Intersolar 2011 1

Alles begann 1991 mit einer Tagesveranstaltung des Arbeitskreises für Umwelttechnologie, auf der über die Nutzung der Sonnenenergie nachgedacht wurde. Heute, nach 20 Jahren, ist daraus die internationale und weltgrößte Fachmesse der Solarbranche hervorgegangen: die Intersolar Europe, die vom 8. – 10. Juni 2011 mit den Schwerpunkten Netzintegration und Speicher in München stattfinden wird.

Zukünftig werden Wechselrichter mithelfen, die Spannung und Frequenz zu stabilisieren, indem sie unter anderem Blindleistung einspeisen können. Sie werden so der wichtigen Aufgabe nachkommen, aktiv zu stabilen Netzen beizutragen. Allein dadurch lassen sich nach neueren Studien bis zu 200 Prozent mehr Photovoltaikleistung an das Stromnetz anschließen. Die formulierten Ziele des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) können entsprechend verfolgt werden.

Für die Infrastruktur wirkt es sich entlastend aus, wenn die Besitzer von Photovoltaikanlagen einen erhöhten Anteil ihres Solarstroms selbst verbrauchen. Zur Steigerung der Eigenverbrauchsquote bieten immer mehr Hersteller Lösungen an, die den Stromverbrauch in die Zeiten der Solarstromerzeugung verschieben oder den erzeugten Solarstrom bis in die Abendstunden speichern. Da Solarstrom dezentral und mit der Sonnenstrahlung schwankend erzeugt wird, muss auch das Stromversorgungssystem an die neuen Rahmenbedingungen angepasst werden. So wird der Aufbau von intelligenten Stromnetzen durch die Weiterentwicklung von Kommunikationseinrichtungen, so genannten Smart Grids, ermöglicht. Diese binden alle Akteure des Strommarktes in ein Kommunikationsnetz ein, ermöglichen so die effiziente Steuerung des Gesamtsystems, erhöhen die Transparenz und machen die Stromversorgung kontrollierbar.

Solarkonferenz nebst Sonderausstellungen

Bereits zwei Tage vor und während der Messe findet vom 6. bis zum 10. Juni 2011 die Intersolar Europe Conference im Internationalen Congress Center München (ICM) statt. Neben den Themen Photovoltaik, PV-Produktionstechnik und Solarthermie beleuchten die insgesamt rund 200 Referenten der Intersolar Europe Conference die Entwicklung solarthermischer Kraftwerke und widmen sich der Zukunft aufstrebender und bestehender Absatzmärkte weltweit.

Messeeröffnung IntersolarWenn der Anteil photovoltaikerzeugten Stroms von heute drei Prozent bis zum Jahr 2020 auf über zehn Prozent wachsen soll, sind konkrete Maßnahmen zu benennen, um diese Ziele erfüllen zu können. Die Sonderschau PV Energy World (Halle B5, Stand B5.130) wurde hierfür erstmals initiiert. Dabei gehe es laut Veranstalter um eine erfolgreiche Netzintegration, die intelligente und flexible Lösungen erforderlich mache, um den Solarstrom einzuspeisen.

Zudem stelle die Sonderschau den deutschen Energiemix der Zukunft vor und zeige, welches Potential die Photovoltaiktechnologie hat. In den vier Themengebieten Smart Grid, Smart Building & E-Mobility, Smart PV- Cities sowie Smart PV-Technology & Economy soll verdeutlicht werden, welche technologischen und politischen Rahmenbedingungen zu stellen sind, um höhere Phototovoltaikanteile zu ermöglichen. Die Ausstellung soll durch Expertenvorträge und Podiumsdiskussionen entsprechend ergänzt werden.

Eine Sonderausstellung des Bundesverbandes Solarwirtschaft zeigt das deutsche Leistungsspektrum im netzfernen Bereich, also Off-grid-Anlagen. In Halle B5 (Stand B5.430) soll dazu vor allem ein internationales Publikum aus Entwicklungs- und Schwellenländern angesprochen werden, denn hier werden technische Lösungen zur Elektrifizierung öffentlicher Einrichtungen wie Schulen und Krankenhäuser im eher ländlichen Raum vorgestellt. Mitgliedsfirmen präsentieren hierfür verschiedene Off-grid-Komponenten: von Solarmodulen über Ladereglern, Wechselrichtern, Batterien bis hin zu kleinen Komplettlösungen.

Der Gemeinschaftsstand Solar Innovations bietet ein Forum für richtungsweisende Entwicklungen der Solarthermie und Photovoltaik junger mittelständischer Unternehmen. Zudem sollen in verschiedenen Länderpavillions internationale Firmen aus zwölf Nationen ihr Know-how präsentieren.

Produktneuheiten in diesem Jahr

Auf der Intersolar Europe 2011 wird sich eine große Auswahl an solartechnischen Produkten finden lassen, die in der Summe maßgeblich dazu beisteuern können, den Beitrag photovoltaikerzeugten Stroms zu erhöhen:

So wird Mastervolt mit dem Sunmaster CS30 auf der Intersolar Europe 2011 einen dreiphasigen Wechselrichter mit 30 kW Leistung in Halle B4, Stand 250 präsentieren. Laut Hersteller ist er der derzeit kompakteste Wechselrichter seiner Leistungsklasse. Das Gehäusedesign entspricht dem CS20, der 2010 mit einem Design-Award ausgezeichnet wurde. Er hat einen Wirkungsgrad von über 98,1 Prozent, verfügt über zwei MPP-Tracker und einen breiten Eingangsspannungsbereich mit 1000 Volt. Der Wechselrichter ist für die Außenanbringung mit einem IP65-Elektronikgehäuse ausgestattet und bietet damit optimalen Schutz gegen Wasser und Staub. Ein Grafikdisplay mit einem eingebauten 365-Tage-Datenlogger informiert über die Leistung. Er verfügt über einen wasserdichten AC-Stecker für eine schnelle und flexible Installation. Das Lüftungsmodul ist abnehmbar und damit leicht zu reinigen. Der CS30 ist in der Standardversion mit jedem kristallinen PV-Modul und mit ausgewählten neuen Dünnschicht-Modultypen kompatibel. Im Zusammenhang mit einem optionalen Transformator ist er für alle amorphen und Dünnschicht-Systeme geeignet.

Solon (Halle A4, Stand 380) stellt mit dem Solfixx ein neuartiges Photovoltaik-System speziell für industrielle Flachdächer vor. Modul und Unterkonstruktion bilden eine Einheit, die einfach, schnell und ohne die Dachbahn zu durchdringen montiert werden kann. Das flächenausgerichtete System sorgt für hohe Erträge pro Quadratmeter und eignet sich unter anderem für Dächer mit geringer Traglast, insbesondere etwa für Kunststoff- und Bitumendächer. Mit dem Produkt ist erstmals ein TÜV-zertifiziertes Flachdachprodukt auf dem Markt, bei dem Modul und Unterkonstruktion zu einer Einheit zusammengefasst sind. Bei der Montage wird zunächst die wannenartige Unterkonstruktion auf dem Dach verschweißt, abgespannt oder ballastiert. Das Modul wird dann lediglich in die Wanne geklickt. Werkzeug ist dafür nicht notwendig. Das Plug & Play-System ist rasch und unkompliziert zu montieren. Für einen sehr hohen Energieertrag sollen die Nutzung der Fläche, eine Neigung des Systems von zehn Grad und Module mit einem Wirkungsgrad von bis zu 14,7 Prozent sorgen. Das Produkt ist für sämtliche Dacheindeckungen und Leichtbaudächer ab 13,9 kg/m² Traglastreserve verwendbar. Die Module für das System sind in den Leistungsklassen von 255 bis 290 Watt erhältlich.

Speziell für Regionen mit extremer Kälte hat Deger Energie (Halle C4, Stand 120) einen beheizbaren Windwächter entwickelt, der ab Juni auf dem kanadischen Markt verfügbar sein soll. Die solaren Nachführsysteme erobern so zunehmend Regionen mit extremen Wetterverhältnissen. Auf Wunsch kanadischer Kunden und Installationspartner wurde jetzt ein Windwächter entwickelt, der bei bis zu 40 Grad minus voll funktionsfähig bleibt. Der Windwächter sorgt dafür, dass sich die Solarmodule bei zu starken Stürmen automatisch waagerecht stellen, um so weniger Angriffsfläche zu bieten. Das Gerät befindet sich derzeit in der CSA/UL-Zulassungsprozedur, um es auf dem US- und dem kanadischen Markt vermarkten zu können.

Donauer Solartechnik stellt ein neu entwickeltes Montagegestell der Eigenmarke Intersol vor: das System Futura Siplex mit Snap-in-Funktionen. Wie sich Solaranlagen mit dem neuen System montieren lassen, wird täglich in Halle B5, Stand 210 vorgeführt. Darüber hinaus werden Off-grid-Lösungen für eine autarke Stromversorgung unter allen örtlichen Gegebenheiten präsentiert. Das System soll Monteuren ein besonders leichtes Handling auf dem Dach ermöglichen. Es beinhaltet vormontierte Elemente und kann auf allen Dachtypen eingesetzt werden. Mit dieser Neuentwicklung führt das Unternehmen vormontierte Kreuzverbinder und Modul-Klemmen ein, die mit speziellen Clips in die Querträger eingeklickt werden und automatisch einrasten. Aufgrund der vorgefertigten Einzelteile verkürzt sich die Montagezeit.Gegenüber den bisherigen Montagesystemen können bis zu 20 Prozent Zeit eingespart werden. Besonders einfach kann das System auf Ziegeldächern montiert werden. Auf der Intersolar wird Donauer Solartechnik insbesondere über Produkte und Lösungen für Insel-Stromnetze informieren. Der Off-grid-Bereich des Fachgroßhändlers plant, liefert und montiert weltweit Systemlösungen für autarke Stromnetze mit Photovoltaik- oder Hybridversorgung. Mit dem neuen Mobile Solar Power System (MSPS) wird seit diesem Jahr einen Container angeboten, der eine komplette Photovoltaik-Stromversorgung enthält. Das mobile Energiesystem ist für extreme klimatische Bedingungen ausgelegt und nach einem Tag Aufbauzeit einsatzbereit. Der zehn oder 20 Fuß hohe Container und besitzt eine AC-Leistung von 16 bis 118 Kilowatt.

Unterschiedliche Nachführsysteme

Kemper Solar stellt in Halle C4, Stand 137 seine weiterentwickelten zweiachsigen Nachführsysteme vor. Der Typ Kemtrack wurde einem kompletten Facelift unterzogen und wird mit verbesserter Steuerung und erhöhter Stabilität vorgestellt. Dank einer weitgehend automatischen Fertigung mit Schweißrobotern und geringerem Materialeinsatz können die neuen Modelle zu attraktiven Preisen hergestellt werden. Herz der Tracker ist ein zentrales Tragrohr mit integriertem Elevationsantrieb. Dadurch wird eine optimierte Kraftverteilung über die gesamte Fläche des Trackers erreicht.

SKF, ein Komplettanbieter von Wälz- und Gleitlagern, Dichtungen, Mechatronik und Schmiersystemen, präsentiert in Halle C4 auf Stand 231 elektromechanische Nachführsysteme und präzise Gelenklager. Die Komponenten der elektromechanischen Nachführsysteme werden zur ein- oder zweiachsigen Nachführung der Solarpanels und -kollektoren eingesetzt. Das erhöht die Anlageneffizienz um bis zu 40 Prozent. Die Komponenten positionieren höchst präzise und vermindern durch einen reduzierten Schmierstoffverbrauch negative Einflüsse auf die Umwelt. Verfügbar sind sie für alle gängigen Solarsysteme. Die Nachführsysteme sind praktisch wartungsfrei, erhöhen damit die Verfügbarkeit der Anlagen und reduzieren die Gesamtkosten der Stromerzeugung. Zudem sind sie robust und damit auch bei extremen Bedingungen wie heißen Temperaturen, hoher Luftfeuchtigkeit oder starkem Wind problemlos einsetzbar.

Die abgedichteten Gelenklager, die für Solaranwendungen vorstellt werden, nehmen hohe Lasten auf und ermöglichen mit gleichmäßigen Bewegungen eine exakte Nachführung von Parabolwannen und Paneelen, um die Sonnen-energie effizient zu nutzen. Gegenüber rauen Umgebungsbedingungen sind Sie sehr robust.

Mp-tec stellt in diesem Messejahr in Halle B3, Stand 140 seine einachsige Nachführanlage Skytrap plus vor. Die Anlage ist mit bis zu 26 Quadratmetern Modulfläche die größte Nachführanlage, die das Solarsystemhaus bislang entwickelte. Der Elevationswinkel der Modulplattform ist erstmals gradgenau ohne Umkonstruktion einstellbar. Dabei verfügt der Modultisch, der sich über zwei Lagerpunkte bewegen lässt, selbst über einen Neigungswinkel von zehn bis 35 Grad. Diese Optimierung des Einstrahlungswinkels der Sonne auf die Module, ermöglicht es, den solaren Mehrertrags auf bis zu 36 Prozent im Vergleich zu festinstallierten Anlagen zu steigern.

Die Intersolar Europe 2011 steht für IBC Solar (Halle B6, Stand 310) ganz im Zeichen des Eigenverbrauchs, denn es werden zwei Speicherlösungen vorgestellt: ein elektrochemisches Stromspeichersystem auf Basis der Lithium-Ionen-Polymer-Technologie sowie ein Speicher-system, das die seit Jahren bewährte Blei-Säure-Technologie nutzt. Die Batterien der beiden Speicherlösungen werden jeweils von einem intelligenten Lastmanagement gesteuert. So wird sichergestellt, dass zunächst der Haushalt mit Solarstrom versorgt und der Speicher geladen wird, bevor die restliche Strommenge ins öffentliche Netz eingespeist wird. Der Vorteil: übersteigt der Eigenverbrauchsanteil 30 Prozent der produzierten Strommenge, steigt laut EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) auch die Vergütung und Verbraucher müssen weniger konventionellen Strom aus dem öffentlichen Netz beziehen.

Das Unternehmen Mink Bürsten (Halle A5, Stand 638) entwickelt mit Hilfe der Fasertechnologie flexible Lösungen für die glasbe- und verarbeitenden Solarindustrie: Zum Waschen, Reinigen, Transportieren, Fixieren oder als Montagetischauflage dienen Fasern als multifunktionale Helfer, empfindlichster Oberflächen zu bearbeiten. Bisher war es oftmals nicht möglich, Beschädigungen sensibler Werkstücke zu vermeiden. Die Fasertechnologie schafft hier Abhilfe, denn durch eine Anpassung von Faserdichte, -länge und -durchmesser schmiegen sich tausende Fasern an das Material an. Ein Aneinanderreiben einzelner Glasflächen wird verhindert und ein zuverlässiges und sicheres Separieren ist gewährleistet. Schmutzpartikel fallen zwischen die Fasern und können das Transportgut nicht mehr beschädigen. Durch die Punktauflage werden sehr geringe Reibwerte erzielt. So können Kratzer, Mattierungen und Glanzstellen auf den lackierten, beschichteten oder veredelten Oberflächen vermieden werden.

Die Geschichte der bewährten Fronius-Strangüberwachung setzt sich mit der Fronius String Control 100/12 in Halle B4, Stand 210 fort. Bis zu zwölf Stränge können auf eine DC-Hauptleitung zusammengefasst werden. Ebenso werden über zwei Messkanäle die Strangströme kontinuierlich verglichen. Somit können Störungen in der Anlage schnell und sicher detektiert werden.

Die Montagemöglichkeit für einen hutschienenmontierbaren Überspannungsschutz sowie die Stromtragfähigkeit von bis zu 100 Ampere garantieren maximalen Schutz. Die Geräte sind ohne zusätzliche Wandhalterung im Innen- und Außenbereich einsetzbar.

Autor: Nico Schröder, Redaktion