Beim LBR iiwa handelt es sich um einen Leichtbauroboter, der – je nach Ausführung Traglasten von sieben oder 14 Kilogramm bewältigen kann. Der Roboter ist sensitiv, nachgiebig, präzise, flexibel und mit einer Mechanik und Antriebstechnik für den industriellen Einsatz ausgestattet. Mit ihm können, nach Angaben des Unternehmens, feinfühlige und komplexe Montageaufgaben automatisiert werden, bei denen der Einsatz von Robotern bisher nicht möglich war. Dies eröffnet völlig neue Möglichkeiten der Automatisierung in Zusammenarbeit mit den menschlichen Kollegen.

Auch dieser Roboter soll den Kunden maximale Flexibilität bieten. Daher wurde er nun mobil gemacht und KMR iiwa getauft, wobei KMR für Kuka Mobile Robotik steht. Damit kombiniert das Unternehmen die Stärken des LBR iiwa mit einer mobilen und autonomen Plattform. „So wird der Roboter zum ortsunabhängigen, hochflexiblen Produktionsassistenten mit uneingeschränktem Arbeitsraum – eine ideale Voraussetzung für die Anforderungen der Industrie 4.0“, so Jakob Berghofer, Produktmanager LBR iiwa. Die Plattform ist mit den speziell entwickelten Mecanum-Rädern aus dem Stand in jede Richtung verfahrbar. Roboter und Fahrzeug werden mit der multikinematikfähigen Steuerung Kuka Sunrise betrieben, was die Bedienung und Nutzung in der Praxis vereinfacht. Zusätzliche Umgebungsscanner und Ultraschallsensoren am Fahrzeug ermöglichen die Erkennung und Umfahrung von Hindernissen. Die verwendeten Li-Ion Batterien versorgen Fahrzeug und Roboter direkt mit Strom. Mit der von KUKA selbst entwickelten Navigations-Software bewegt sich der KMR iiwa damit völlig autonom ohne Kabelverbindungen frei im Raum.

Bei Fanuc klingen die Weiterentwicklungen, die den CR-35iA zu einem kollaborativen Roboter machen zunächst recht simpel. Markus Goos, Produktspezialist bei Fanuc Deutschland klärt auf: „Unter der grünen Haut des CR-35iA steckt ein Roboter aus der Serie, ein M-20iA/35M.“ Denn bei dem Unternehmen hat man sich auch bei dieser Entwicklung an der Maxime orientiert, möglichst viele Standards zu haben. „Durch die grüne, weiche Haut und die Verwendung eines zusätzlichen Kraftsensors wird der Roboter dann zu einem kollaborierenden Roboter“, so Goos. Konstruktiv gibt es also wenig Unterschiede. Die liegen woanders: „Die einschlägige DIN/ISO 10218 fordert, dass der Roboter nicht nur eine Kraftsensorik haben, sondern auch in der Geschwindigkeit begrenzt sein muss. Im kollaborierenden Modus ist der CR-35iA auf eine Verfahrgeschwindigkeit von 250 Millimeter pro Sekunde begrenzt. Mit zusätzlichen Sicherheitseinrichtungen, wie etwa Lichtschranken, kann der Roboter auch mit 750 Millimeter pro Sekunde betrieben werden“, erläutert Markus Goos die Besonderheiten, die den Roboter für die Zusammenarbeit mit Menschen geeignet machen. Auch der CR-35iA eignet sich für Montageaufgaben, er kann jedoch Traglasten von bis zu 35 Kilogramm bewältigen, was es ihm möglich macht, zum Beispiel Ersatzreifen in Autos zu verstauen.

In Sachen zukünftige Weiterentwicklungen ist noch alles offen, da Fanuc zentrale Komponenten selbst entwickelt und produziert. Daher weiß Markus Goos, wenn man ihn nach möglichen technischen Weiterentwicklungen befragt: „Uns stehen da alle Entwicklungsrichtungen offen und wir können bei Bedarf sicher schnell reagieren. Deswegen: Denkbar ist vieles. Bei den Traglasten ist eine Abrundung der Modellpalette nach unten wahrscheinlicher als nach oben. Was die Einschränkung des technisch Machbaren durch Normen und Gesetze betrifft, sehen wir in solchen Vorgaben eher Entwicklungsanreize als Hindernisse.“ Bereits im Oktober zur EMO gab es ein paar neue Features und Ideen. „Wir erweitern die Hand Guidance Function, mit der der Roboter von Hand verfahren wird und so eine Bahn programmiert werden kann. Diese Funktion wird jetzt über das karthesische Bezugssystem hinaus auf Drehbewegungen ausgedehnt“, so Goos. Er ergänzt: „Zudem werden wir die Kombination aus zwei interessanten Techniken zeigen: einen kollaborativen Roboter CR-35iA in einer Bin-Picking-Anwendung mit Fanuc-eigenem Visionsystem.“

Der Markt ist bereit

Der Markt bietet also bereits konkrete Lösungen für Roboter an, die tatsächlich im Stande sind, in direkter Nähe mit den Menschen zusammen zu arbeiten. Stellt sich nur die Frage: Wie nehmen sie ihre neuen Kollegen so an? „Über Erwarten gut“, resümiert Markus Goos. Zahlreich seien die Anfragen aus der Automobilindustrie, wo man sehr daran interessiert ist, sogenannte rote Arbeitsplätze zu eliminieren. Goos erklärt: „Bei solchen Einsätzen erfüllen kollaborative Roboter wie der CR-35iA ein ganz klassisches Ziel der Automatisierung: die Humanisierung von Arbeitsplätzen“. Überraschend viele Anfragen habe das Unternehmen auch aus der allgemeinen Industrie, vor allem für Handling-Aufgaben in der Logistik. Hierfür wird gerade eine entsprechende Demo-Anlage aufgebaut. Bei ABB gibt man sich ein klein wenig verhaltener: „Der Markt der kollaborativen Robotik ist, gemessen am Gesamtmarkt der Industrieroboter, mit einem Anteil von unter fünf Prozent noch relativ klein“, schätzt Phil Crowther die Lage ein. „Wir gehen aber davon aus, dass die Bedeutung kollaborativer Roboter in den nächsten Jahren rasant an Fahrt aufnehmen wird und sich diese Systeme auch neue Industriezweige, die bislang noch nicht automatisiert haben, erschließen werden.“ Die Nachfrage sei jedoch bereits heute sehr groß und während und nach der Hannover Messe habe das Unternehmen eine unglaubliche Resonanz erlebt.

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