Gleitlager - Bild: Igus

Neue wartungsfreie Gleitlager und ein intelligenter Verschleißsensor sorgen für eine höhere Lebensdauer in der P4.1-Rollenkette für Kran- und Portalanlagen. Bild: Igus

Ein optionaler Sensor ermöglicht zudem die vorausschauende Wartung. Um die Anlagenverfügbarkeit von Krananlagen und Portalen zu steigern, hat der in Köln ansässige Kunststoffspezialist Igus jetzt seine Kernkompetenzen aus den Bereichen Gleitlagertechnik und Energieketten kombiniert. Das Ergebnis, die P4.1-Rollenkette für lange Verfahrwege hat der Spezialist auf der jüngsten Hannover Messe präsentiert. Dabei ist das System P4 bereits seit vielen Jahren die Lösung wenn es um anspruchsvolle Anwendungen geht.

Bewährte und jetzt optimierte Lösung

In über 1000 Kran- und Portalanwendungen weltweit, bei Verfahrwegen bis 800 Metern, hohen Geschwindigkeiten von über fünf Metern die Sekunde und mehreren Millionen Zyklen mit geringen Vibrationen und Verfahrgeräuschen hat sich die P4 Rollenkettenserie bereits bewährt. Mittels im Kettenglied integrierter Rollen wird die Reibung auf ein Minimum reduziert und die Lebensdauer maximiert. Durch Versatz zwischen Obertrum und Untertrum werden die Kunststoffrollen nicht überrollt, sondern rollen aneinander vorbei, um einen besonders ruhigen Lauf zu ermöglichen. Daraus resultierend sinkt der Reibwert und die Antriebsleistung reduziert sich um 57 Prozent. Anwender wie der weltweit größte Kranbauer ZPMC setzen bereits seit vielen Jahren auf die zuverlässige Profil-Rollenkette.

Hintergrundinfos

Über das Unternehmen

  • Igus ist ein weltweit führender Hersteller von Energiekettensystemen und
    Polymer-Gleitlagern.
  • Das familiengeführte Unternehmen mit Sitz in Köln ist in 35 Ländern vertreten und beschäftigt weltweit 3800 Mitarbeiter.
  • 2017 erwirtschaftete das Unternehmen mit Motion Plastics, Kunststoffkomponenten für bewegte Anwendungen, einen Umsatz von 690 Millionen Euro.
  • Der Hersteller betreibt, nach eigener Aussage, die größten Testlabore und Fabriken in seiner Branche, um dem Kunden innovative auf ihn zugeschnittene Produkte und Lösungen in kürzester Zeit anzubieten.
  • Auch auf der SMM in Hamburg wird der Hersteller in Halle B6, am Stand 423, seine Lösungen präsentieren.

Verschmelzung zweier Kernkompetenzen

Durch den Einsatz neuer schmiermittel- und wartungsfreier Gleitlager aus Hochleistungskunstoffen hat der Kölner Kunststoffspezialist die E-kette nun weiter entwickelt. Dahinter steckt jahrzehntelange Erfahrung. Denn seit 1964 entwickelt und produziert Igus Hochleistungskunststoffe für schmiermittelfreie Gleitlager und robuste E-ketten. Durch die Erfahrung aus beiden Bereichen und die Erforschung neuer Kunststoff-Compounds gelang es den Entwicklern, die P4.1-Rollenkette weiter zu optimieren, um die Anlagensicherheit und -verfügbarkeit wesentlich zu steigern: In jeder Verbindung der Kettenglieder befindet sich eine Lagerstelle für eine Schwenkbewegung. Diese wurde jetzt neu mit einem wartungsfreien Tribopolymer-Gleitlager ausgestattet und damit die Lebensdauer mehr als verdoppelt. So können beispielsweise Containerkrane in Häfen jetzt Lebensdauererwartungen von mehr als 15 Jahren beziehungsweise 20.000 und mehr Betriebsstunden, bei geringem Wartungsaufwand und hoher Ausfallsicherheit, erreichen.

 Doch nicht nur das neue, wartungsfreie Tribopolymer-Gleitlager sorgt für eine bessere Anlagenverfügbarkeit. Optional kann die neue P4.1 mit smarten Überwachungssensoren, beispielsweise mit einem Verschleißsensor für die neu eingesetzten Gleitlager, ausgestattet werden. Dieser kann ab einer definierten Verschleißgrenze ein Signal an das Igus-Icom-Kommunikationsmodul ausgeben, mit dem sich die Wartung vorausschauend planen lässt.

Möglich: dynamische Lebensdauervoraussage

Dabei lassen sich die Daten des Icom-Moduls je nach Kundenwunsch unterschiedlich nutzen: Mit einer direkten Einbindung in die vorhandene Softwareumgebung und Intranetlösung für eine reine Wartungsmeldung oder mit der Anbindung an das Igus-Datacenter für eine intelligente und dynamische Lebensdauervoraussage. In diesem Fall werden die Wartungsempfehlungen via Machine Learning und KI-Algorithmen ständig mit den Erfahrungen aus vielen laufenden Anwendungen abgeglichen und präzisiert. Und noch einen weiteren Vorteil gibt es: Durch die intelligente Vernetzung der P4.1-Rollenkette kann der Instandhalter jederzeit an jedem Ort auf die Lebensdauerdaten der Energiekette zugreifen. aru