Kleinservomotor, Bild: Wittenstein

Die neuen Kleinservomotoren mit integrierter Spindel bilden eine geschlossene, hoch integrierte und einbaufertige Einheit aus Servomotor, Spindeltrieb, Linearführung und Gebersystem. Bild: Wittenstein

Für den Einsatz in hochdynamischen Positionierachsen von Maschinen und insbesondere für Montagesituationen mit geringem Bauraum hat das Unternehmen Wittenstein Cyber Motor eine neue Baureihe von Kleinservomotoren mit integrierter Spindel auf den Markt gebracht.

Die Besonderheit der neuen Baureihe: Der Gewindetrieb ist vollständig in das Aktuatorgehäuse integriert. Servomotor, Spindeltrieb, Linearführung und Gebersystem bilden eine geschlossene, integrierte und einbaufertige Einheit. Angeboten werden vier Baugrößen mit jeweils zwei Spindelsteigungen sowie zwei verschiedene Hublängen für Kurz- und Langhubanwendungen. In Verbindung mit den Servoreglern der Baureihe Simco Drive können vollständige Kleinservoachsen konfiguriert werden, die über verschiedene Feldbusschnittstellen ein hohes Maß an Konnektivität zur Automatisierungsumgebung bieten.

Das lebensdauertaugliche Schmiersystems macht die Kleinservomotoren mit integrierter Spindel wartungsfrei. Sie ergänzen das Portfolio rotativer Servomotoren und Servoaktuatoren der Produktfamilie Cyber Dynamic Line. Eingesetzt werden sie unter anderem zum Positionieren, Zustellen, Fügen, Biegen, Greifen oder Dosieren in der Umform- und der Handhabungstechnik, der Halbleiterindustrie, in Verpackungsmaschinen sowie der Montageautomation. In der Volledelstahlausführung mit Schutzart IP65 eröffnen sich dem neuen, integrierten Linearaktuator auch in Anlagen der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie interessante Einsatzmöglichkeiten, beispielsweise in hochpräzisen Abfüllanlagen.

Hohe Leistungsdichte im industrietauglichen Design

vier Baugrößen, Wittenstein
Angeboten werden die neuen Kleinservomotoren mit integrierter Spindel in vier Baugrößen mit jeweils zwei Spindelsteigungen sowie zwei verschiedene Hublängen für Kurz- und Langhubanwendungen. Bild: Wittenstein

In der Anwendung bieten die Kleinservomotoren mit integrierter Spindel Leistungsdichte und Dynamik. Jede der vier Baugrößen mit 17, 22, 32 oder 40 mm Außendurchmesser erreicht auf kleinem Bauraum Spitzenwerte hinsichtlich Beschleunigung, Taktzahlen und Maschinendurchsatz. Möglich macht dies die kompakte Bauweise, durch die die Massenträgheit gering ist. Servomotor, Spindeltrieb, Linearführung und Gebersystem in Einkabeltechnik sind vollständig in das Aktuatorgehäuse integriert.

Servomotoren mit angebauter Spindel

Kleinservomotor, Bild: Wittenstein
Die Kleinservomotoren mit integrierter Spindel ergänzen das Portfolio rotativer Servomotoren und Servoaktuatoren. Bild: Wittenstein

Besonderer Wert wurde auf ein industrietaugliches Design gelegt. Der komplette Antrieb ist in einem robusten Edelstahlgehäuse in Schutzart IP54 untergebracht und kann in jeder beliebigen Einbaulage eingesetzt werden. Die Spindel selbst ist wartungsfrei und verdrehgesichert in einem geschlossenen Schubrohr ausgeführt. Der Spindeltrieb in Verbindung mit der verstärkten Lagerung ermöglicht die Kraftwirkung sowohl in Zug- als auch in Druckrichtung. Als Gebersystem ist für alle Baugrößen ein Singleturn-Absolutwertgeber mit einer Auflösung von 12 Bit verfügbar. Bei Baugröße 32 und 40 besteht sogar die Option, auf die Funktionalitäten des derzeit kleinsten integrierten Multiturn-Gebers auf dem Markt zurückzugreifen. Alle Baugrößen verfügen zudem über eine schleppkettentaugliche und EMV-sichere Einkabeltechnik. Dank dieser Eigenschaften eignen sich die Antriebe sehr gut für den Einsatz im industriellen Umfeld.

Prozesssicherer und energieeffizienter als Pneumatik

Im Gegensatz zu Pneumatikzylindern ermöglichen die neuen Linearaktuatoren in jeder Anwendung präzise und flexibel regelbare Positioniervorgänge ohne Umrüstarbeiten an der Maschine. Sie eignen sich dadurch insbesondere für Anwendungen mit häufigen Formatwechseln. Die prinzipbedingt besser regelbare Servotechnik und die einfache Einbindung in die übergeordnete Steuerung ermöglichen reproduzierbare Prozesse, welche zudem sowohl weg- als auch kraftgesteuert dargestellt werden können. Darüber hinaus sind sie leckagesicher und bieten eine deutlich höhere Energieeffizienz im laufenden Betrieb. Druckluft ist nicht nur teuer in der Herstellung, sondern auch verlustbehaftet. Schließlich arbeitet Servotechnik nahezu wartungsfrei und geräuscharm. Das sind zwei weitere Vorteile gegenüber der Pneumatik.

Konnektivität im System

Die neuen Kleinservomotoren mit integrierter Spindel können mit Simco-Drive-Servoreglern zu leistungsfähigen Kleinservoachsen konfiguriert werden. Hierbei entstehen Lösungen mit vielseitigen Optionen zur Anbindung: Die Integration in übergeordnete Steuerungen ist wahlweise per Canopen, Ethercat, Profinet RT/IRT oder Ethernet/IP möglich. Gleichzeitig vermeidet die Systemlösung aus einer Hand jede Form von Schnittstellenrisiken und erleichtert die Inbetriebnahme mithilfe des elektronischen Typenschildes. Zu den weiteren Softwarefeatures für eine sichere Inbetriebnahme gehört zum einen eine automatische Endlagenbegrenzung: Sie verhindert, dass die mechanischen Anschläge des Aktuators dynamisch angefahren werden können. Darüber hinaus ermöglicht ein elektronischer Homing-Modus die freie Festlegung und Referenzierung der 0-Position durch den Maschinenbediener. eh