Stratasys Creative Colors Software, Bild: Stratasys

Die Stratasys Creative Colors Software mit Adobe 3D Color Print Engine vereint erstmalig alle Arbeitsschritte vom Design zum 3D-Druck. Zudem erlaubt die neue Softwaresuite eine präzise Vorschau und vereinfacht die neue, äußerst realistische Farbgestaltung von 3D-Drucken. Bild: Stratasys

Berker produziert mittels 3D-Druck Spritzgussformen, mit der Prototypen für das funktionale Testen neuer Produkte erstellt werden. Spritzguss, also das Einfüllen flüssigen, warmen Kunststoffs in einen Formhohlraum, in dem der Kunststoff dann in der gewünschten Form aushärtet, ist weltweit eine der am weitesten verbreiteten Fertigungsmethoden. Die mit 3D-Druck entstehenden Formhohlräume bei Berker werden dazu genutzt, Teile von Prototypen herzustellen, die man schnell auf Fehler in der Passform und Funktionsweise hin überprüfen kann, und das im finalen Material. 

Erhebliche Einsparung von Zeit und Geld

Berker ist ein deutsches Traditionsunternehmen, das seit 1919 besteht und hochwertige Schalterprogramme sowie Systeme für intelligente Gebäudetechnik anbietet. Die Designs des Unternehmens wurden mehrfach mit internationalen Preisen ausgezeichnet. Für eine kürzlich neu designte elektrische Komponente des Unternehmens wurden Teile benötigt, die im Spritzgussverfahren hergestellt werden. Sobald sie zusammengebaut sind, müssen sie ein Messverfahren zur elektrostatischen Entladung durchlaufen, das außerhalb des Unternehmens durchgeführt wird, was bedeutet, dass der Prototyp aus demselben Material gefertigt sein muss wie das endgültige Produkt. Statt der üblichen Spritzgussformen aus Metall, die teuer und aufwändig in der Herstellung sind, hat sich Berker jetzt dazu entschieden, für die Herstellung der zu testenden Prototypen auf Gussformen aus dem 3D-Drucker zu setzen. Eine der größten Herausforderungen dabei ist, dass diese neu produzierten Teile sehr präzise gefertigt sein müssen, um mit einer anderen Komponente, die aus einer Metallform stammt, so zusammengefügt zu werden, dass der Prototyp funktionsfähig ist. Um dieser Herausforderung zu begegnen, nutzt Berker jetzt den Multimaterial-Drucker Connex von Stratasys mit Digital ABS-Materialien. 

Damit produzierte Berker eine Reihe von Formhohlräumen mit verschiedenen Geometrien. Jede dieser Formen wurde dazu genutzt, mit ihr verschiedene finale Materialien für das fertige Produkt zu testen. Zum Einsatz kamen dabei ASA, PC und TPE. Mit beeindruckendem Resultat: Im Durchschnitt konnten pro Form eine Kosteneinsparung von 83 Prozent und eine Reduzierung der Produktionszeit von 85 Prozent erreicht werden.

„Dieses Verfahren und die hohe Qualität unserer Produkte auf Basis dieser funktionellen Prototypen hat unsere Entwicklungsprozesse beschleunigt. Die Formhohlräume, die mit Hilfe von Stratasys entstanden sind, haben uns dabei geholfen, Kosten und Zeit zu sparen und funktionsfähige Prototpypen im finalen Material zu erstellen. Wir nutzen diese Technologie im ganzen Unternehmen, um Testkomponenten in ‚echten‘ Materialien herzustellen.

Die so entstandenen Spritzgussformen halten sich dabei genau an die vorgegebenen Toleranzen und ermöglichen die Verwendung der richtigen Materialien – und kosten dabei nur einen Bruchteil von traditionell hergestellten Formhohlräumen aus Metall. Die getestete Komponente ist jetzt in der Produktion. jl

Wie Berker jetzt dank 3D-Druck noch effizienter herstellt (Quelle: Stratasys)