Kollmorgen dezentrale Servotechnik

Für Maschinen der Lebensmittel- und Verpackungsindustrie sind platzsparende, modulare Antriebslösungen gefragt. Dezentrale Servotechnik unterstützt diesen Trend. Bild: Kollmorgen

Zwei Ausgangspunkte für Kollmorgens Entwicklung sind die hohe Verbreitung von Rockwell mit Ethernet/IP in Amerika sowie Siemens mit Profinet in Europa. Für Hersteller, die in beide Räume liefern, haben diese regionalen Gepflogenheiten die Konsequenz, Maschinen mit den jeweils geforderten Steuerungen auszurüsten. Weil mit der Wahl der Automatisierung automatisch die Frage nach der Kommunikation auftaucht, vereinfacht Kollmorgen jetzt mit einer Multi-Language-Schnittstelle die Anbindung der gerade gefragten Steuerung an die dezentrale Servotechnik in Gestalt der dezentralen Gerätereihe AKD-N.

Platzersparnis, steigende Energieeffizienz sowie sinkende Installations- und Montagekosten sind nur drei Vorteile, die für den Einsatz der dezentralen Servotechnik im Maschinenbau sprechen. Zunächst einmal schafft die Platzierung der Regelungstechnik in unmittelbare Nähe zur eigentlichen Antriebsaufgabe Platz im Schaltschrank. Diese können in Folge kleiner ausfallen und sind damit leichter und kompakter in Maschinengestelle integrierbar. Neben des effizienteren Umgangs mit der Ressource Betriebsfläche erweitern die AKD-N durch ihren robusten Aufbau und Schutzart IP65 zeitgleich die Freiheitsgrade von Entwicklungsabteilungen bei der Konstruktion neuer Maschinen aufgrund geringerer räumlicher Restriktionen.

Multilanguage-Schnittstelle
Dank der Multilanguage-Schnittstelle lassen sich auch dezentrale Servoachsen mit Edelstahlmotor sehr einfach in unterschiedliche Steuerungssysteme einbinden. Bild: Kollmorgen

Ein weiterer Effekt der Verlagerung der Servoantriebstechnik in die Maschine: Die Verlustwärme tummelt sich nicht mehr auf einem Fleck im Schaltschrank, was wiederum Geld spart durch Wegfall der Klimatisierungen und so dauerhaft die Betriebskosten senkt. Vor dem Hintergrund des Deratings hat sich Kollmorgen bewusst dafür entschieden, die dezentralen Servoregler AKD-N als abgesetzte Lösung zu entwickeln. Auf diese Weise liefern die Geräte volle Leistung. Bei Huckepacklösung kann die Abwärme der Motoren mehr als 30 Prozent Leistungseinbußen zur Folge haben. Zudem schafft das Nebenan statt Mittendrauf mehr Freiheit bei der Motorenwahl.

Motorenauswahl: Maximale Freiheit

Dezentrale Antriebstechnik
Rechts im Bild: Dezentrale Antriebstechnik spart Platz im Schrank. Bild: Kollmorgen

Standardisierte Synchronmotoren, kundenspezifische Sondermotoren, hygienische Edelstahlmotoren in Schutzart IP69K, lineare und rotative Direktantriebe sowie auch Asynchronmaschinen: Den dezentralen AKD-Servoreglern ist es egal, welchen Motor sie regeln. Das macht es in der Praxis leicht, für die jeweilige Antriebsaufgabe das bestmögliche System einzusetzen – ohne sich dabei in der Variantenvielfalt zu verzetteln. Weil die dezentralen Regler funktional zudem die gleiche AKD-Plattform nutzen, sind auch Mischformen aus zentralen und dezentralen Reglern innerhalb einer Applikation einfach zu realisieren. In Summe unterstützt Kollmorgen einerseits die Konzeption passgenauer Lösungen bei gleichzeitig hohem Maß an Standardisierung, was unter dem Strich die Kosten für Lagerhaltung, Dokumentation und Einkauf senkt.

Die nur kurz skizzierten Eigenschaften der dezentralen Servotechnik lassen sich jetzt dank der Weiterentwicklung in der Kommunikation unabhängig vom darüber liegenden Steuerungssystem nutzen. Profinet, Ethercat, Ethernet/IP: Mit der neuen Multi-Language-Schnittstelle brauchen Maschinen- und Anlagenbauer keine Rücksicht mehr darauf zu nehmen, mit welcher Sprache ihre Steuerung gerade spricht. Weil die Kommunikation im System AKD-N von Kollmorgen letztlich nur noch eine Frage der Softwareeinstellung ist, lässt sich die Aktorik bei einem marktbedingten SPS-Wechsel ganz einfach per Knopfdruck anpassen. Hersteller kommen auf diese Weise in die vorteilhafte Lage, ihre Maschinen frei von länderspezifischen Eigenschaften oder speziellen Werksvorschriften ihrer Kunden konzipieren zu können. Darüber hinaus ist das Ganze auch noch deutlich einfacher zu modularisieren – ein Aspekt, bei dem gerade die dezentrale Servotechnik ihre ganze Leistungsstärke unter Beweis stellen kann.