Value Added Products, Bild: Rodriguez

Rodriguez realisiert im Rahmen der Value Added Products sowohl lineartechnische als auch rotative Systemlösungen. Bild: Rodriguez

Basierend auf dem langjährigen Engineering-Know-how sowie den speziellen Kenntnissen und Erfahrungen in der Mechanik hat Rodriguez einen weiteren Geschäftsbereich entwickelt, die Value-Added Products (VAP). Dank kurzer Entscheidungswege und der eigenen Fertigung kann das Unternehmen flexibel agieren. „In den nächsten drei Jahren rechnen wir für den Bereich VAP mit Wachstumsraten von bis zu 25 Prozent“, sagt Gunther Schulz, geschäftsführender Gesellschafter von Rodriguez. Die Systemlösungen mit dem großen Mehrwert für die Kunden sind ein maßgeblicher Baustein in der Unternehmensstrategie und sollen dabei helfen, die ehrgeizigen Umsatzziele zu erreichen: „Für das Jahr 2016 haben wir einen Umsatz von rund 29 Millionen Euro angepeilt, in zehn Jahren sollen es 40 bis 50 Millionen Euro sein.“ An der generellen Ausrichtung des Unternehmens soll sich jedoch auch in zehn Jahren nichts ändern. Es bleibt bei dem Fokus auf Lineartechnik und Präzisionslager einschließlich der Value Added Products, bei einer ausgewogenen Gewichtung beider Geschäftsbereiche.

Aufwand und Kosten reduzieren

Konstruktion der Baugruppe, Bild: Rodriguez
Rodriguez übernimmt die Auswahl der geeigneten Komponenten sowie die Konstruktion der Baugruppe. Bild: Rodriguez

Entsprechend dieser zweigleisigen Strategie realisiert Rodriguez im Rahmen der Value Added Products sowohl lineartechnische als auch rotative Systemlösungen. Die Nachfrage nimmt in beiden Bereichen seit Jahren stetig zu. „Das liegt unter anderem daran, dass nur wenige Unternehmen heute noch die Zeit für aufwendige Eigenkonstruktionen haben“, erläutert Schulz. „Gerade Systemlösungen sind in der Entwicklung oft mit einem zeit- und kostenintensiven Trial-and-Error-Prozess verbunden.“ Summiert man die Kosten für Zeitaufwand und Manpower, so lohnt sich der Einkauf einer maßgeschneiderten Lösung.

Grundlage der kundenspezifischen Lösungen sind die durch die Anwendung definierten mechanischen und steuerungstechnischen Rahmenbedingungen. Rodriguez übernimmt die Auswahl der geeigneten Komponenten sowie die Entwicklung und Konstruktion der Baugruppe. Somit ist gewährleistet, dass die Lösungen auch wirklich sämtliche Anforderungen erfüllen. Die Kunden profitieren zudem von einer Entlastung in der Beschaffung durch eine Reduzierung der einzelnen Bauteile.

Systemlösungen mit Potenzial

bedarfsgerechte Systemlösung, Bild: Rodriguez
Im Bereich der Lineartechnik bietet Rodriguez für nahezu jede industrielle Anwendung bedarfsgerechte Systemlösungen. Bild: Rodriguez

Im Bereich der Lineartechnik bietet Rodriguez für nahezu jede industrielle Anwendung bedarfsgerechte Systemlösungen auf der Basis von Linearführungen und mechanischen Antrieben. So entstand zum Beispiel ein hochgenau produziertes Schweißgestell einschließlich mechanischer Umbauteile, das beim Bedrucken von keramischen Oberflächen eingesetzt wird. Zum Einsatz kommen unter anderem Kugelumlaufführungen und Kugelgewindetriebe. Rodriguez übernahm die Entwicklung, Herstellung und Montage von Fertigungsteilen und Antriebskomponenten. Das Ergebnis: eine Systemlösung aus dem Bereich der Lineartechnik, die zu einem guten Druckergebnis maßgeblich beiträgt.

Im rotativen Bereich entstehen Systemlösungen häufig auf Basis der bewährten Kaydon-Dünnringlager. In Maschinen und Anlagen sind solche Lager oft Bestandteil komplexer Baugruppen. Für die anwendungsspezifische Modifizierung und die fachgerechte Montage der Bauteile ist allerdings besonderes Fachwissen erforderlich. Deshalb realisiert Rodriguez im Auftrag seiner Kunden integrierte Lösungen mit sämtlichen Umbauteilen, die konkret für die jeweilige Anwendung und Schnittstelle konzipiert wurden. „Das lohnt sich vor allem in Anwendungen, bei denen es auf Genauigkeit ankommt – also zum Beispiel in der Optik, der Feinmechanik oder in der Halbleiterindustrie“, so Schulz. „So bewährt sich eine unserer Systemlösungen in vollautomatischen Wafer-Handling-Systemen.“ Ein großes Potenzial für VAP sieht der Rodriguez-Geschäftsführer darüber hinaus auch in der Medizin- und Labortechnik und im allgemeinen Maschinenbau.

Flexibel mit eigener Fertigung

Abgesehen von den Kosteneinsparungen werden insbesondere die gute Funktion, die vereinfachte Montage und die hohe Qualität der Systemlösungen gelobt. Auch die Flexibilität stellt für die Kunden einen Mehrwert dar: Als mittelständisches Unternehmen mit kurzen Wegen kann Rodriguez ungleich schneller reagieren als große Konzerne. Das liegt nicht zuletzt daran, dass alle Prozessschritte im eigenen Haus abgedeckt werden können – von der Entwicklung über die Fertigung bis hin zur Montage. „Bei kundenspezifischen Lösungen muss es oft schnell gehen. Entsprechend ist das gute Zusammenspiel zwischen Vertrieb, Entwicklung und Konstruktion sowie unsere eigene Fertigung die Voraussetzung für unseren Erfolg in diesem Bereich“, weiß Schulz. „Wir erweitern nach wie vor unsere Produktionskapazitäten, um unseren Kunden noch mehr Flexibilität und Individualität bieten zu können.“

eigene Fertigung, Bild: Rodriguez
Nicht zuletzt dank der eigenen Fertigung kann das Unternehmen flexibel agieren. Bild: Rodriguez

So ist für das Jahr 2017 ein neues Gebäude mit zusätzlichen Produktionsflächen und Büros geplant. In diesen Neubau zieht die komplette Lineartechnik um. Der entstandene Platz im bestehenden Gebäude wird für die Erweiterung des rotativen Bereiches genutzt, wobei die Investitionen vor allem der Kapazitäts- und Sortimentserweiterung dienen. „Natürlich müssen die Anlagen auch durch entsprechendes Personal bedient werden“, so Schulz. „Somit werden wir mittelfristig auch neue Arbeitsplätze schaffen.“ Aktuell hat Rodriguez in eine neue Messmaschine investiert, die auch Wälzlager mit großen Außendurchmessern von bis zu 1500 mm prüfen kann. Zudem wird derzeit die Betriebsdatenerfassung optimiert, um die Prozessabläufe zu verbessern und die Produktivität weiter zu erhöhen. eh

Lineartechnik, Bild: Rodriguez
Für den Geschäftsbereich Lineartechnik plant Rodriguez im Jahr 2017 einen Neubau. Bild: Rodriguez