Drehmodul, Bild: Schunk

Die Mechatronisierung in der Handhabung und Montage schreitet voran. Entsprechend richten Hersteller ihr Augenmerk auf elektrische Komponenten in ihrem Portfolio. Bild: Schunk

Schunk baut sein standardisiertes Greifsystemprogramm im Bereich der elektrischen Drehmodule aus. So hat der Hersteller speziell für Montageanwendungen in der Elektronik-, Konsumgüter- und Pharmaindustrie das endlos drehende Miniaturmodul ERD entwickelt, einen Torquemotor mit integrierter Luftdurchführung und Absolutwegmesssystem.

Serienmäßig verfügt das Modul über zwei integrierte Luftdurchführungen. Optional sind zudem vier Elektrodurchführungen sowie das SIL2-zertifizierte Absolutwegmesssystem erhältlich. Mit dem Torquemotor, der in drei Baugrößen mit Nenndrehmomenten von 0,4 Newtonmeter, 0,8 Newtonmeter beziehungsweise 1,2 Newtonmeter angeboten wird, lassen sich Highspeed-Montagesysteme realisieren, welche auch den Anforderungen der Maschinenrichtlinien genügen.

Mechatronisches Drehmodul ERD, Bild: Schunk
Das mechatronische Drehmodul ERD enthält einen Absolutwertgeber. Auch bei niedrigen Drehzahlen erreicht es nach Herstellerangaben ein Nenndrehmoment von 1,2 Newtonmeter. Bild: Schunk

Das Drehmodul wird von einem bürstenlosen Synchronmotor mit Permanenterregung angetrieben. Seine spezielle Geometrie gewährleistet eine hohe Dynamik und Beschleunigung. Zudem können daran angeschlossene, pneumatische Aktoren aufgrund der verbesserten Luftdurchführungen schneller betätigt werden. Beide Faktoren gemeinsam sorgen für kürzere Taktzeiten und für eine höhere Produktivität.

Aufgrund des Absolutwertgebers sind weder beim Anfahren noch nach einem Not-Aus Referenzfahrten nötig. Von dem Absolutwertgeber profitiert zudem die Wiederholgenauigkeit, welche der Hersteller mit 0,01 Grad angibt. Eine große Anzahl von Polpaaren soll bei dem Modul sicherstellen, dass es auch bei niedrigen Drehzahlen ein hohes Nenndrehmoment von bis zu 1,2 Newtonmeter erzeugt. Zur Steuerung können Anwender beispielsweise Bosch-Rexroth-Indradrive-CS-Antriebsregelgeräte einsetzen.

Für den mittleren Lastbereich

Drehmodul ERS, Bild: Schunk
Das Drehmodul ERS für den mittleren Leistungsbereich ist auf Wunsch staub- und spritzwassergeschützt in IP54 sowie mit pneumatisch-elektrischer Drehdurchführung erhältlich. Bild: Schunk

Für rotative Bewegungen im mittleren Lastbereich entwickelte der Anbieter das Drehmodul ERS. Das mechatronische Drehmodul hat in Baugröße 170 eine Höhe von 66 Millimeter. Es erreicht ein Nennmoment von fünf Newtonmeter und ein maximales Moment bis 17 Newtonmeter. In Montageapplikationen lässt es sich zum einen als Drehmodul, zum anderen als kleiner Rundschalttisch einsetzen.

Kernstück der Komponente ist ein Torquemotor mit Hohlwelle. Er ermöglicht, dass das Modul verschleißfrei und damit zuverlässig arbeitet. Endlos drehend kann es mit bis zu 250 Umdrehungen pro Minute beliebige Zwischenpositionen mit einer Wiederholgenauigkeit von 0,01 Grad anfahren. Im Gegensatz zu Drehmodulen mit Servomotor weist das ERS keine zusätzliche Störkontur auf. Zudem entfallen Elastizitäten durch Spiel und Reibung. Das Modul zeige hohe Beschleunigung, Schwenkgeschwindigkeit und Präzision, so der Hersteller.

Eine auf Wunsch integrierbare pneumatische Haltebremse stellt sicher, dass sich einzelne Positionen fixieren lassen. Eine Mittenbohrung ermöglicht die Durchführung von Kabeln oder Werkstücken beziehungsweise den Einsatz einer Kamera. Um Druckluft oder Signale schlauch- beziehungsweise kabellos direkt durch das Modul zu leiten, gibt es das Kompaktmodul auch in einer Version mit pneumatisch-elektrischer Durchführung, die via Schleifring beziehungsweise Luftkanal die Durchleitung von bis zu acht elektrischen Signalen (24 V DC/2 A) sowie einem Fluid mit einem Druck von bis zu acht Bar ermöglicht.

Das Drehmodul gibt es in drei Baugrößen mit Außendurchmessern von 135 bis 210 Millimeter. Die Version mit Drehdurchführung ist in zwei Baugrößen mit Außendurchmessern von 170 und 210 Millimeter erhältlich. Um die Steuer- und Regelungsstrategie flexibler zu machen, lassen sie sich wahlweise mit dem Motion Controller ECM (48-Volt-Variante) oder einem gängigen Standardregler beispielsweise von Bosch oder Siemens (560-Volt-Variante) betreiben.