Die Messe Interpack 2011 in Düsseldorf im Zeichen sicherer Verpackungen 1

Die Messe Interpack Processes and Packaging vom 12. bis 18. Mai 2011 bildet mit ihrem Angebot ganze Wertschöpfungsketten ab, von der Herstellung und Veredelung von Packgütern und Verpackungsmaterial über das Verpacken und die Distribution bis hin zur Qualitätssicherung und Verbraucherschutz.
Autorin: Ingrid Fackler, Redakteurin  

 

Ihre Rolle als Innovationsmesse verdankt die Interpack nicht nur der großen Zahl an Premieren und Messeneuheiten der Aussteller, sondern auch den zukunftsorientierten Sonderthemen im Rahmen des Innovationparc Packaging. Nach der vergangenen Messe im Jahr 2008 dürfen die Besucher in diesem Jahr auf das Thema „Quality of Life“ gespannt sein.    

Denn die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie ist weltweit ein stabiler Wirtschaftszweig mit hohen Investitionen. Entsprechend hat der internationale Welthandel mit Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen seit Jahren kontinuierlich zugenommen und erreichte 2008 ein Volumen von 28,3 Milliarden Euro. Zwar ging während der Wirtschafts- und Finanzkrise der Export kurzfristig auf 22,8 Milliarden Euro zurück. Doch hat sich die Weltwirtschaft 2010 schneller als erwartet erholt.    

Verpackungen liegen weltweit im Trend. So ist denn auch der Export, laut dem VDMA-Fachverband Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen (Halle 5, Stand H 38), weiterhin der Motor der deutschen Nahrungsmittelmaschinen- und Verpackungsmaschinenbranche. 2010 exportierten die deutschen Hersteller Maschinen und Anlagen im Wert von sechs Milliarden Euro, ein Plus von knapp zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr.    

„Die deutschen Unternehmen profitierten von der dynamischen Entwicklung in den Emerging Markets“, so Vera Fritsche, zuständige Referentin im Fachverband Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen. 2010 nahmen die Lieferungen nach Asien um 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu, nach Lateinamerika um 20 Prozent und in den Nahen Osten um 13 Prozent.    

In den USA, größter Einzelmarkt für Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen aus Deutschland, zog in 2010 die Nachfrage wieder an, die deutschen Exporte erreichten ein Volumen von 551 Mio. Euro, ein Plus von sieben Prozent im Vorjahresvergleich. An zweiter Stelle folgt China mit 544 Mio. Euro, ein Zuwachs von 73 Prozent.    

Damit hat China Russland vom zweiten auf den dritten Platz verdrängt. Auch in Russland, dem wichtigsten osteuropäischem Absatzmarkt, hat sich mit einem Export von 462 Mio. Euro und einem Plus von 6,3 Prozent die Nachfrage wieder belebt. „Die Nachfrage nach verpackten Nahrungsmitteln und Getränken entwickelt sich auch in den kommenden Jahren weiter dynamisch“, blickt Fritsche optimistisch in die Zukunft.    

Wir können in dieser Vorberichterstattung natürlich nur einen Bruchteil aller Innovationen vorstellen, die die Aussteller während der Messe zeigen werden. So liefert etwa der Verpackungsmaschinenhersteller Rovema (Halle 15, Stand B25/C38), der nach einer Insolvenz dank Sanierung die Krise nun überstanden hat und wieder auf soliden finanziellen Füßen steht, seine Maschinen ab sofort mit einer plattformunabhängigen Steuerung aus.    

Von der Dosierung bis zur Endverpackung hat die PC-basierte Maschinensteuerung namenws „P@ck-Control“ alles im Griff. Wie die Maschinen ist die Steuerung modular aufgebaut und dadurch einfach zu kombinieren und zu bedienen. Bei Änderungen von Geschwindigkeit, Verpackungen, Produkten oder sonstigen Einstellungen werden direkt in der Steuerung sämtliche Maschinenparameter neu berechnet und eingestellt.    

Die durchgängige Bedienphilosophie von Dosierer über Schlauchbeutelmaschine, Kartonierer und Endverpackungsmaschine kann Fremdaggregate mit einschließen. Die PC-basierte Steuerung läuft unter dem Betriebssystem Linux, die Visualisierung ist eine Java-Anwendung und die Maschinensysteme sind über das offene und IEC-konforme Sercos-III-Industrial-Ethernet-Bussystem angebunden.    

Zulieferer tragen zum Erfolg der Branche bei     

Neben den direkten Herstellern von Verpackungsmaschinen tragen natürlich auch die Zulieferfirmen mit ihren Komponenten zum Export-Erfolg der Branche bei. So stellt etwa Turck (Halle 13, Stand D77) mit dem QP08 einen kompakten Näherungsschalter auf der Messe vor, der wie alle ferritkernlosen Sensoren der Uprox+-Familie eine hohe EMV- und Magnetfeldfestigkeit sowie höchste Schaltabstände auf alle Metalle bietet.    

Vor allem in Einsatzbereichen, die wenig Platz zum Einbau lassen – beispielsweise in der Montage- und Handling-Industrie der in Verpackungsmaschinen – garantiert der nichtbündige Sensor im Kunststoffgehäuse eine hohe Zeit- und Kostenersparnis bei Montage und Service.    

Weil gerade in diesen Bereichen üblicherweise Aluminium als Target-Material zum Einsatz kommt, erzielt der neue Faktor-1-Sensor hier im Vergleich zu herkömmlichen Sensoren bis zu 300 Prozent höhere Schaltabstände. Dank direkt umspritzter Elektronik ist der kompakte Näherungsschalter in Schutzart IP67 unempfindlich gegen Schmutz und Feuchtigkeit.    

Die hohen Anforderungen der Nahrungsmittel- und Verpackungsindustrie an die Maschinenausstattung erfordern Komponenten, die jeweils spezifizierte Ansprüche in Bezug auf hygienisches Design erfüllen und dabei auch Prozesssicherheit gewährleisten. Rexroth (Halle 6, Stand A54/57) bietet daher Pneumatikkomponenten für alle Bereiche der Nahrungsmittel- und Verpackungsindustrie, sogar für den Nassbereich.    

Mit dem Transfer-System NCT lassen sich mühelos poröse oder luftdurchlässige Gegenstände sowie weiches Material oder hochempfindliche Werkstücke sanft bewegen. Denn der Greifer der Serie NCT arbeitet nach dem Bernoulli-Prinzip, bei dem der Luftstrom unter dem Gerät einen Differenzdruck und so eine Hubkraft zwischen der Transporteinheit und dem Objekt erzeugt.    

Neben der Aluminiumausführung für allgemeine Handling-Funktionen steht der NCT nun auch in PEEK zur Verfügung. Dieses Material erweitert die Einsatzgebiete des NCT in Bereichen, in denen Aluminiumkomponenten nicht in Frage kommen. Eigenschaften wie Beständigkeit gegen Chemikalien, gegen herkömmliche Lösungsmittel, Säuren, Salze und Öl machen ihn zu einer idealen Handhabungskomponente für die Verpackungsindustrie sowie die Nahrungsmittelindustrie.    

Ein weiteres Plus des Geräts: Die Umrüstung einer Maschine von mechanischen Greifern auf die Transporteinheit von Rexroth funktioniert problemlos, weil gegenüber anderen mit Vakuum arbeitenden Geräten für den NCT kein Vakuumerzeuger notwendig ist.      

Zu den Produkten und Systemlösungen von Parker Hannifin (Halle 13, Stand E30) gehören unter anderem ein flexibler Delta-Roboter für hochvolumige Produktströme direkt aus dem Produktionsprozess, eine modulare Druckluftwartungseinheit, die weltweit universell eingesetzt werden kann, der neue pneumatische, kolbenstangenlose Zylinder OSP-BG Basic Guide sowie der magnetgekoppelte pneumatische Linearantrieb P1Z.    

Die Konstruktion des „Global Modular Air Preparation Systems“ ermöglicht Herstellern und Anwendern eine deutliche Reduktion bei Zeitaufwand und Kosten für Installation und Wartung pneumatischer Systeme. Der neue pneumatische, kolbenstangenlose Zylinder OSP-BG Basic Guide weist eine vollständig ins Zylinderprofilrohr integrierte Gleitführung auf, die für mittlere Lasten bestens geeignet ist und durch ihr Konstruktionsprinzip nicht nur sehr kompakt baut, sondern auch besonders leicht und anwenderfreundlich ein- und nachstellbar ist.    

Optionen wie integrierbare Wegeventile, einseitiger Luftanschluss, Viton-Dichtungen, Niro-Version und eine Langsamlauf-Ausführung für stick-slip-freien Betrieb stehen auch bei der Basic Guide zur Verfügung. Für Anforderungen an die Leckagefreiheit eignet sich der magnetgekoppelte pneumatische Linearantrieb P1Z der Origa Division.    

Er weist sowohl in seiner Standardausführung wie auch in seiner geführten, verdrehgesicherten Ausführung sehr gute Werte bei seinen Abreißkräften auf. In Kürze wird auch eine Variante des P1Z speziell für Anwendungen im lebensmittelnahen Bereich lieferbar sein.    

Antriebe mit Vorteilen von Druckluft und Elektrik     

Die elektrischen Antriebe der Serie LE von SMC Pneumatik (Halle 12, stand A10) vereinen die Vorteile druckluftbetriebener Standardzylinder mit den Stärken herkömmlicher elektrischer Antriebe. Sie zeichnen sich durch einfache Programmierung, Handhabung und Installation aus. Möglich macht dies die integrierte Software „Easy Setting“, mit der die Antriebe nach wenigen Minuten voll betriebsfähig sind.    

Neben einer breiten Auswahl an selbsthemmenden, elektrischen Greifern der Serie LEH, besteht die Serie LE aus drei linearen Antriebsmodellen der Serien LEY (mit Kolbenstange), LES (mit Führungsschlitten) und LEF (mit Führungsschiene). Alle linearen Antriebe verfügen über die gleichen Leistungsmerkmale wie eine Motorbremse und sind wahlweise mit Schritt- oder Servomotor erhältlich.    

Der Antrieb mit Kolbenstange der Serie LEY ist für Schub- und Zugbewegungen konzipiert. Mit Hublängen bis zu 500 mm bietet er Geschwindigkeitssteuerung und Positionierung mit einer Kraft von bis zu 707 N. Der Antrieb der Serie LEY kommt in allen Industriebranchen zum Einsatz, von Transfer- bis hin zu Montageanwendungen sowie in Anwendungen, die eine Positionierung oder Kraftsteuerung erfordern.    

Der Kompaktschlitten der Serie LES eignet sich dank maximaler Beschleunigung und Verzögerung von 5000 mm/s² sowie einer Geschwindigkeit von 400 mm/s für schnelle, gesteuerte Pick-and-Place-Anwendungen. Die von SMC entwickelten elektrischen Greifer der Serie LEH vervollständigen die Antriebsserie LE.      

Energie und Kosten sparende Produkte, Systemlösungen und Service für das Pick&Place in der Verpackungsindustrie präsentiert Fipa (Halle 13, Stand A78). Die Materialfluss-Experten haben nicht nur ein umfassendes Sortiment an Vakuumsaugern, Vakuumkomponenten und Greifertechnik im Gepäck, sondern stellen auch ihre kundenspezifischen Flächengreiferlösungen vor: samt Vakuumerzeugung, patentierter Ventiltechnik und robuster, leicht auswechselbarer Saugmatten.    

Dichte und poröse Werkstoffe sicher bewegen – mit den kundenspezifischen Flächengreifern ist bei jedem Material konstant starke Haltekraft garantiert. „Hier profitieren Unternehmen der Verpackungsindustrie von maßgeschneiderten Lösungen für individuelle Ansprüche und Rahmenbedingungen“, verspricht das Unternehmen.