Drohne, Bild: Doomwarden, Wikimedia.org

Drohnen gibt es nicht erst seit der Erfindung von Technik-Gadgets. Bild: Doomwarden, Wikimedia.org

Es war das Jahr 1783. Am 4. Juni ließen die Gebrüder Montgolfier in Frankreich einen unbemannten Heißluftballon steigen. Die erste Drohne. Denn eine Drohne ist ein unbemanntes Luft- oder Unterwasserfahrzeug, das vom Menschen ferngesteuert wird oder autonom funktioniert. 1849 folgte Österreich-Ungarn mit einem mit Bomben ausgestatteten Ballon, der Aufstände in Venedig niederschlagen sollte. Durch eine Zündschnur wurde die Brennladung abgeworfen.

1914: Während und kurz nach dem ersten Weltkrieg werden die ersten unbemannten Flugzeuge entwickelt und per Funk gesteuert.

1931 rüstet die britische Air Force drei Maschinen mit Funksteuerung aus und setzt sie als Zieldrohnen und Übungsziele für Jagdpiloten ein. 1939 bis 1945 setzen Großbritannien und Japan während des Zweiten Weltkriegs Ballonbomben ein.

Was ist eine Drohne?

Eine Drohne ist ein unbemanntes Luft- oder Unterwasserfahrzeug, das entweder von Menschen ferngesteuert oder von einem integrierten oder ausgelagerten Computer gesteuert und damit teil- oder vollautonom wird. Im Englischen spricht man von „drone“, im Falle der Flugdrohne, auf die im Folgenden fokussiert wird, auch von Unmanned Aerial Vehicle (UAV). Man unterscheidet den militärischen, politischen, journalistischen, wissenschaftlichen, wirtschaftlichen sowie privaten, persönlichen Einsatz. Gröber kann man zwischen militärischer und ziviler Nutzung differenzieren. Drohnen sind als singuläre Maschinen unterwegs, lediglich mit einer Kontrolleinheit verbunden, oder Teil eines komplexeren Systems, wie im Kriegswesen, wo das Unmanned Combat Aerial Vehicle (UCAV) zum Unmanned Aerial System (UAS) gehört, oder in der Landwirtschaft, wo das Fluggerät mit dem Mähdrescher kooperiert, um Tierleid, Schneidwerkverunreinigungen und Maschinenschäden zu verhindern. Bei den Hobby-Drohnen oder RC-Drohnen (Radio Controlled = funkferngesteuert) gibt es hauptsächlich die Bauformen: Quadrocopter, Hexacopter und Octocopter – alle zusammengefasst unter dem Begriff Multicopter. (Quelle: Gabler Wirtschaftslexikon/www.drohnen.de)

Zu Aufklärungszwecken

In den 60er-Jahren nutzen die Vereinigten Staaten Drohnen vor allem zu Aufklärungszwecken. Mit der Fire­fly spionieren die Amerikaner Kuba, Vietnam, China und Nordkorea aus. 1955 bis 1975: Vietnamkrieg. Die Air Force verwendet Aufklärungsdrohnen zur Lokalisierung von Boden-Luft-Raketen. 1990 führt die Bundeswehr die Aufklärungsdrohne Canadair CL-289 ein. Das System kann Videos aufnehmen und in Echtzeit übertragen. 1998 und 1999 liefern Drohnen im Kosovokrieg lasergesteuerte Zielmarkierungen für F16-Kampfjets.

1995 führt die US-Air-Force die Aufklärungsdrohne Predator (engl. Räuber) ein. Sie ist zur Kampfüberwachung und Zielbekämpfung im Einsatz. Im Februar 1998 hat der Höhen- und Langstreckenaufklärer RQ-4B Global Hawk seinen Erstflug. Er kann bis zu 20 Kilometer hoch und 40 Stunden lang fliegen.

2013 werden im US-Bundesstaat North Dakota Drohnen zur Verbrecherjagd eingesetzt. Außerdem kündigt Amazon Zulieferungen mit unbemannten Fluggeräten an. 2014 gibt die US-Luftbehörde grünes Licht für den Test von Drohnen in der Landwirtschaft. Des Weiteren erprobte DHL auf Juist einen Paketkopter. Über Wochen wurden Transportflüge vom Festland auf die Nordseeinsel absolviert.

  • Quadrokopter, Bild: Doomwarden, Wikimedia.org

    Drohnen gibt es nicht erst seit der Erfindung von Technik-Gadgets. Sie haben eine lange Geschichte. Heute setzen immer mehr Unternehmen Quadrokopter ein. Etwa die DHL beim Versand von Paketen in geographisch schwierige Gebiete. Bild: Doomwarden, Wikimedia.org

  • RQ-4B Global Hawk, Bild: Wikimedia.org

    Die Langstreckenaufklärungsdrohne RQ-4B Global Hawk absolvierte 1998 ihren Erstflug. Sie fliegt fast 20 Kilometer hoch und bis zu 40 Stunden lang; ist autonom und wird per Joystick ferngesteuert. Sie ist das bislang größte in Serie gefertigte militärische unbemannte Flugzeug der Welt. Bild: Wikimedia.org

  • Drohne MQ-1 A „Predator“, Bild: Wikimedia.org

    Die Drohne MQ-1 A „Predator“ wird seit 1995 von der US-Luftwaffe eingesetzt. Die Predator kann ein Gebiet rund 24 Stunden lang mit Fernsehkameras für Tageslicht sowie Wärmebildkameras für Schlechtwetter- und Nachtsicht und einem Synthetic Aperture Radar aufklären. Dabei erfolgt die Steuerung über eine Bodenstation. Sie ist inzwischen der wichtigste Bestandteil der taktischen Luftraumaufklärung der Streitkräfte der USA. Bild: Wikimedia.org

  • Lockheed D-21B, Bild: Wikimedia.org

    Lockheed D-21B war ein überschallschnelles, unbemanntes Aufklärungsflugzeug der US-amerikanischen Herstellers Lockheed. 1966 stieg es zum ersten Mal in die Luft. Um die Drohne für den Flug bei hohen Geschwindigkeiten zu optimieren, wurde auf eine Eigenstartfähigkeit verzichtet und ein Ramjettriebwerk für den Antrieb ausgewählt. Bild: Wikimedia.org

  • Erdkampfdrohne MQ-9A „Reaper“, Bild: Wikimedia.org

    Die Erdkampfdrohne MQ-9A „Reaper“ ist eine Drohne des US-Unternehmens General Atomics. Sie dient in erster Linie der Luftnahunterstützung. Der Antrieb besteht aus einem Turboprop-Triebwerk mit 670 kW. Die Drohne hat mit rund 4760 Kilogramm ein mehr als viermal so hohes Gesamtgewicht wie die MQ-1 und kann eine mehr als zehnmal so große Waffenlast tragen. Bild: Wikimedia.org

  • Steuereinheit eines Quadrocopters, Bild: Clicklabs, Wikimedia.org

    Die Steuereinheit eines Quadrocopters. Oben befindet sich das GPS-Modul, darunter das Navi-Board, dann der FlightControl mit eingebauten Gyroskopen zur Stabilisierung. Im äußeren Kranz sieht man die Brushless-Motor-Regler. Bild: Clicklabs, Wikimedia.org

  • Ehang 184, Bild: Ben Smith, Wikimedia.org

    Mit dem Ehang 184 stellt ein chinesisches Startup nun den ersten Multikopter Mini-Hubschrauber der Welt vor. Er bietet Platz für eine Person. Zum jetzigen Zeitpunkt befindet sich der Ehang 184 noch in einem frühen Enwicklungsstadium und besitzt dementsprechend niedrige Fluggeschwindigkeiten und -reichweiten. Bild: Ben Smith, Wikimedia.org