Predictive Maintenance auf der MDA. Bild: Deutsche Messe

Predictive Maintenance war eines der Topthemen der Motion, Drive & Automation (MDA) auf der Hannover Messe 2017. Bild: Deutsche Messe

Die Ergebnisse: PM ist als wichtiger Industrietrend nunmehr eindeutig im deutschen Maschinenbau als Ausrüster-Branche angekommen – 81Prozent der befragten Unternehmen befassen sich bereits intensiv mit diesem Thema. Aus der Sicht von knapp 40 Prozent der Unternehmen hat die Beherrschung von PM sogar eine besonders hohe Bedeutung für das künftige Geschäft. Im Hinblick auf die Verfügbarkeit von konkreten PM-Lösungen ist der Reifegrad in der Maschinenbau-Branche noch sehr unterschiedlich – knapp 40 Prozent der befragten Unternehmen bieten zwar bereits entsprechende Technologie und Dienstleistungen an, die Mehrzahl steckt jedoch noch mitten in der PM-Angebotsentwicklung oder ist sogar noch untätig. Nach Meinung von 79 Prozent der Studienteilnehmer liegt der Nutzen von PM für den Kunden primär in der Leistungssteigerung der Produktionstechnik, zum Beispiel durch höhere Anlagenverfügbarkeit, -lebensdauer sowie stabilere Prozesse – dagegen sieht nur knapp ein Fünftel der Unternehmen in PM einen Hebel zur Reduzierung der Instandhaltungskosten. Auch interessant: Fast 90 Prozent der Teilnehmer räumen ein, noch PM-Defizite im Verständnis der Bedürfnisse und Anforderungen ihrer Kunden und deren Endkunden zu haben.

Eigene Positionierung vielfach noch unklar

Eine der größten Komplexitäten von PM besteht in der kompetenten Umwandlung von Betriebsdaten in Ökosystem-Intelligenz und Kundennutzen. Die Orientierungsprobleme bei der eigenen Positionierung, die knapp 65 Prozent der befragten Unternehmen zu Protokoll geben, sind dabei wohl auch auf das – insbesondere bei mittelständischen Unternehmen – vielfach noch unterrepräsentierte digitale Know-how zurückzuführen. Digitale Elemente werden jedoch zunehmen – daher überrascht auch nicht, dass 69 Prozent der Befragten eine Kooperation mit spezialisierten externen Partnern für besonders wichtig halten, insbesondere im Bereich von Software und Datenanalyse. Sogar eine Zusammenarbeit mit den direkten Wettbewerbern schließen 40 Prozent der Befragten nicht kategorisch aus.

Durchbruch bis 2020 erwartet

Im Hinblick auf die erwartete Durchdringungsgeschwindigkeit von PM gehen die Meinungen stark auseinander – zumal unklar ist, inwieweit die erforderliche Sensorik und deren Vernetzung nachgerüstet werden kann oder erst über Neuinstallationen in die installierte Basis einwachsen muss. Weiterhin ist unklar, wie schnell, in welchem Umfang und auf welchen internen oder externen Speichermedien Kunden bereit sein werden, die notwendigen Zugriffsrechte zu ihren Daten zu erteilen. Allerdings erwarten knapp 50 Prozent der befragten Unternehmen einen Durchbruch von PM bereits bis 2020. 51 Prozent der Teilnehmer glauben dabei, dass PM-Geschäftsmodelle hauptsächlich durch Software-Kompetenz bestimmt sein werden. bf

Die Studie "Predictive Maintenance. Service der Zukunft - und wo er wirklich steht" wurde vom VDMA und der Deutschen Messe initiiert und von Roland Berger durchgeführt.