Heavy-Duty Drehgeber

Mit der HOG-86-Familie möchte Baumer Für jede Anwendung den passenden Heavy-Duty Drehgeber bieten. Bild: Baumer

Baumer hat seine HOG86-Familie grundlegend überarbeitet. Der Anwender kann nun exakt die Eigenschaften auswählen, die er wirklich benötigt, ohne Abstriche bei der Lebensdauer oder den Heavy-Duty-Merkmalen zu machen. Kern der inkrementalen HeavyDuty-Drehgeber ist eine sehr solide Grundausstattung, die um nützliche Extras erweiterbar ist. Damit sind anwendungsspezifische Lösungen als Standardlösung realisierbar. So wird nicht jeder Drehgeber im Freien eingesetzt und zusätzlicher Korrosionsschutz außen und an herstellerspezifisch lackierten Maschinen wird überflüssig.

Erfordert die Anwendung eine stark erhöhte Lebensdauer, bietet sich der Einsatz optionaler Hybridkugellager an. Der Drehgeber lässt sich somit auf verschiedene Standzeiten konfektionieren. Kurz gesagt, der Anwender bezahlt nur die Eigenschaften, die er wirklich benötigt und ist stets frei von Einschränkungen bei den Heavy-Duty-Produktleistungen.

Praxisgerechte Neuerungen

HOG 86
Der HOG 86: Hart im Nehmen, präzise im Einsatz. Hauptanwendungen der HOG-86-Familie sind Motor- und Generator-Feedback. Bild: Baumer

Hart im Nehmen, präzise im Einsatz – so die Maßgabe der HOG-86-Familie, die eine permanent zuverlässige Drehzahlmessung liefert. Für Endanwender im Heavy-Duty-Bereich wurden die bestellbaren Auflösungen explizit auf 5000 Striche ausgeweitet. Damit lassen sich auch langsame Drehbewegungen vermessen.

Doch die Auflösung allein bringt keinen Mehrwert, wenn die Signale nicht präzise sind. Daher basiert die höhere Auflösung auf einer optischen Abtastung. Der eingesetzte Opto-ASIC liefert bei starken Temperaturschwankungen und widrigen Umgebungsbedingungen kontinuierlich saubere Signale. Hierbei ist es Baumer gelungen, die optisch präzise Abtastung mit der mechanisch robusten, bewährten zweiseitigen Lagerung zu kombinieren.

Dieses Konzept gewährleistet gegenüber einseitigen Lagerungen eine höhere Lagerlebensdauer. In der Praxis bedeutet das: Größere Reserven, höhere Lebensdauer und weniger Wartung der Anlagen. Wie die Lager, so ist auch das Aluminium-Gehäuse auf höchste Beanspruchung ausgelegt. Über zehn Millimeter Wandstärke tolerieren auch stärkere Schock- oder Vibrationsbelastungen problemlos.

Detaillösungen schützen den Geber schon beim Anbau: Ist der Klemmenkasten beim Anschließen geöffnet, stellt eine innere Kapselung sicher, dass Abtasteinheit und Elektronik weiterhin gegen Staub und Feuchtigkeit geschützt bleiben. Bei der Datenausgabe setzen die robusten Geber neue Maßstäbe: Die Ausgangstreiber überspannen Übertragungswege bis 350 (HTL-P) oder 550 Meter (TTL), über den gesamten Temperaturbereich von minus 40 bis plus 100 Grad. Sind noch längere Distanzen zu überbrücken, steht die LWL-Outdoor-Box zur Verfügung, Übertragungswege sind bis 1500 Meter ermöglicht.

Je nach Anwendung

Hauptanwendungen der HOG-86-Familie sind Motor- und Generator-Feedback. Gerade hier ist Zuverlässigkeit des Gebers gefragt. Ein Elektromotor, ungeachtet seiner Klassifizierung, verbraucht seinen Kaufpreis in Energiekosten, sobald er einen Monat ununterbrochen gelaufen ist. Die Ausfallzeit einer großen Fabrik kann schnell eine Million Euro pro Tag kosten.

Das zeigt: Nur zuverlässige und hocheffiziente Motoren erreichen die niedrigsten Gesamtkosten. Genau hier spielt der Drehgeber eine wichtige Rolle, da er als Feedback-System erheblich zur Effizienz beträgt und gleichermaßen zuverlässig arbeiten muss.

Der HOG 86E erfüllt mit einer Auflösung von bis 2500 Impulsen pro Umdrehung alle geforderten Drehgeberfunktionen und Heavy-Duty-Produkteigenschaften wie isolierte Welle und robuste Anschlusstechnik. Das korrosionsbeständige Gehäuse nach IEC 60068-2-52 (Salznebeltest) schützt die Geberelektronik.

Ist eine individuelle Ausstattung gefordert, so kommt der HOG 86 zum Einsatz. Hier steht auf Wunsch eine Auflösung bis 5000 Impulse pro Umdrehung zur Verfügung. Durch eine Vielzahl von Anschlussvarianten kann der Geber auf verschiedene Einbauverhältnisse individuell angepasst werden. Hinzu kommt eine korrosionsfeste Oberflächenbeschichtung, die einen Gehäuseschutz gemäß Korrosionsklasse C4 nach ISO 12944-5 erfüllt.

Alle anderen Komponenten wie Kabelverschraubungen, Flanschdosen und Schrauben sind ebenfalls in Edelstahl oder mit Korrosionsschutz ausgeführt. Die optionalen Hybridlager haben gegenüber der Vollstahlvariante unter gleichen Bedingungen eine dreimal höhere Lebensdauer. Auf Wunsch ist die Funktionsüberwachung EMS (Enhanced Monitoring System) lieferbar. Das System unterstützt schon den Installateur, da sofort signalisiert wird, ob der Geber signal- und versorgungsseitig korrekt angeschlossen ist.

Im laufenden Betrieb überwacht das EMS stets die Vitalwerte des Gebers und teilt Fehler an die Steuerung mit. Noch höhere Sicherheit bei der Signalübertragung bietet nur noch der HOG 86M mit redundanter Signalerfassung. Er ist erste Wahl für sicherheitskritische Anwendungen. bf