Bedienung mit links 1

Die unterschiedlichen Verhältnisse an den Lade- und Entladestellen von Absetzkippern erfordern ein äußerst flexibles Absetzsystem, das über eine Vielzahl hydraulischer Funktionen gesteuert wird. Eine anspruchsvolle Aufgabe, für die sich eine elektronische Steuerung mit CAN-Bus-Anbindung geradezu anbietet.

Für die Trennung und Entsorgung von Abfällen im Industriebereich und in der Bauwirtschaft sind bereitgestellte Container eine wirtschaftliche Lösung. Ein Absetzcontainer lässt sich für den optimalen Arbeitsfluss bestmöglich platzieren – Voraussetzung dafür ist ein Absetzsystem mit ausgeklügelter Mechanik und ein Bediensystem, mit dem der Fahrer alle Funktionen einfach und sicher beherrschen kann.

Beim schwedischen Hersteller für Spezialaufbauten Laxo Mekan AB, mit Sitz in Örebro, hat man sich hierüber viele Gedanken gemacht und kam zum Ergebnis, dass vor allem das Bedienkonzept entscheidend für den Erfolg der Produkte ist. Dabei ist eine Funksteuerung ein echtes Plus. Sie erleichtert das sichere und einfache Aufnehmen und Absetzen der Container. Denn der Fahrer kann den Vorgang aus der optimalen Position heraus steuern und beobachten. Die einzelnen Funktionen sind über eine CAN-Steuerung miteinander verknüpft oder gegeneinander verriegelt. Das ermöglicht Zusatzfunktionen und schließt Fehlbedienungen aus. Die Steuerung kommt von Kuhnke.

Innerhalb seiner mobilen Automatisierungsplattform Arriva bietet das Unternehmen frei programmierbare I/O-Controller mit integriertem 16-Kanal-Funkempfänger an. Diese Multimodule bilden in Verbindung mit einem kleinen Handsender eine integrierte und kompakte Lösung. Laxo setzt sie platzsparend in einer Vielzahl von Aufbauten ein. Denn durch ihre hohe Schutzart können sie beliebig am Fahrzeugrahmen platziert werden.

Aber auch in Richtung der Wirtschaftlichkeit bietet die Arriva-Steuerung neue Möglichkeiten: Der Hydraulik-Steuerblock wurde bei Laxo bislang wegen einer geringen elektrischen Leistungsaufnahme mit pneumatisch vorgesteuerten Schwarz-Weiss-Ventilen ausgeführt. Dabei wurden bewusst Hydraulikzylinder mit großen Kolbendurchmessern verwendet, um durch deren langsameren Vorschub eine bessere Handhabung der Bewegungen des Gerätes zu erreichen.

In der neuen Generation von Laxo-Absetzkippern ging man den Weg über direkt gesteuerte Proportionalventile und konnte daher kleinere und damit kostengünstigere Hydraulikzylinder einsetzen. Die Arriva-Steuerung kann Funksignale direkt in PWM-Signale umsetzen und ermöglicht damit die Programmierung eines weichen Start/Stopp-Verhaltens der Hydraulikzylinder während des Tastendruckes auf der Fernbedienung.

Diese weichen Bewegungszyklen verhindern trotz schnellerem Vorschub jegliche Ruckbewegungen und schonen insbesondere unter Last und bei erhöhtem Leerlauf das Material. Die Außensteuerung am Chassis wird durch ein Tastenpanel realisiert, das mit einer vieradrigen Leitung einfach an den CAN-Bus angeschlossen wird. Das spart eine Menge Verkabelungsaufwand. Für die Kunden, die das proportional regelbare Vorschubverhalten der Zylinder nicht durch programmierte Kurven, sondern selbst regeln möchten, kann die neue Generation kleiner Funksender von Kuhnke auch mit Joysticks ausgerüstet werden. Diese Alternative bedeutete bislang immer relativ große Funksender, die mitunter am Körper störten und sich nicht mit einer Hand bedienen lassen.

„Kuhnke hat für diese Anwendungen eine optimale Lösung gefunden und bietet einen kleinen Handsender zu seinen I/O-Controllern an, der mit Joysticks und Tasten ausgerüstet werden kann und dabei nur so groß ist, dass er in einer Hand zu halten ist,“ sagt Tomas Himberg, Entwicklungsleiter bei Laxo.

Dezentrale Steuerungsmodule
Anstelle einer Master/Slave-Architektur sind die Arriva-Module dezentrale Steuerungsmodule, die über CAN-Bus miteinander kommunizieren. Jedes Signal ist über den Bus als Ein- oder Ausgang sichtbar und kann für logische Verknüpfungen in der Software genutzt werden. Dadurch ist das System übersichtlich und flexibel; denn jede Funktion, die gesteuert werden soll, ist dezentral dem entsprechenden Modul zugeordnet.

Die Programmierung erfolgt mit der menügeführten Software Arriva Pilot, die speziell auf die Funktionen im Bereich der Hydrauliksteuerung zugeschnitten ist. Sie ist so benutzerfreundlich gestaltet, dass auch Anwender ohne Programmiererfahrung eigene Softwareanpassungen oder komplette Neuerstellung realisieren können.
Änderungen, Ergänzungen und unterschiedliche Fahrzeugoptionen sind leicht zu ergänzen, die Kosten des Systems hängen ganz einfach davon ab, wie viele Funktionen gesteuert werden müssen.

Laxo profitiert schon lange von eigenem Know-how in der Programmierung von Arriva und setzt die kleinen Multimodule auch für Wechselaufbauten und Fahrmischer ein. Beim Fahrmischer kann über die Funksteuerung und direkte Ausgabe von PWM-Signalen die Trommelgeschwindigkeit und Drehrichtung gesteuert werden.

Dass die Arriva-Komponenten dem mobilen Einsatz gewachsen sind, versteht sich von selbst. Durch ihren erhöhten Temperaturbereich und die Kapselung gegen Feuchtigkeit und Staub bieten sie sich für den rauen Arbeitsalltag an. Darüber hinaus machen ein Verpolungsschutz, Schutz gegen Überlastung und Kurzschluss die Multimodule in schwerer Gehäuseausführung auch elektrisch robust.

Technik im Detail
Automatisierungsplattform Arriva
Alle Arriva-Steuerungskomponenten sind als Master konzipiert, Ein- und Ausgänge werden durch den internen Prozessor verarbeitet. Die Ein- und Ausgangssignale können parallel über den integrierten CAN-Bus von anderen vernetzten Arriva-Komponenten verarbeitet werden. Die Ausgänge der Arriva-Komponenten verwenden als Schaltelektronik intelligente Power-FET mit Temperaturabschaltung, Strombegrenzung und Kurzschlusserkennung. Dieses fast unverwüstliche Bauteil wirkt wie ein sehr schnelles Relais und schaltet Ströme bis zu vier Ampere pro Ausgang. Die Multimodule sind in verschiedenen Versionen mit bis zu 24 digitalen Ausgängen und 24 digitalen Eingängen, sowie acht analogen Eingängen ausgerüstet. Optional sind H-Brücken, PWM Ausgänge und Frequenzeingänge konfigurierbar. Mit dem integrierten Funkempfänger können 16 analoge Signaleingänge verarbeitet werden. Das System kann über ein GSM-Modem für Softwareupdates oder zur Diagnose mit dem Servicestandort kommunizieren.