Rückseite der Maschine, Bild: Copal Development

Auf der Rückseite der Maschine werden die Gebinde automatisch palettiert. Dann holt sie ein Stapler ab. Bild: Copal Development

Copal Development entwickelt und baut Maschinen, die Container entladen. Das Marktpotenzial hierfür ist enorm. Weltweit werden jährlich 200 Millionen Container verschifft, und bei 60 Prozent davon befindet sich der Inhalt nicht auf Paletten. Das bedeutet, dass die Güter von Hand ausgeladen werden müssen – ein Knochenjob. Potenziell existiert hier ein immenser Markt für maschinelle Unterstützung, auf dem es auch nur wenig Konkurrenz gibt. Die Kehrseite der Medaille besteht darin, dass das mechanisierte Entladen von Containern ein äußerst komplexes Gebiet ist, das sehr viel hochentwickelte Technologie einschließt. Denn jeder Container ist anders beladen. Die Umverpackungen haben unterschiedliche Formate und Gewichte und auch die Formen sind verschieden.

Mit ihrer Maschine richtet sich Copal Development vorrangig an Betreiber großer Lager, die eine erhebliche Anzahl von Containern zu entladen haben. Dabei geht es vor allem um große Einzelhandelsunternehmen und Logistikdienstleister. Karel Hoogenboom, der seit dem Juni 2014 Geschäftsführer von Copal Development ist, erzählt: „Unser Einstieg waren die ersten Systeme, die wir in den Niederlanden errichteten.“ Das sind komplexe Maschinen, bei denen natürlich noch Kinderkrankheiten auftreten können. Daher ist es praktischer, wenn die ersten Systeme in der Nähe installiert sind. Das Unternehmen hat auch schon Maschinen in Nachbarländer verkauft und ist im Gespräch mit Kunden und Vertriebspartnern in Europa und Nordamerika.

Nur eine statt 20 Stunden

Rückseite der Maschine, Bild: Copal Development
Auf der Rückseite der Maschine werden die Gebinde automatisch palettiert. Dann holt sie ein Stapler ab. Bild: Copal Development

Beladen werden die Container meistens in Fernost, wo die Arbeitslöhne niedrig sind. In der westlichen Welt ist Arbeit teuer. Und das Löschen eines Containers mit Kartons oder Säcken verlangt bis zu 20 Mannstunden. Die von Copal Development gebauten Maschinen werden von nur einer Person bedient und benötigen für dieselbe Arbeit im Durchschnitt etwa eine Stunde. Bei 1500 Containern pro Jahr entspricht das einer Einsparung von ein bis zwei Mannjahren.

Ergonomisch hat eine Entlademaschine Vorteile. Die Kartons oder Säcke müssen sowohl vom Boden als auch von oben aufgenommen werden. Und ein Container ist bis 2,70 Meter hoch. Zusammen mit dem oft hohen Gewicht der einzelnen Kartons führt dies ohne Entlademaschine zu enormer körperlicher Belastung. Und auch in der Logistik werden die Mitarbeiter immer älter. Hinzu kommt, dass ein Entladetrupp teilweise Restgasen ausgesetzt ist. Das können Gase sein, die bewusst in den Container eingebracht worden sind, um zum Beispiel Ungeziefer abzutöten oder Frischprodukte zu konservieren, aber auch Gase, die von den verpackten Produkten freigesetzt werden, beispielsweise von Kunststoffschäumen und Weichmachern. Die Entwickler der Entpackungsmaschine haben dieses Problem so gelöst, dass die Bediener in einer Kabine sitzen, die verschlossen und unter Überdruck gebracht werden kann.