Hornschuch-Anlage, Bild: Lenze

Mit einer Röntgeneinheit wird in der Anlage die Schichtdicke ständig überwacht. Bild: Lenze

Ob Modernisierung, Retrofit oder vorbeugender Instandhaltung – im Grund wollen alle Betreiber das Gleiche: Dass die Anlage auch weiterhin verlässlich und mit gleichbleibender Qualität produziert. Doch wann ist der richtige Zeitpunkt, um der liebgewordenen Maschine oder Fertigungsstraße eine Frischzellenkur zu verabreichen?

Bei Hornschuch, einem Hersteller von Abdeckungen für Laderäume in Stolzenau sieht der Instandsetzungsleiter Peter Posnanski den richtigen Zeitpunkt vor allem dann gekommen, wenn die Stillstandszeiten zunehmen. „Sie lassen sich mit unserem Instandhaltungsprogramm eindeutig dokumentieren. Die Auswertung nutzen wir dann als Grundlage für die sich anschließenden Investitionsgespräche mit den Maschinenverantwortlichen und der Geschäftsführung.“ Ein weiterer Grund, sich über Ersatzbeschaffungen Gedanken zu machen, sei die unsichere Verfügbarkeit von Austauschteilen. Diese resultiert vor allem aus herstellerseitig abgekündigten Komponenten wegen neuer Gerätetypen. Die Folge ist eine aufwendige Beschaffung der in der Regel teuren Ersatzlösungen mit entsprechend langen Lieferzeiten.

Diese beiden Aspekte waren es auch, die bei Hornschuch zu der Entscheidung führten, zwei Produktionsanlagen aus den 1980er-Jahren mit moderner Antriebstechnik auszurüsten – konkret in Gestalt von Servoreglern der Lenze-Reihe 9400. Ein weiteres Modernisierungsziel bestand darin, Gleichstromantriebe durch sparsame AC-Servomotoren zu ersetzen. Den Auftrag für die Arbeiten gab das Unternehmen direkt an die eigenständige Service-Gesellschaft von Leuze, weil die Stolzenauer bereits gute Erfahrungen mit deren Produkten und Betreuung gemacht hatten.

Skalierbare Servicemodule

Fertigung von Laderaumabdeckungen, Bild: Lenze
In einem durchlaufenden Rollenprozess entstehen unter anderem Laderaumabdeckungen für Autos. Bild: Lenze

Anlagenmodernisierungen müssen nicht automatisch ein komplettes Neuengineering von Motoren, Antriebsregelung oder Steuerungstechnik zum Inhalt haben. Lenze hat ein abgestuftes Servicemodell aufgebaut, das aus skalierten Leistungsmodulen besteht. Auch im Fall Hornschuch begann das Ganze mit der einfachsten Stufe: der Bestandsaufnahme im Rahmen einer Inspektion. Ziel der Arbeit war die Maschinenverfügbarkeit und die Lieferfähigkeit eventueller Auslaufartikel transparent machen.

Danach folgt die Maschinenanalyse. Sie setzt auf der Bestandsaufnahme auf und geht weiter ins Detail, um zum Beispiel Energieeinsparpotenziale zu erkennen, Schwachstellen oder Risiken aufzudecken und wertvolle Leistungsreserven zu erschließen. Hierbei untersucht Lenze elektronische und elektromechanische Antriebs- und Steuerungselemente unter besonderer Berücksichtigung funktionskritischer Schlüsselkomponenten.

Das Ergebnis bildet schließlich die Grundlage für in die Zukunft weisende Maßnahmen. Bei Hornschuch gab besonders die in Aussicht gestellte Energieeffizienz den Ausschlag, die DC-Motoren auszutauschen.