Ölhydraulik Altenerding ist in 50 Jahren besonders im Mobilbereich gewachsen 1

Mobil-, Industrie- und Sonderhydraulik-Komponenten bis 1000 bar umfasst das Produktportfolio des Hydraulik-Unternehmens Ölhydraulik Altenerding. Die Produktpalette reicht von einfachen Hydraulikzylindern bis hin zu kompletten Systemlösungen in verschiedensten Bauweisen und Ausführungen. Speziell für Anwendungen in der Mobil- und Industriehydraulik werden Zylinder mit integrierter Ventil-/Druckmesstechnik oder Wegmessung angeboten.
Autorin: Ingrid Fackler, Redakteurin

Der Inbegriff von organischem Wachstum aus eigener Kraft ist das Hydraulik-Unternehmen Ölhydraulik Altenerding – ein bodenständiger Familienbetrieb, im Besitz der beiden Familien Dechamps und Kretz, der auch nach 50 Jahren noch von einem Mitarbeiter der ersten Stunde geführt wird.

„Wir waren ganze vier“, beschreibt Ferdinand Kretz die erste Mannschaft 1961 des zunächst in einer umgebauten alten Mühle bei Erding angesiedelten jungen Betriebs für Radialkolbenpumpen und einem patentierten Abstützsystem: hydraulische Pendelachsblockierungen für Mobilbagger.

Kretz war von Anfang an als kaufmännischer Mitarbeiter dabei, beteiligte sich dann 1972 finanziell an der Firma und übernahm die Geschäftsführung, die er noch immer inne hat. Heute umfasst das Unternehmen rund 250 Mitarbeiter an den beiden Standorten Erding und Naumburg.

Doch immer der Reihe nach: Dank dieser patentierten Abstütztechnik konnte der Betrieb zuerst in der Baggerindustrie Fuß fassen. Rasch wurde das Programm durch Abstützhydraulik für Autokrane erweitert.

Expandiert hat das Unternehmen aber auch mit Sonderhydraulik: Spannregister für die Holzindustrie, Dämpfungszylinder für Roboter und Federspeicherzylinder für Bremsanlagen wurden entwickelt. In allen Fällen waren dies die Ergebnisse von spezifischen Kundenanforderungen. Zudem waren alle Entwicklungen immer eng verknüpft mit der entsprechenden Ventiltechnik für die Abstützungen, die bereits in die Zylinder integriert war.

Das war damals eine wesentliche Erleichterung für die Anwender, die dadurch weniger Verrohrungsaufwand hatten. Schrittweise das Kunden-Vertrauen erworben Bereits 1977 war das Unternehmen mit 60 Mitarbeitern dann an seine räumlichen Grenzen gestoßen, sodass eine neue Fertigungshalle in Altenerding gebaut werden musste, die dann kontinuierlich in mehreren Bauabschnitten bis heute auf fünf Hallen für Fertigung, Lager und Endmontage immer wieder erweitert wurde.

Heute steht in Erding auf einem Areal von 20.100 qm eine moderne Fertigungs- und Montageanlage mit leistungsstarken CNC-Dreh- und Fräszentren, einer genauen Hon- und Schleiftechnik, moderner Messtechnik und mobilen Prüfständen. Aktuell ist eine weitere Lagerhalle mit Hochregallager in Planung. Das Sicherheitsbauteil Pendelachsblockierung erwies sich als Verkaufsschlager.

Es war für das noch junge Unternehmen der Einstieg in weitere mobile Anwendungsbereiche wie Mobilbagger, Lader und Krane. „Wir haben uns schrittweise das Vertrauen der Kunden erworben“, beschreibt Ferdinand Kretz seine Strategie der kundenspezifischen Lösungen.

Bereits beim Münchner U-Bahnbau kam 1968 ein Messervortrieb mit 700 bar zum Einsatz – auch eine Entwicklung von Ölhydraulik Altenerding. Sonderlösungen sind generell die Spezialität des Unternehmens: bis 1000 bar arbeiten die unterschiedlichen Hydraulik-Lösungen, die in vielfältigen Anwendungen und Märkten zum Einsatz kommen.

So reicht die Produktpalette vom einfachen Hydraulikzylinder bis hin zu kompletten Systemlösungen in den verschiedensten Bauweisen und Ausführungen. Expansionsmöglichkeiten sah das Unternehmen 1994 im Osten Deutschlands: In Naumburg an der Saale (Sachsen Anhalt) gründete Ölhydraulik Altenerding die Firma Namac. In diesem Unternehmen sind derzeit mit 60 Mitarbeitern überwiegend Facharbeiter beschäftigt.

Es dient auch als verlängerte Werkbank zur Unterstützung für Erding. Mittelfristig soll dort auch eine Hydraulikfertigung aufgebaut werden. Dafür werden schon heute intensive Schulungen für das Naumburger Personal angeboten. Zudem findet ein reger Personalaustausch mit der Schwesterfirma statt. So arbeiten viele Mitarbeiter aus Sachsen-Anhalt die Woche über in der Fertigung und Endmontage in Erding.

Die Ausbildungsquote ist mit zehn Prozent sehr hoch. Denn es ist dem Hydraulik-Unternehmen sehr wichtig, bestens ausgebildete Facharbeiter als Dreher, Fräser, Schleifer oder Schweißer zu beschäftigen. Alle Mitarbeiter sind für ihren Arbeitsplatz verantwortlich, erstellen selbst die notwendigen NC-Programme, rüsten ihre Maschinen und führen während der Produktion die notwendigen Prüfungen am Werkstück durch.

Arbeitssicherheit und Umweltschutz sind bereits seit Jahren Bestandteil der Fertigung an beiden Standorten. So ist aktiver Umweltschutz in alle Unternehmensbereiche integriert. Das Managementsystem der Firma wurde um den Bereich Arbeitssicherheit erweitert, alle erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen in den Prozessen verankert. 

www.oelhydraulik.de