Messe in Husum

Die Messe in Husum wechselt sich mit der Windmesse in Hamburg im jährlichen Turnus ab. Husum beansprucht für sich das Recht, als Erstes eine solche Messe organisiert zu haben. Bild: Thomas Isenburg

Für die Branche gilt sie als das Messeergeinis des Jahres – die Rede ist von der Husum Wind: Um das Congresszentrum herum werden große Zelte aufgestellt, im Hafen legen Großsegler an, die der Messe das typische Flair geben, und rund 650 Aussteller, Windkraftexperten, Journalisten und Politiker geben sich ein Stelldichein.Schließlich gilt sie als die Kontaktbörse und Umschlagplatz für innovative Ideen – das Schaufenster einer leistungsfähigen Branche, die sich ihrer Bedeutung, für die Energiewende, mit der Deutschland weltweit die Maßstäbe setzt, bewusst ist.

Analyse von Rotorblättern
Eine Möglichkeit zur Analyse von Rotorblättern ist der Einsatz von Drohnen. Bild: Thomas Isenburg

Ein Messerundgang bestätigt diesen Eindruck: Das Who is Who der Branche ist vertreten, Hersteller von Windkraftanlagen stellen sich auf meist gefüllten Messeständen ihrem Publikum. Innovative Unternehmen bieten Messtechnik für die Windgeschwindigkeit an. Rotorblätter können mit Drohnen, Kameras und einer Spezialsoftware untersucht werden. Dienstleistungsunternehmen liefern in einem immer größer werdenden Markt den After Sales Service. Zudem gibt es Veranstaltungen der Banken zu Finanzierungen. In den Gängen finden sich dann auch Betreiber von Windparks, auf der Suche nach innovativen Lösungen, wenn es um die größtmögliche Stromausbeute geht.

Eine Kombipartnerschaft

Windkraftanlagen ohne Generator
Typisch für Enercon: Das Unternehmen stellt Windkraftanlagen ohne Generator her. Die kinetische Energie des Windes wird so direkt auf den Generator übertragen. Das Getriebe entfällt. Bild: Thomas Isenburg

Husum nimmt sich als Mutter der Windmesse mit Tradition wahr. Im Jahr zuvor war die Messe in Hamburg. Mit den Hanseaten einigte man sich auf eine Kombipartnerschaft. Dabei ist die Husum Wind das Schaufenster des deutschen Marktes. In diesem werden zehn Milliarden Euro umgesetzt. Mehr als 130.000 Arbeitsplätze hängen an der Onshore-, 20.000 an der Offshore Energie. Ungemütlicher kann es für die Windbranche ab 2017 werden.

Das EEG sieht das Ausschreibungsmodell für Off- und Onshore-Windanlagen vor. Den Zuschlag erhält auch, wer den günstigsten Preis pro Kilowattstunde Windstrom bietet. Bei einem Ausschreibungsmodell werden die Mengen von Erneuerbare-Energien-Kapazitäten, die jährlich zugebaut werden sollen, festgelegt und über Auktionen versteigert.

Netzengpässe führen zum Stillstand

Instandhaltung bestehender Windkraftanlagen
Instandhaltung bestehender Windkraftanlagen war ein großes Thema auf der Husum Wind. Bild: Thomas Isenburg

Bei der Fahrt über Schleswig-Holsteins Straßen und einem Blick nach rechts und links fällt auf, dass sich viele Windkraftanlagen gar nicht bewegen – trotz steifer Brise: Grund dafür sind die Engpässe bei den Netzen. Deren Betreiber können dann nicht ausreichend Strom abnehmen beziehungsweise abtransportieren. Ihnen bleibt nichts anderes übrig, als die Anlagen vom Netz zu nehmen. Die erneuerbare Energie beibt ungenutzt.

Glänzend aufgestellt bei gefülten Messeständen präsentierten sich die Hersteller von Windkraftanlagen. In diesem Marktsegment gilt Enercon als einer der Innovationstreiber und bezeichnet sich selbst als Marktführer. Hierzu verfügt das Unternehmen über eigene Labore und Teststände. Ziel ist es, die Anlagen effizienter mit größeren Rotordurchmessern und höheren Nabenhöhen auszurichten.

Zur Prüfung von Rotorblättern und Generatoren gibt es im Unternehmen einen eigenen Prüfstand. In der Fertigung setzen die Norddeutschen auf eine Modulbauweise mit einem hohen Anteil von Bauteilen, die zu einem großen Anteil von Gleichteilen führt. Dieses führt zu einer kosteneffizienten Produktion. Mit der Messe in Husum ist das Unternehmen Enercon hochzufrieden.

„Wir hatten sehr viele gute Gespräche mit Kunden. Auch unsere Pesonalmitarbeiter konnten am hierfür speziell vorgesehenen vierten Messetag interessante Gespräche mit Kandidaten führen,“ so Felix Rehwald von der Abteilung Public Relations. Wegen der positiven Erfahrungen will man sich in zwei Jahren an der nächsten Messe Husum Wind beteiligen.