Siegermedaille, Bild: © wenchiawang - Fotolia.com

In dieser Ausgabe lernen Sie den Kreativitätsvampir „Konkurrenzdenken" kennen. Bild: © wenchiawang - Fotolia.com

„Kreativitätsvampir“ ist der Sammelbegriff für kreativitätshemmende Faktoren, die so manches schwungvolle Vorhaben zum Scheitern bringen. Dabei sind Kreativitätsvampire im Sinne von Ideenkillern allerdings nicht gleichzusetzen mit Personen, die sich negativ auf Kreativität auswirken, sondern es handelt sich um einflussnehmende Größen, die sich im eigenen Verhalten manifestieren.

Profil des Kreativitätsvampirs Konkurrenzdenken

Auf den ersten Blick erscheint Konkurrenzdenken als eine gut nachvollziehbare und weitverbreitete Haltung, die darauf abzielt, die eigenen Interessen zu wahren. Die Unternehmenswelt ist grundlegend geprägt von Wettbewerbs- und Konkurrenzdenken. Erfolgreich ist nur der, der einen Wissensvorsprung vor anderen hat, der besser oder und günstiger ist – und heutzutage auch vor allem schneller.

Wissen und Ressourcenbesitz sind somit kostbar und die Wirtschaftswissenschaften suggerieren, man solle seinen Vorteil nutzen, am besten also nicht im Wettbewerb zu viel Preis geben. Denn schließlich könnte dieses Wissen von anderen ausgenutzt und man selbst übervorteilt werden.

Ingrid Ute Ehlers, Bild: Alexander Paul Englert
Ingrid Ute Ehlers unterstützt seit über 20 Jahren im Innovationsprozess. Bild: Alexander Paul Englert

Insgesamt wird Konkurrenzdenken also in der postmodernen Gesellschaft mit globalem Wettbewerb und immer schnelllebigeren Produktentwicklungszyklen zum überlebensnotwendigen Erfolgsprinzip erhoben.

Genauso findet sich Konkurrenzdenken auch innerhalb von Organisationen, bei denen die einzelnen Abteilungen/Bereiche dann miteinander konkurrieren. Auch dies wird dann als positiv ausgelegt im Sinne von „Konkurrenz belebt das Geschäft und mehrt den Unternehmenserfolg insgesamt“. Dies trifft auch zu, zumindest solange der Wettbewerb sportlich bleibt. Doch dabei darf man nicht aus dem Blick verlieren, dass Konkurrenzdruck nicht nur von außen geschürt wird, sondern dass er dann auch im eigenen Kopf entstehen kann und die Wahrnehmung des eigenen Lebens verändern kann.

Man achtet nicht nur auf die „externe Konkurrenz“, also die Mitbewerber in der jeweiligen Branchen, sondern auch die Personen im direkten Unternehmensumfeld und sogar im gleichen Büro. Dies führt dazu,

  • dass man die anderen Personen in der Abteilung misstrauisch beobachtet.
  • dass man vergleicht, wer wo im internen „Ranking“ steht.
  • dass man sich freut, wenn einem anderen ein Vorhaben misslingt.

Die Folge sind Neid und Missgunst, im schlimmsten Fall macht Konkurrenzdenken im Job einsam. Denn wer sich permanent vergleicht, verliert den Fokus auf seine eigenen Stärken und seinen Selbstwert, man schwächt sich damit und entmutigt sich, indem man sich immer mehr unter Druck setzt und inneren Stress erzeugt. Insofern kann der Kreativitätsvampir Konkurrenzdenken erheblichen Schaden anrichten, daher sind Schutzmaßnahmen erforderlich.