| von Angela Unger
Navigations- und Kommunikationssysteme, Bild: Hamburg Messe und Congress/Stephan Wallocha
Navigations- und Kommunikationssysteme sowie Überwachungssystem sind wichtige Branchen der SMM. Bild: Hamburg Messe und Congress/Stephan Wallocha

Bereits am Vortag der SMM, also am 3. September, beleuchtet der zweite Maritime Future Summit die Trends und neuesten Entwicklungen in puncto Automation, Digitalisierung und Datenmanagement. Dabei diskutieren hochkarätige Experten unter anderem, wie sich die Digitalisierung und andere Megatrends sinnvoll nutzen lassen, um Schifffahrt und Schiffbau transparenter, effizienter und damit fit für die Zukunft zu machen. Aber auch weitere Zukunftsthemen werden Diskussionsgegenstand sein, wie beispielsweise die Frage, wie Künstliche Intelligenz und die Nutzung von digitalen Zwillingen die Arbeit einer Klassifikationsgesellschaft verändern und welche Strukturveränderungen die 3D-Drucktechnologie und die Automatisierung der Prozesse durch Algorithmen und Roboter zur Folge haben werden. „Die Entwicklung und Verbreitung von cloudbasierten Technologien und Computer-Performance wird nicht nur verändern, wie wir unsere Daten managen, sondern auch, wie wir Schiffe und ihre Komponenten konstruieren, bauen und testen,“ sagte Knut Ørbeck-Nilssen, Vorsitzender des internationalen Verbands der Klassifikationsgesellschaften (IACS) und Chef von DNV GL – Maritime anlässlich der Vorausspressekonferenz der SMM.

Navigation, Bild: Hamburg Messe und Congress/Stephan Wallocha
Bild: Hamburg Messe und Congress/Stephan Wallocha

Ein Beispiel dafür ist das Schmallenberger Unternehmen Transfluid Maschinenbau. Der Spezialist für Rohrbiege- und Rohrbearbeitungsmaschinen wird in Halle B2.EG, Stand 324, zeigen, wie digitale Lösungen zur wirkungsvollen Planung von Kapazitäten und Prozessen im internationalen Schiffbau und Offshore-Bereich beitragen. Dafür verbindet der Hightech-Maschinenbauer seine Biegetechnologien für große Rohrdurchmesser mit praxisorientierter Online-Vernetzung. So berechnet etwa die Software ‚t project‘ für das Biegen am geraden Rohr mit angeschweißten Flanschen vorab die exakte Orientierung dieser Flanschen. Mobile Messsysteme ermitteln digitale Daten vor Ort, zum Beispiel um Passrohre exakt zu vermessen. Mehr Freiheit im Praxiseinsatz vor Ort schafft die mobile Tablet-Version der Software, ‚t project Draft‘. Auch eine mobile Datenerfassung über ein sehr leichtes, transportables Messsystem ist möglich. Damit können Daten, beispielsweise von Passrohren, ermittelt werden – sowohl die Verlaufsgeometrie als auch die Flanschen und die Flanschstellung.

Die Konferenzen

Von Tiefseebergbau bis zur Digitalisierung

  • Der Maritime Future Summit beleuchtet die Trends und neuesten Entwicklungen in puncto Automation, Digitalisierung und Datenmanagement bereits am Messevortag, also dem 3. September.
  • Das TradeWinds Shipowners Forum, eine interaktive, von einer Expertenkommission geführte Diskussion, findet am 4. September statt (begrenzte Teilnehmerzahl)
  • Am globalen, martimen, ökologischen Kongress gmec können Interessierte am 5. September teilnehmen.
  • Tiefseebergbau und Polarforschung stehen am 6. September beim Offshore Dialogue im Mittelpunkt.
  • Die MS&D, die internationale Konferenz für maritime Sicherheit und Verteidigung, öffnet am 6. und 7. September 2018 ihre Pforten.

Knackpunkt Cyberkriminalität

Besucher, Bild: Hamburg Messe und Congress/Stephan Wallocha
Eine Besucherin informiert sich über Schiffselektronik. Bild: Hamburg Messe und Congress/Stephan Wallocha

Doch neben ihren Vorteilen zeitigt die zunehmende Vernetzung auch ihre Schattenseiten. Denn wo sensible Daten gehandhabt werden, sind Hacker oft nicht weit. Laut dem Global Risk Report 2018 hat sich die Zahl der Cyberattacken auf Unternehmen in den letzten fünf Jahren nahezu verdoppelt. Auch die Schifffahrt blieb davon nicht verschont. Im vergangenen Jahr erwischte es Branchenprimus Maersk: Hacker legten große Teile des IT-Systems lahm. Zwischen 250 und 300 Millionen Dollar büßte die dänische Reederei dadurch ein. Wie sich maritime gegen diese Bedrohung schützen können, erklären Experten auf der internationalen Konferenz für maritime Sicherheit und Verteidigung MS&D.

Messeplan, Grafik: Hamburg Messe und Congress
Für Messebesucher, die sich alle 13 Messehallen anschauen wollen, heißt es: viel laufen. Dafür gibt es auf der Messe alle Facetten der maritimen Industrie zu sehen. Grafik: Hamburg Messe und Congress

Wer vor lauter drängenden Fragen nicht mehr weiß, wo ihm der Kopf steht, darf zumindest in einer Hinsicht beruhigt sein: Damit Besucher schnell zu den für sie relevanten Ausstellern finden – immerhin zeigen insgesamt über 2.200 Aussteller ihre Produkte und Lösungen – hat der Messeveranstalter passende Themenrouten eingerichtet. Anhand der digitalen Route, der grünen Route, der Sicherheitsroute oder der Jobroute sowie der neuen Kreuzfahrt- und Fährenroute (Cruise & Ferry Route) können Besucher die Aussteller effizient finden. Die letzte Route dreht sich übrigens um alles, was für den modernen Schiffbau gebraucht wird – vom Maschinenraum über die Brücke bis hin zur Kabinenausstattung. Und für alle, denen am Ende eines langen Messetages die Füße qualmen, hat der Messeveranstalter Shuttles eingerichtet: zum Flughafen oder zum Hotel. Dort kann man dann entspannt die Eindrücke Revue passieren lassen.