Roboter operiert Mensch, Bild: DLR

Der Roboterarm MiroSurge vom DLR operiert Menschen minimal-invasiv. Bild: DLR

Serviceroboter im Medizinbereich gehören zu den teuersten Robotern überhaupt. IFR zufolge wird der Markt in den nächsten vier Jahren um durchschnittlich etwa 25 Prozent pro Jahr wachsen. Das größte Anwendungsgebiet der Medizinroboter sind derzeit chirurgische Systeme. Das größte Potenzial sehen Fachleute allerdings in Logistiksystemen für Krankenhäuser: Die laufenden Kosten ließen sich damit um bis zu einem Fünftel reduzieren. So ist das Ziel des EU-Projekts Ropod, intelligente und menschenfreundliche automatisierte Fahrzeuge zu entwickeln, um Kostenbedenken und Altlasten in Pflegeeinrichtungen zu überwinden.

Roboter in der Medizintechnik (Quelle: automatica)

Exoskelette erfahren ebenfalls starkes Wachstum. Sie unterstützen Arbeiter ergonomisch bei schwerer körperlicher Arbeit. So bleiben Arbeiternehmer länger gesund und arbeitsfähig – bis zum Renteneintritt. Zu den Vorreitern in diesem Bereich gehören Noonee, Laevo sowie die EU-Projekte Spexor und Robo-Mate.

In der Landwirtschaft werden Serviceroboter darauf ausgelegt, im Zusammenspiel mit dem Menschen nachhaltig den Ertrag zu steigern. Die Automatisierung von Ackerbau und Viehzucht nimmt zu. Anwendungsorientierte Projekte wie beispielsweise MARS (Mobile Agricultural Robot Swarms, mobile Feldroboterschwärme) legen Fokus auf kleine intelligente unbemannte Landfahrzeuge, die Bodenverdichtung und Energieverbrauch reduzieren und den Einsatz von Saatgut, Düngemitteln und Pestiziden verringert. Ein anderes EU-finanziertes Projekt, SAGA, entwickelt mit Sensoren ausgerüstete Drohnen, um Landwirten in der Präzisionslandwirtschaft deutlich informiertere Entscheidungen zu ermöglichen.

Roboter auf dem Feld: ke NEXT TV berichtet über moderne Technik in der Landwirtschaft

Servicerobotik boomt

„Serviceroboter sind längst nicht mehr nur ein Forschungsthema. Im Business-to-Business Bereich bietet eine Vielzahl marktreifer Produkte und Lösungen dem Anwender einen konkreten Nutzen mit einem direkten Geschäftsvorteil“, sagt Klaus Kluger, Geschäftsführer der Omron Electronics GmbH für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Europa dominiert dieses Feld und bietet Gelegenheiten für Investitionen, muss aber auch die Interoperabilität und Effektivität der Systeme sicherstellen.

Laut IFR wuchs die Anzahl der verkauften professionellen Serviceroboter im Jahr 2016 um 24 Prozent. Für das kommende Jahr wird eine Steigerung des Absatzes um 17 Prozent und für die Jahre 2018 bis 2020 ein jährliches Plus zwischen 20 und 25 Prozent erwartet. Der Umsatz mit professionellen Servicerobotern weltweit betrug 2016 4,67 Milliarden USD. Das starke Wachstum ermöglicht auch die Entwicklung eines breiten Spektrums an Basistechnologien, wie zum Beispiel Softwarelösungen – das aktuelle Ziel des EU-Projekts RobMoSys. Gleichzeitig steigt der Bedarf an Mensch-Roboter-Interaktion, zumal Serviceroboter für persönlichen und häuslichen Einsatz an Beliebtheit gewinnen.

Schätzungen der IFR zufolge werden bis zum Ende des Jahrzehnts mehr als 42 Millionen Unterhaltungs- und Haushaltsroboter in unsere Haushalte einziehen. „Zukunftsvisionen zeigen hochkomplexe Haushaltsroboter mit deutlich höherem Nutzen und breiterem Einsatzgebiet“, sagt Martin Hägele, Leiter der Abteilung Roboter- und Assistenzsysteme am Fraunhofer IPA.

Der Ausstellungsbereich Professionelle Servicerobotik auf der automatica 2018 wird die rneuesten technologischen Entwicklungen für den B2B-Bereich präsentieren. Von Robotern in der Kundeninformation – die von Einzelhändlern und Museen als Informationsanbieter immer mehr genutzt werden – bis zu den neuen Robotern für die Lieferketten und Vertriebszentren des digitalen Zeitalters. hei