IT-Experten fehlen, Bild: Bitkom

Kräftig gestiegen ist die Nachfrage nach Entwicklern mit Kenntnissen rund um Industrie 4.0 – diese werden von 35 Prozent der Unternehmen mit Stellen für Entwickler nachgefragt, vor einem Jahr lag der Anteil nur bei 23 Prozent. Bild: Bitkom

Laut Bitkom verschärft sich der Mangel an IT-Fachkräften in Deutschland weiter. Waren es 2015 noch 43.000 Stellen, die auf Grund fehlender qualifizierter IT-Fachkräfte nicht besetzt werden konnten, so stieg die Zahl der Vakanzen im Jahr 2016 auf 51.000 an. Der Digitalverband Bitkom, legte diese Studie gestern vor, bei der mehr als 1500 Geschäftsführer und Personalverantwortliche von Unternehmen aller Branchen befragt worden waren.

Bernhard Rohleder, Bild: Bitkom
„Unternehmen aus traditionellen Branchen entwickeln sich zu Digitalunternehmen, die verstärkt entsprechende Kompetenzen benötigen und qualifizierte Mitarbeiter suchen“, sagt Bernhard Rohleder vom Branchenverband Bitkom. Bild: Bitkom.

„Der Fachkräftemangel hat die Marke von 50.000 Stellen übersprungen, Unternehmen aller Branchen suchen händeringend IT-Experten. Wir brauchen Digitalexperten, vom Software-Entwickler über den IT-Sicherheitsspezialisten bis zum IT-Berater, um die digitale Transformation in Deutschland erfolgreich gestalten zu können“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder.

Gerade im Bereich der Entwicklung von Industrie-4.0-Lösungen ist die Nachfrage im letzten Jahr gestiegen. Mittlerweile suchen 35 Prozent der Unternehmen aus der Branche Fachkräfte, die die Vernetzung der Industrie vorantreiben. im Jahr zuvor waren es mit 23 Prozent vergleichsweise weniger gewesen.

Doch auch darüber hinaus ist die Nachfrage nach IT-Experten ungebrochen. IT-Dienstleister haben derzeit 17.400 STellen zu vergeben, in der Kommunkationstechnik und Unterhaltungselektronik werden 2.200 IT-Experten gesucht und auch die Nachfrage bei den digitalen Unternehmen suchen nach Entwicklern, die sich mit Big Data, Cloud Computing und App-Entwicklung auskennen. Stoff genug also für Diskussionen auf dem anstehenden IT-Gipfel am 16. und 17. November 2016.

Der zehnte IT-Gipfel

Der IT-Gipfel findet 2016 unter dem Motto "Lernen und Handeln in der digitalen Welt" statt und wird die Möglichkeit geben über die im März 2016 von der Bundesregierung iniitierte Digitale Strategie 2025 zu debattieren. Dort wird die breigefächerte Unterstützung der "mittelständischen Wirtschaft" im Prozess der Digitalisierung forciert, damit diese "ihre Marktposition behaupten und neue Märkte erobern können". Das soll sowohl Hilfen bei der Analyse und Beratung einschließen, wie auch die Personal- und Organisationsentwicklung und den Anschub von Investitionen und IT-Umsetzungprojekten in kleinen und mittelständischen Unternehmen.

Denn zugleich zeigen Events, wie die 25. Automation Fair des amerikanischen Unternehmens Rockwell Automation in den vergangenen Tagen, wieso die deutsche Industrie hier am Ball bleiben muss. Die Industrieunternehmen stehen weltweit vor der Herausforderung der Digitalisierung. Die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer haben dafür gute Voraussetzungen, werden ihre bestimmende Stellung in der Industrie jedoch nur verteidigen können, wenn sie nun in Kooperation mit gut ausgebildeten Fachkräfte aus der Informationstechnik die Industrie weiterentwickeln.