Durchgekämpft

Zugegeben: Ganz so mittelalterlich war die Redaktion nicht unterwegs, auch wenn das Reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln einem manchmal so vorkommt. Durchgekämpft haben wir uns allemal.

Quer durch Deutschland, bis nach Österreich und sogar bis nach Südfrankreich reiste die ke NEXT-Redaktion, um sich keine der exklusiven Neuheiten, mit denen B&R, Kübler, Lenze, Schneider Electric, Turck und Weidmüller zur SPS IPC Drives nach Nürnberg kommen, entgehen zu lassen. Ein Reisebericht der anderen Art, auf den Spuren der elektrischen Automatisierung.

Dass Journalisten reisen müssen, ist klar. Aber zu kaum einer Jahreszeit häufen sich die Pressekonferenzen so sehr wie vor der SPS IPC Drives. Die Messe hat sich zum Branchenprimus gemausert, auf kaum einer anderen Messe werden derzeit mehr Neuheiten vorgestellt als dort. Grund genug für die ke-NEXT-Redaktion, die Hufen zu schwingen und den Firmen zu lauschen.

Düsseldorf: Sensorisches bei Turck

Der Journalistentreff bei Turck ist unter Journalisten beliebt, weil die Vorträge am Morgen nach der informellen Besprechung an der Hotelbar erst um 10 Uhr beginnen. Abseits dessen hat Turck allerdings auch immer Neues in petto. Diesmal Block-I/Os mit erweitertem Arbeitstemperaturbereich von -40 bis +70 °C, die so auch in Applikationen verwendet werden, in denen nahezu alle anderen I/O-Module kapitulieren. Außerdem gab es die neue Ultraschallsensor-Familie RU-U zu sehen. Sie ermöglicht dem Anwender, mit weniger Sensorvarianten große Erfassungsbereiche abzudecken. Möglich wird das durch die besonders kurzen Blindzonen bei gleichzeitig weiten Erfassungsbereichen – bei 40 cm Reichweite beträgt die Blindzone beispielsweise nur 2,5 cm. Zu sehen sind die Neuheiten in Halle 7, Stand 351.

Ultraschall-Sensorfamilie

Ebenfalls neu: Eine Ultraschall-Sensorfamilie, die mit wenigen Sensorvarianten große Erfassungsbereiche abdecken soll. Bild: Turck

Donaueschingen: Fast Startup bei Kübler

Tief im Südwesten präsentierte Kübler seine Neuheiten zur SPS. Unter anderem ging es da um Geschwindigkeit. Der Systemhochlauf dauert bei Profinet IO normalerweise rund zehn Sekunden. Dank des Schnellhochlaufs Fast Start Up (FSU) gelingt es nun, ein System deutlich unter einer Sekunde hochzufahren. Die Profinet-IO-Drehgeber von Kübler machen diesen Schnellstart möglich. Trotz erhöhter Geschwindigkeit reduziert sich die Funktionalität der Sensorik nicht. Sie wollen den Sensor live erleben? Dann ab in Halle 7A, Stand 502.

Profinet-IO-Drehgeber

In Donaueschingen präsentierte Kübler seine neuen Profinet-IO-Drehgeber mit Fast Start Up.

Hameln: Getriebe und mehr bei Lenze

Dem Rattenfänger konnte die Redaktion nach der Ankunft am Bahnhof Hameln gerade noch entwischen. Es gab Wichtigeres: Lenze präsentierte den Fachredakteuren die neue Getriebereihe g500. Sie wurde entwickelt, um die Motorendrehzahl so intelligent und passgenau wie nur möglich ins Drehmoment zu übersetzen. Der Wirkungsgrad soll im gesamten Übersetzungsbereich bei mehr als 94 Prozent liegen. Die Stirnrad-, Kegelstirnrad- und Flachgetriebe werden in zwei Schritten auf den Markt kommen. Lenze startet zunächst mit den kleineren Baugrößen von 45 bis 600 Nm in einem neu konstruierten Aluminiumgehäuse. Etwa ein Jahr später folgen die höheren Leistungen bis 13.000 Nm, gefertigt in Grauguss. Zu sehen in Halle 1, Stand 360.

Getriebe g500 von Lenze

Hameln: Die Nacht war kurz, der Morgen früh, aber Optik und Performance des neuen Getriebes g500 von Lenze beeindruckend. Dafür hat sich auch die siebenstündige Anreise von ke-NEXT-Redakteurin Angela Unger gelohnt. Der Neuling, den Lenze auf der SPS präsentiert, ist ein relatives Fliegengewicht (Leichtbau). Der Wirkungsgrad der Getriebebaureihe liegt im gesamten Übersetzungsbereich bei mehr als 94 Prozent. Bild: Lenze

Salzburg: Schnelle Automatisierung bei B&R

Ebenfalls alle Jahre wieder lädt B&R nach Salzburg ein. Zwischen Kaffeehaus und Mozartkugel wurde diesmal ein rasend schnelles IO-Konzept vorgestellt. B&R senkt mit der „reAction Technology“ die Zykluszeiten in der Automatisierung auf eine Mikrosekunde. Besonders zeitkritische Teilaufgaben lassen sich mit der neuen Technologie IEC-61131-kompatibel in Standard-Hardware realisieren und ermöglichen eine Kostensenkung, da die Steuerung sparsamer dimensioniert werden kann. Dabei werden im Funktionsblock-Editor erstellte Programme direkt in I/O-Modulen der X20- und X67-Serie ausgeführt. Dadurch entfällt die interne Datenübertragung, und die Reaktionszeiten sinken. Cool, und vor allem schnell. Zu finden in Halle 7, Stand 110.

B&Rs brandneue Reaction-Technologie

Schnell noch nach Österreich: In Salzburg erfuhr Chefredakteur Wolfgang Kräußlich von Stefan Schönegger (rechts) viel über B&Rs brandneue Reaction-Technologie, die Zykluszeiten von einer Mikrosekunde ermöglicht. Bild: B&R

Marktheidenfeld: Schneider Electric mit neuer SPS

Zuerst hatte Schneider Electric ja nach Carosse in der Nähe von Nizza eingeladen. Dort wurden auch Neuheiten präsentiert, unter anderem eine Steuerung für die Prozessindustrie. Der echte Knaller für die Fabrikautomation, so hieß es, sei allerdings noch nicht ganz fertig und werde in einer eilig anberaumten Pressekonferenz zwei Wochen später in Marktheidenfeld vorgestellt. Also gut, nochmal die Autobahn unter die Räder genommen und siehe da: Schneider präsentierte einen echten Knaller, eine gänzliche neue SPS-Generation. Wir haben ihr einen eigenen Beitrag gewidmet. Schauen Sie doch mal in Halle 4, Stand 100 nach.

SPS-Baureihe

Gefunden: Eine kleine Sensation ist es, wenn eine ganz neue SPS-Baureihe auf dem Markt kommt. Präsentiert hat die neuen Modicons Schneider Electric in Marktheidenfeld. Und das fast schon in einer Nacht-und-Nebel-Aktion... Bild: ke NEXT

München: Flexible IOs von Weidmüller

Der Weg ins Münchner Olympiazentrum hat sich gelohnt: Das neue Remote I/O-System „u-remote“ von Weidmüller mit steckbarer Anschlussebene und derzeit schmalster Bauform am Markt (11,5 mm Modulbreite) spart dank hoher Kanaldichte Platz im Schaltschrank. Der integrierte Web-Server vereinfacht Inbetriebnahme und beschleunigt Wartungsarbeiten. Der Neuling trennt die Versorgung für Ein- und Ausgänge durch zwei hoch belastbare 10A Strompfade – das spart Einspeisemodule und erleichtert Wartungsvorgänge. Zudem besitzt er einen internen hoch belastbaren Versorgungspfad, der den Betrieb von 64 Modulen mit einer einzigen Einspeisung am Koppler ermöglicht. Sie finden Weidmüller in Halle 9, Stand 155.

Remote I-/O-System „u-remote“

Heimspiel in München: Der Detmolder Automatisierungsspezialist Weidmüller stellte sein Remote I-/O-System „u-remote“ im Münchener Olympiazentrum vor. Dass bei Weidmüller alle an einem Strang gezogen haben, merkt man dem neuen Produkt an: Bei seiner Entwicklung standen die Bedürfnisse des Anwenders konsequent im Fokus. Bild: Weidmüller

Stuttgart: Ein Baukasten bei Harmonic Drive

Schließlich präsentierte uns dann noch Harmonic Drive seinen neuen Technologiebaukasten. Ausgangspunkt ist der Servoaktuator LynxDrive mit Resolver und HFUC-Getriebekopf. Um sämtliche Kundenanforderungen zu erfüllen, können einzelne Komponenten ausgetauscht werden. So wird im nächsten Schritt der Getriebekopf durch die Version CPU-M, ein kipppsteifes Abtriebslager, ersetzt. Flexible Anpassungen sind auch bei der Gehäuseform möglich, wie der Austausch des Standardgehäuses durch eine maßgeschneiderte Lösung zeigt. Die gesamte Vielfalt finden Sie in Halle 4, Stand 418.
Wenn Sie nun neugierig geworden sind auf die Messe, lesen Sie ruhig weiter. Im nächsten Beitrag zeigen wir Ihnen, welche angekündigten Neuheiten uns per Mail erreicht haben.

Technologiebaukasten

In Stuttgart präsentierte Dominik Kaiser von Harmonic Drive (rechts) der Redaktion den neuen Technologiebaukasten. Dabei handelt es sich um ein umfangreiches Komponentensortiment, das so abgestimmt ist, dass es Produktinnovationen nach dem Baukasten-Prinzip ermöglicht. Bild: ke NEXT

Autoren: Angela Unger und Wolfgang Kräußlich, Redaktion