China wird 2015 Partnerland der CeBit, Bild: Deutsche Messe

China wird 2015 Partnerland der CeBit. Im Bild: Oliver Frese, Mitglied des Vorstands der Deutschen Messe AG (vorne links), und Dr. Gong Xiaofeng, Executive Vice Chairman vom CCPITECC (vorne rechts) bei der Unterzeichung des Partnerschaftvertrags. Bild: Deutsche Messe

Zur CeBIT 2015 kommen jetzt über 600 Aussteller, die 15.000 Quadratmeter Fläche in neun Hallen belegen, so Messe-Vorstand Oliver Frese. “China wird das erfolgreichste CeBIT-Partnerland aller Zeiten sein.”. Ein 3000 Quadratmeter großer China-Zentralstand befindet sich in Messehalle 6.

Auf den verschiedenen chinesischen Gemeinschaftsständen mit vielen kleinen Ständen, die jedoch oft große Konzerne mit tausenden von Mitarbeiter präsentieren, gibt es zumeist elektronische Teile und Zubehör in einer enormen Vielfalt zu sehen. Aber auch immer mehr Endgeräte und komplexe elektronische Systeme kommen mit chinesischen Konzernen.

Einige chinesische Konzerne präsentieren sich auch mit großen aufwändigen Messeständen, die sich kaum von den bekannten internationalen Marktführern unterscheiden. Diese Konzerne möchten internationale Marken etablieren. „Made in China“ soll zukünftig auch für Hightech und Qualität stehen. Dies zeigt sich nicht nur auf den Messeständen, sondern auch auf einer Reihe von Begleitveranstaltungen. Am ersten Tag der CeBIT veranstaltet die Messegesellschaft den China Germany ICT Summit, bei dem Spitzenvertreter aus beiden Ländern die aktuelle Lage der IT besprechen sollen.

Keynote von Jack Ma, Gründer von Alibaba

Alibaba Group Logo, Bild: Alibaba Group
Der bescheiden auftretende Jack Ma, Gründer und CEO der Handelsplattform Alibaba, ist Keynote-Redner auf der CeBIT-Eröffnungsfeier. Bild: Alibaba Group

Der bescheiden auftretende Jack Ma, Gründer und CEO der Handelsplattform Alibaba.com, ist Keynote-Redner auf der CeBIT-Eröffnungsfeier. Es wird der erste, öffentliche Auftritt des Firmenchefs in Deutschland sein, so die Hannover Messe.

Alibaba war in Europa vor kurzem noch weitgehend unbekannt. Das Handelsportal aus Hangzhou bei Shanghai stellte auf der CeBIT schon seit einigen Jahren in eher bescheidener Form aus. Das Geschäftsmodell dieser Onlineblattform mit diesem merkwürdigen Namen verstand kaum jemand. Vergangenes Jahr legte Alibaba dann den größten Börsengang der Menschheitsgeschichte aufs Parkett. Jetzt ist der Internetgigant, eine Mischung aus Amazon, eBay und Google, dabei den Weltmarkt zu erobern.

Auf seiner Visitenkarte nennt sich der Alibaba-Gründer „Feng Qingyang“. Dies ist ein Name aus der Kampfkunst-Novelle „Der lächelnde, stolze Wanderer“. Ein mutiger Schwertkämpfer soll diese Figur gewesen sein, sie steht für die Macht eines Windes, die alles Böse austreibt. Das chinesische Wort „feng“ kann, etwas anders geschrieben, auch „irre“ bedeuten oder „absolut perfekt“. Dies widersprüchlich wirkende Wortspiel beschreibt den Charakter von Ma sehr treffend, berichten enge Mitarbeiter.

Die Person Jack Ma

Mitten in der Kulturrevolution kam Ma als Kind von Schaustellern in Hangzhou in der Nähe von Shanghai zur Welt. Er tritt bei Veranstaltung oft mit unförmig wirkenden Großvaterhosen, ein Relikt dieser Zeit, auf. Oder fällt in das andere Extrem und unterhält aufwändig als Lady Gaga oder Schneewittchen geschminkt seine Angestellten mit Popsongs.

Sehen Sie hier im Video von Bloomberg, wie "speziell" Jack Ma ist

Ma´s Erfolgsrezept zur Weltspitze ist, fast alle gängigen Regeln von Unternehmensberatern zu missachten und neue, eigene Wege zu gehen. Zu Beginn seiner Arbeit hatte er keinesfalls vor einen riesigen Börsengang hinzulegen, erklärte Ma.

In Hannover ist keine derartig bombastische Bühnenschau zu erwarten. Doch die Fachwelt möchte hören, wie Ma nach China den Weltmarkt des Internethandels aufrollen möchte, was er mit seinen Börsenmilliarden vorhat. Sie ist gespannt welche Lösungen von Alibaba für das Modernisierungskonzept Industrie 4.0 hat. Industrie 4.0 beginnt bei der Beschaffung und bei dem Onlinehandel für Industrieprodukte dürfte Alibaba bereits weltweit führend sein.