulf, Vorstandsvorsitzender von GE Power (Halle 12, Stand D50): „Im Rahmen der Digitalisierung befassen sich derzeit alle Branchen mit digitalen Technologien, um durch die Vernetzung von Assets und die Analyse von Daten Wettbewerbsvorteile zu erlangen. Mit dem Betriebssystem Predix hat GE eine Plattform für die digitale Transformation des Industrial Internet bereitgestellt.

Die Software-Plattform wurde externen Nutzern vor einem Jahr zugänglich gemacht und wird inzwischen von über 23.000 Entwicklern weltweit genutzt. Die Digitalisierung der Energiewirtschaft wird den stabilen Einsatz der Assets des gesamten Systems – von der Stromerzeugung aus unterschiedlichen Energiequellen, der Übertragung und Speicherung bis hin zum Verbrauch – effizienter machen.“

Effizienz auch Frage der Temperatur

Für die Industrie gibt es aber auch ganz mittelbare Herausforderungen. So wird das Thema Energieeffizienz gerade die Industrieunternehmen weiter beschäftigen. Und dazu gehört auch die Frage des Umgangs mit Kraft-Wärme-Kopplung sowie mit Kühlungsfragen. „Wir müssen in Zukunft die Nutzung von Wärme und Kälte noch konsequenter vernetzen“, erklärt beispielsweise Sigmund Perner, Director Marketing Communications bei Glen-Dimplex Deutschland (Halle 27, Stand L36), die Produkte von Wärmepumpen bis hin zu Industriekühlungssystemen anbieten.

„Wenn wir die bislang noch eher separat installierten Systeme effizient mit einem intelligenten Temperaturmanagement verbinden, dann kann sich die Industrie in der Koppelung von Kälte und Wärme große Einsparpotenziale erschließen“, fügt Perner hinzu und verweist darauf, dass mit der anstehenden Verbannung von umweltschädlichen Kühlmitteln in den nächsten Jahren ohnehin großer Handlungsbedarf entstehen wird.

ORC-Kolbenexpander, Bild: Devetec
Die Energy als Fenster in die Zunkuft: ORC-Technologie, wie hier von Devetec, bietet die Möglichkeit, auch noch aus Abwärme Energie wiederzugewinnen und so Einsparpotenziale nutzbar zu machen. Bild: Devetec

Wie wichtig dieses Thema ist, betont Michael Schmidt, Geschäftsführer von Devetec (Halle 27, Stand H20): „Weil jede nicht verbrauchte Kilowattstunde die sowohl ökonomischste als auch ökologischste Form ist, um mit Energie umzugehen.“ Devetec entwickelt ein Abwärmekraftwerk (ORC-Kolbenexpander), das ein Maximum an Energie aus industriellen Prozessen zurückgewinnt, indem es elektrischen Strom erzeugt und die danach noch vorhandene Energie weiter nutzt. So kann ein Abwärmekraftwerk der Devetec bei einer Nennleistung von 200 kWel bis zu 3000 Tonnen CO2 pro Jahr einsparen.

Ebenfalls aktiv auf dem Gebiet der rasch voranschreitenden ORC-Technologie ist Orcan Energy (Halle 27, Stand H20) aus München. Mit ihrem Produkt e-Pack, das sich schon nach wenigen Jahren amortisieren soll, wird die Abwärme an Biogasanlagen, in Industrieunternehmen und neuerdings sogar auf modernen Schiffen energetisch verwertet.

Elektrische Mobilität der Zukunft

Ein fester Bestandteil der Leitmesse Energy ist das Thema Mobilität der Zukunft. Dass die elektrisch werden soll, war schon in den letzten Jahren zu sehen. Bis 2020 will die Bundesregierung ja immerhin eine Millionen Elektrowagen auf der Straße fahren sehen. Davon ist man auch wegen der mangelnden Reichweite der Elektroboliden noch weit entfernt.

Am Gemeinschaftsstand Baden-Württemberg (Halle 27, Stand H71) feiert das Projekt Xil-BW-e Premiere auf der Hannover Messe. Dabei handelt es sich um ein gemeinsames Projekt ausgewählter Forschungseinrichtungen aus Baden-Württemberg. Auch darin wird das Thema Vernetzung deutlich, denn die Prüf- und Test-Einrichtungen der verschiedenen Einrichtungen wurden aufwendig miteinander vernetzt, sodass gemeinsames Forschen standortübergreifend möglich sein soll. Beteiligt daran sind das Karlsruher Institut für Technologie (Halle 27, Stand H51), die Universitäten in Ulm und Stuttgart sowie die Hochschulen Aalen und Esslingen. Ein Schwerpunkt der Forschung in diesem Bereich wird auf der Prüfung von neuen Batteriezellen liegen. So sollen die Wechselwirkungen von Antriebskomponenten und Batteriezellen unter realen Bedingungen untersucht werden.

Vernetzt, analog und digital

Deutlich wird auf der Hannover Messe 2017, dass energieeffiziente Lösungen nur vernetzt sinnvoll umzusetzen sind. Doch derzeit liefern die niedrigen Preise für Erdöl den Unternehmen Vorschub, die keinen Handlungsbedarf sehen. Um für einen effizienteren Umgang mit der eingesetzten Energie zu werben, wurde die Plattform „360 Grad Energieeffizienz“ ins Leben gerufen. Das Projekt soll zum einen die enorme Bandbreite deutlich machen, in der technische Verbesserungen in der Industrie möglich sind, zum anderen weist die Plattform „360 Grad Energieeffizienz“ darauf hin, dass die Einzelaspekte mit fortschreitender Digitalisierung vorteilhaft vernetzbar und damit auch effizient steuerbar sind. Beteiligt sind daran neben Glen-Dimplex auch Kaeser Kompressoren (Halle 27, Stand E18), Neuenhauser und Gildemeister.

Die Energy 2017 rückt konsequent die Themen Digitalisierung und Erneuerung des Energiesystems in den Fokus. Mit Polen hat man da nicht den schlechtesten Partner gefunden.

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