Warcraft: The Beginning

Videospielverfilmungen, wie der aktuelle Kinohit Warcraft: The Beginning haben mehr mit Industrie 4.0 zu tun, als man denkt. Bild: Warner Bros.

Es ist das Horrorszenario der Fabrik der Zukunft schlechthin: Maschinen kommunizieren autonom miteinander, während der Mensch nur noch zum Zuschauen verdammt ist. Was Videospielverfilmungen damit zu tun haben? Nun ja, während das Genre vor beeindruckenden Digitaleffekten nur so strotzt, gestaltet sich die Suche nach Handlung für Kritiker, ebenso wie in der vollautomatisierten Produktion von morgen, eher mühsam.

- Ähnelt das Feuerwerk der Effekte in den vor Digitaleffekten nur so strotzenden Videospielverfilmungen nicht ein wenig dem Konzert miteinander autonom kommunizierender Maschinen, die uns weniger zum Mitdenken einladen, als vielmehr hypnotisieren?! -

Aber der Reihe nach: Dass Videospielverfilmungen so wirken, hat schließlich einen Grund. Während sich Videospiele bei Weitem nicht nur auf das Abgrasen einer Erzählung stützen, sondern vielmehr auf das selbstständige Entscheiden und Handeln des Spielers, bleibt der „Filmadaption oft nur noch Storygerüst, Weltendesign und Charakterentwurf“, meint Markus Keuschnigg, Autor einer österreichischen Tageszeitung. Da stellt sich die Frage: Kann etwas überhaupt erfolgreich sein, dem nur noch so wenig bleibt? Oder birgt die Filmadaption - genauso wie das Industrie-4.0-Zeitalter - einfach nur völlig neue Chancen?

Warcraft und Industrie 4.0: Game Changer?

Es scheint so! Auf dem besten Weg den Nachweis zu erbringen ist derzeit Warcraft: The Beginning. Das Schlachtenepos rund um die Helden des Videospiel-Massenphänomens World of Warcraft rockt derzeit die deutschen Kinocharts. Einnahmen von 2,6 Millionen Euro und 230.000 Besucher alleine am letzten Wochenende reichten dem Fantasyfilm für Platz 1.

Warcraft ist ein Gemeinschaftswerk der Softwarefirma Blizzard und der Warner-Bros.-Tochter Legendary Pictures. Die Tatsache, dass Spieleentwickler und Filmemacher immer enger zusammenarbeiten, hat laut Hannes Knobloch, Junior PR Manager bei Crytek, einen einfachen Grund: „Die Lücke zwischen Spiel und Film ist erheblich geschrumpft. Techniken wie Motion-Capturing und Rendern in Echtzeit wurden teilweise von Spieleentwicklern vorangetrieben und erst danach von Filmstudios übernommen.“

Kreativ sein an den Schnittstellen lautet also das Credo der kommerziell erfolgreichen Videospielverfilmungen von morgen. Was für Warcraft-Regisseur Duncan Jones galt, gilt auch für Ingenieure und Konstrukteure. Schließlich ist systemisches, vernetztes Denken doch genau das, was Ingenieure können. Ohnehin darf bei allem Einsatz digitaler Technik nicht vergessen werden, dass Maschinen, Werkzeuge und Produkte nicht alleine zur virtuellen Welt gehören, sondern immer noch physisch existieren und damit den Gesetzen der Mechanik gehorchen müssen. Auch wenn IT-Kenntnisse, Smart-Device-Kenntnisse und Co. zunehmend an Bedeutung gewinnen, wird das klassische Ingenieurswissen nach wie vor seinen Platz haben. Dies lässt sich übrigens auch auf die Videospielverfilmung übertragen: Effekthascherei ohne Drehbuch ist schlicht zum Scheitern verdammt!

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