SMM-Flaggen, Bild: Bild: HMC/WA/SMM

Steife Brise auf dem Schiffbaumarkt, trotzdem ist die SMM 2016 ausgebucht. Bild: HMC/WA/SMM

Das alles überstrahlende Thema der diesjährigen SMM (Shipbuilding, Machinery & Marine Technology Messe) vom 6. bis 9. September 2016 ist die Digitalisierung, knapp gefolgt von grüner Antriebstechnik. Letzteres hängt einerseits mit dem Konkurrenzkampf der Schifffahrtsunternehmen zusammen, die über geringeren Treibstoffverbrauch ihre Betriebskosten drücken. Andererseits sind verschärfte Abgasvorschriften durch Gesetzgeber und IMO langfristig unvermeidlich. Daher gibt es erstmals eine eigene Halle für emissionsarme Antriebsarten: In der neu dazugekommenen A5, am Westeingang des Hamburger Messegeländes, stellen die Hersteller LNG-Motoren, Hybridsysteme, Brennstoffzellen und dergleichen auf 3500 Quadratmetern aus.

Grün und digital – diese zwei Themen ziehen sich wie ein roter Faden durch das Veranstaltungs- und Ausstellungsprogramm. Einer der Gründe, warum die Branche nun so deutlich auf Vernetzung setzt, wurde auf der Vorpressekonferenz zur SMM am 2. Juni 2016 deutlich. Dort zeichnete Martin Stopford, Non-Executive President of Clarksons Research Services, in einem Vortrag ein düsteres Bild von den aktuellen Marktentwicklungen. Niedriges Fracht- und Charterratenniveau, erhöhter Kostendruck und immer strengere Umweltauflagen würden die Unternehmen vor große Herausforderungen stellen, lautete die Botschaft. 2016 hätten die Werften die geringsten Auftragseingänge für Schiffsneubauten seit den 1980er Jahren erhalten, berichtete Stopford. Werften und Zulieferer hätten noch ein schwieriges Jahr vor sich, ist der Marktforscher überzeugt.

Einen Ausweg sieht er vor allem im „Smart Shipping“. Hier erkennt er Potenzial für die Optimierung des Flottenbetriebs und die Steigerung der Produktivität. Allerdings bieten digitale Systeme mehr Angriffsflächen für Cyberattacken, was sich auch im Rahmenprogramm der Messe widerspiegelt.

Diskussionswürdige Themen

Eine Serie eintägiger Kongresse begleiten die Messe. Den Anfang macht der Martime Future Summit. Er findet zum ersten Mal am Tag vor der Messe-Eröffnung statt, am 5. September 2016. Dabei werden Vertreter aus der Industrie diskutieren, wie Schiffbau in Zukunft aussehen wird und welche Möglichkeiten sich aus der Digitalisierung und Automatisierung ergeben.

  • Am ersten Messetag, dem 6. September, haben die Veranstalter den Global Maritime Environmental Congress geplant. In den Vorträgen und Diskussionen geht es unter anderem um Abgase, Big Data im Zusammenhang mit Umweltschutz sowie Kraftstoffe wie LNG und seine Alternativen.
  • Am nächsten Tag, dem 7. September, dreht sich alles um Sicherheit, genauer gesagt um den Schutz der Crew, Piraterie, Cyberattacken sowie Hafensicherheit.
  • Beim Offshore-Dialog am 8. September diskutieren Experten Unterwasser-Technologie, Mitarbeiter-Themen wie Gesundheit und Sicherheit sowie Herausforderungen und Möglichkeiten der Digitalisierung bei Offshore-Plattformen.
  • Der 9. September ist der Stellensuche gewidmet. Für Studenten gibt es an diesem Tag 50 Prozent Rabatt auf den Eintrittspreis.

Die reguläre Teilnehmergebühr beträgt 490 Euro, ein Dauerticket zur Messe ist dabei inbegriffen. Studenten zahlen einen ermäßigten Preis von 50 Euro.

Um den Besuchern die Orientierung zu erleichtern, hat die Messeleitung zu den wichtigsten Themen jeweils eine Laufroute durch die Ausstellung zusammengestellt. Es stehen zur Wahl: Karriere, Digitalisierung, Grüne Schifffahrt und Sicherheit. Die Leitsysteme sind online und in der SMM-App ersichtlich.

Veranstalter rechnen mit vollen Messehallen

Beim letzten Mal, im Jahr 2014, erreichte die SMM Rekordzahlen. Trotz der Krise, welche die Branche fest im Griff hat, rechnen die Veranstalter in diesem Jahr mit ähnlichen Zahlen, wenn auch nicht mit neuen Rekorden. Mehr als 2100 Aussteller haben sich für das ausgebuchte Messegelände in Hamburg angemeldet. Etwa 50.000 Fachbesucher aus rund 100 Ländern sollen die Ausstellung 2016 bevölkern.

Auf der Vorpressekonferenz im Juni zeigte sich Bernd Aufderheide, Vorsitzender der Geschäftsführung der Hamburg Messe und Congress, zuversichtlich. „Die Branche war immer dann stark, wenn sie an einem Strang gezogen und auf Innovationen gesetzt hat. Bei der SMM 2016 wird dieser Geist deutlich zu spüren sein“, sagte er.

Geländeplan der SMM 2016 in Hamburg, Bild: Bild: HMC/SMM
Direkt am Westeingang ist neu die Halle A5 hinzugekommen, in der emissionsarme Antriebstechnik ausgestellt wird. Bild: HMC/SMM