Effizienz zum Quadrat 1

Es gibt unter Anwendern viele Anhänger der Direktantriebstechnik. Was oft abschreckt ist der Preis. KML schlägt nun in der Kostenfrage mit dem Linearmotorsystem LMS E2 ein neues Kapitel auf. ke geht den Details im Gespräch mit Reinhard Mauerschitz auf den Grund.

Wem gehört KML Linear Motion Technology heute?
Die KML Linear Motion Technology GmbH wurde im Januar 1994 von den beiden Geschäftsführern Andreas Wiedrich und Günter Bittermann gegründet. Zu Beginn hat man KML als Handelsunternehmen geführt, in dem mechanische Komponenten und Kraftmesssysteme gehandelt wurden. Daher auch der ursprüngliche Name Kraft- Mess- und Lineartechnik. 1997 haben sich die Geschäftsbereiche geändert und man hat begonnen, eigene Produkte zu entwickeln und zu fertigen. Seit diesem Zeitpunkt ist die Herstellung innovativer Lösungen für kundenspezifische Bewegungssysteme mit besonders hohen Anforderungen an Dynamik und Positioniergenauigkeit der Hauptumsatzträger. Seit damals firmieren wir auch als KML Linear Motion Technology GmbH, obwohl auch rotative Direktantriebe das Produktportfolio abrunden.

Sie bezeichnen sich als Spezialist für Linearmotorsysteme. Wie reichhaltig gefüllt ist auf diesem Sektor Ihr Warenkorb?
Das Produktportfolio von KML stellt ein Alleinstellungsmerkmal auf dem Markt dar. Es besteht aus sechs verschiedenen standardisierten Produktfamilien, die in unterschiedlichen Leistungsklassen und Baugrößen verfügbar sind. Darüber hinaus hat KML die Möglichkeit, Bewegungsaufgaben mit konventionellen Antriebskonzepten, etwa Spindel oder Zahnriemen, zu ergänzen. Aus diesen standardisierten Systemen können mehrachsige Systeme sehr einfach aufgebaut werden. Als weiteres wesentliches Standbein sind die kundenspezifischen Lösungen mit innovativen Materialkombinationen wie Mineralguss, Aluminiumguss, kohlefaserverstärkte Kunststoffe sehr wichtig für unsere Kunden.

Auf der letzten Motek haben Sie die ersten beiden Leistungsgrößen des neuen Linearmotorsystems LMS E2 präsentiert. Beschreiben Sie bitte die Neuentwicklung mit den wichtigsten Attributen.
Es handelt sich um ein sehr einfach aufgebautes Linearmotorsystem, welches Preisvorteile aufgrund der Einfachheit in der Montage, aber auch in der Herstellung bietet. Es werden konventionelle und langzeiterprobte Linearschienenführungen eingesetzt, die direkt mit den Motoren verschraubt werden. Die bestehenden Leistungsgrößen sind ausgelegt für eine Montage an den beiden Enden des Systems. Dies eröffnet sehr viele Anwendungsgebiete wie etwa Querträger für Gantryaufbauten, Pick&Place-Applikationen. Zudem ist die gesamte LMS-E²-Familie sehr robust und widerstandsfähig gegen äußere Einflüsse. Ein sehr wesentlicher Vorteil gegenüber anderen am Markt befindlichen Systemen ist der Preis. Mit der LMS-E²-Serie wird ein Preisniveau erreicht, das man bis dato nur mit Zahnriemen- oder Kugelgewindetriebesystemen erreicht hat. Folgende Eigenschaften treffen auf die LMS E²-Serie zu: energieeffizient, wartungsfrei, robust, preisgünstig, dynamisch und präzise.

Wie ist das Geschäft mit LMS E2 angelaufen?
Das Geschäft mit LMS E² hat höchst zufriedenstellend begonnen und das Feedback aus diversen Märkten ist ein sehr positives. Die Verkaufsstrategie mit Probelauf eines zur Verfügung gestellten Systems für sämtliche Kunden wird am Markt sehr gut angenommen und erleichtert den verschiedenen Kunden aus unterschiedlichsten Bereichen die Entscheidung.

Welche Anwendungsgebiete sprechen Sie damit an?
Es werden verschiedenste Anwendungsgebiete angesprochen. Grundsätzlich sind maßgeschneiderte Anwendungen für die LMS-E²-Familie diejenigen, bei denen man bis dato aus Preisgründen beziehungsweise aufgrund der Umgebungsbedingungen nicht auf Direktantriebssysteme umschwenken wollte.

Werden innerhalb dieses Linearmotorsystems weitere Ausführungen folgen?
Natürlich. Die nächste Version ist bereits in der Detaillierungsphase. Hier wird es wesentliche Erweiterungen geben, um noch zusätzliche Bereiche der Industrie zu erschließen.Die neue Reihe wird für Anwendungen ausgelegt sein, die komplett unterstützt aufgebaut beziehungsweise montiert werden müssen. Auch bei dieser Baureihe wird das Preisniveau dasselbe sein, das auch Zahnriemen- und Kugelgewindetriebachsen erreichen – was noch zusätzliche Applikation für Linearmotorsysteme ermöglicht.

Beschreiben Sie doch einmal kurz ein aktuell abgewickeltes Projekt, das mit dem neuen Linearmotorsystem verwirklicht wurde.
Es wurde ein Projekt umgesetzt, bei dem Systeme der E²-Serie als Querachse zum Einsatz kommen. Pro Maschine werden hier fünf Achsen eingesetzt. Bei dieser Anwendung, werden Bauteile wie Zahnräder und Wellen aus dem Miniaturbereich aufgenommen und über einen Hubbereich von rund 900 mm sehr dynamisch verfahren und platziert. Hintergrund, warum sich der Kunde für die LMS-E²-Systeme entschieden hat, ist der simple und sehr robuste Aufbau. Darüber hinaus war der Preis ein wichtiges Kriterium, da man mit diesen Systemen gleichpreisig zur konventionellen Antriebstechnik war. Zu guter Letzt nutzte der Kunde die wartungsfreie Direktantriebstechnik als zusätzliches Verkaufsargument für seine Maschine. Bessere Technik zum selben Preis, lautet sein Slogan. Das Thema Wartungsfreiheit hat dann die Entscheidung besiegelt.