ke NEXT fragte bei Dirk Hoke, CEO Business Unit Large Drives bei Siemens, nach, wohin die große

ke NEXT fragte bei Dirk Hoke, CEO Business Unit Large Drives bei Siemens, nach, wohin die große Antriebstechnik bei Siemens steuert.

Seit Juli 2014 ist Dirk Hoke neuer CEO der Business Unit Large Drives bei Siemens. Zum 1. Oktober 2014 wurde zudem eine Neuorganisation der Geschäftsbereiche umgesetzt. ke NEXT fragte auf der SPS IPC Drives nach, wohin die große Antriebstechnik bei Siemens steuert.

Siemens hat ja – mal wieder – etwas umstrukturiert. Was fällt nun alles in den Bereich Large Drives?

Dirk Hoke, Siemens

Seit Juli 2014 ist Dirk Hoke neuer CEO der Business Unit Large Drives bei Siemens

Wir haben auf der Portfolio-Seite nur wenige Elemente verändert. Vor allem haben wir die Geared Motors von Mechanical Drives dazubekommen. Darüber hinaus haben wir die Branchen, die „Verticals“, neu sortiert: Wir haben innerhalb unserer Business Unit Verticals wie Metals oder Minerals sehr stark in den Vordergrund gerückt. Den Bereich Pulp & Paper haben wir umbenannt in Forest Fiber Industries, weil diese Branche sich sehr stark durch Anwendungen wie Zellstoff, Pack- und Tissue-Papier verändert. Wir haben das Vertical Cranes dazubekommen, ebenso wie  den Bereich Railway mit den Traction Drives. Im Gegenzug haben wir zwei Verticals abgegeben, das Thema Oil & Gas sowie Marines.

Interessieren Sie sich nicht mehr für Öl oder Schiffbau?
Im Gegenteil. Aber es gibt innerhalb der Division Process Industries and Drives die neue Business Unit Oil & Gas and Marines. Da ist es natürlich sinnvoll, die entsprechenden Inhalte auch dorthin zu übertragen.

A propos Märkte: Wie entwickeln sich die denn aus Ihrer Sicht?
Wir haben eine hohe Volatilität in bestimmten Märkten und Branchen. Wir denken, dass der Konsolidierungsprozess bei Metals  noch ein paar Jahre andauern wird wegen der Überkapazitäten im Markt. Wir sehen bei Minerals, dass die Rohstoffpreise aktuell keine zusätzlichen Investitionen rechtfertigen. Wir erwarten aber eine Besserung spätestens 2017. Es muss dann investiert werden, um die Minen in Betrieb zu halten. Das kann über normale Wartungsausgaben nicht aufrecht erhalten werden. Insofern gehen wir davon aus, dass dann erste Erholungseffekte erkennbar werden.
Oil & Gas  und Marines, hier sehen wir für unser Standardportfolio langfristig weitere Wachstumsmärkte.

Dirk Hoke ist seit 1996 bei Siemens. Nach Stationen in Bahnelektrifizierung, Antriebstechnik und Energieversorgung war er CEO des Clusters Africa. 2011 übernahm er die Leitung der Division Customer Services. Seit Juli 2014 ist er CEO der Business Unit Large Drives in der Division Process Industries and Drives.

Wo weltweit sehen Sie noch Wachstumsmöglichkeiten?
Regional registrieren wir Wachstumsindikation aus den Americas und aus Asien mit langfristigem Wachstum über dem europäischen Niveau.

Wieviel Spaß macht China noch?
China ist für uns einer der Top-drei-Märkte und wird das auch bleiben. Der Markt ist zwar etwas abgeschwächt, wir erwarten aber langfristig höheres Wachstum im Vergleich zu anderen Märkten. Generell gilt hier aber, dass der niedrigpreisige Markt stärker wachsen wird als der für hochpreisige Produkte. Da sind wir mit unseren Werken vor Ort und den lokalisierten Produkten sehr gut aufgestellt.

Was treibt die Branche aus technischer Sicht um?
Das Thema Energieeffizienz ist natürlich weiterhin sehr im Fokus. Zu Beginn des Jahres ist eine neue europäische Norm in Kraft getreten, die EN 50598. Die Norm regelt acht Messpunkte, an denen die Energieeffizienz gemessen wird, vom Umrichter über Motor und Getriebe bis hin zur eigentlichen Applikation.

Was bedeutet das für Siemens?
Dadurch wird die Effizienz des Gesamtsystems vergleichbar für Endkunden und OEMs. Für uns ist das gut, denn wir können den Mehrwert unseres integrierten Antriebsstrangs belegen.

Das Gespräch führte Wolfgang Kräußlich, Leitender Chefredakteur