Schneider Electric

Heinz-Peter Hauptmanns von Schneider Electric sieht große Chancen in der offenen Kommunikation im Internet der Dinge. Bild: Schneider Electric

1 Welche Anforderungen ergeben sich aus dem Internet der Dinge für Steuerungen und Bussysteme in der Automation?

Der Trend zu noch mehr offener Kommunikation wird durch das Internet der Dinge weiter verstärkt. Immer flexiblere Produktionssysteme mit hohem Integrationsgrad in Bezug auf Geschäftsprozesse fordern mehr Transparenz. Die lässt sich am besten mit Ethernet in Kombination mit offenen Protokollen erzielen. Damit verbunden sind allerdings auch rapide wachsende Datenmengen, die die neue Offenheit mit sich bringen, und selbstverständlich auch eine schnell wachsende Bedeutung des Themas Cyber Security, damit sich der Vorteil offener Systeme nicht ein hohes Risiko durch Angreifbarkeit verkehrt.

2 Was spricht aus Ihrer Sicht für oder gegen eine Dezentralisierung der Steuerungsintelligenz?

Dezentralisierung bringt – gerade im Anlagenbau – eine Reihe von Vorteilen mit sich. Ein Gesamtprojekt kann so in überschaubarere Teilaufgaben heruntergebrochen werden. Die einzelnen Komponenten weisen eine geringere Komplexität auf, wodurch Programmierung und Engineering zuverlässiger werden. Auch für Betrieb und Instandhaltung bringt die Dezentralisierung Vorteile, weil Ausfälle nur einzelne kleine Komponenten betreffen. Auf der anderen Seite müssen so natürlich wesentlich mehr Einzelsysteme aktuell gehalten werden, beispielsweise bei Updates und Änderungen der Firmware. Unter Umständen müssen für entsprechende Aktionen lange Wege in Kauf genommen werden.

3 Wie steht das Wettrennen zwischen Feldbussen und Industrial Ethernet?

Transparenz und Offenheit der Systeme im Zeitalter der vierten industriellen Revolution erfordern entsprechende Kommunikationsmöglichkeiten. Deswegen stehen bei uns Ethernet TCP/IP und Ethernet/IP ganz klar im Fokus. Außerdem können Anwender hier auf eine breite Palette günstiger Komponenten zurückgreifen. Gateways lassen sich heute dank FDT/DTM komfortabel nahtlos in Automatisierungsarchitekturen implementieren und integrieren.

4 Welche Trends sehen Sie darüber hinaus bei Steuerungen und Bussystemen?

Durch das Internet der Dinge werden Geschäftsmodelle möglich, die heute noch kaum vorstellbar sind. Erste Anzeichen werden hier beispielsweise beim Smart Home sichtbar, wo die Trends mehr und mehr von Playern mitbestimmt werden, die nicht aus der Gebäudeinstallation stammen, beispielsweise Google oder AVM, dem Hersteller der Fritz!Box. Wir dürfen gespannt sein, wie sich die Rolle der Automatisierungshersteller zukünftig verändern wird – vor allem auch unter dem Aspekt, dass Wissen über Geschäftsprozesse in der Industrie 4.0 eine wesentliche Rolle spielen wird.