Scara-Roboter, Bild: Epson

Die LS-Scara-Baureihe von Epson sind eine Art Einsteiger-Modelle in die Robotik. Bild: Epson

Epson lässt bei der Konzeption der LS Scaras alles fort, was nicht unbedingt benötigt wird. Das Unternehmen hat Roboter entwickelt, die auf alles verzichten, was die Kosten in die Höhe treibt und für eine Vielzahl an Anwendungen nicht erforderlich ist. Aus dieser Entwicklungsmaxime sind mit dem LS3, dem LS6 und dem LS20 drei Light-Scara-Modelle entstanden, die sehr günstige Einstiegspreise und hohe Geschwindigkeit bieten. Die abgespeckten Roboter sind in Standard- oder Reinraumkonfiguration bis ISO-Klasse 4 erhältlich. Mit maximalen Traglasten von drei, sechs oder 20 Kilogramm bei Reichweiten von 400, 600 und 1.000 Millimetern decken sie ein breites Spektrum an Montage- und Handhabungsaufgaben ab. Die Preise beginnen bei 10.000 Euro für das kleinste Modell.

Heiko Röhrig, Vertriebsleiter bei EGS Automatisierungstechnik in Donaueschingen, sieht darin ein sehr gutes Angebot: „Wir haben bereits über 100 LS Scaras in unterschiedlichen Applikationen eingesetzt und sind begeistert von den Möglichkeiten dieser Maschinen. Aufgrund des niedrigen Investments für diese Vierachser konnten wir Automationslösungen für Aufgabenstellungen anbieten, die ansonsten wirtschaftlich nicht zu realisieren gewesen wären und wahrscheinlich an Produktionsstandorte mit Niedriglohnniveau verloren gegangen wären.“

Neue Freiheiten in der Konstruktion

Epson Robotik, Bild: Epson
Die Scaras von Epson kommen mit Steuerung und Simulationssoftware. Bild: Epson

Bei EGS sieht man deshalb in der Einführung dieser Roboter weit mehr als eine Scara-Variante. Vielmehr ist es nach Firmenangaben eine neue Denkweise in der Konstruktion, die die LS-Scaras ermöglichen. Laut Röhrig führen die kostengünstigen Einstiegsmodelle zu einem Umdenken bei der Gretchenfrage „Linearachs-Sonderkonstruktion versus Roboter“. Heute sei bereits bei zwei, höchsten drei benötigten Achsen der Break-Even-Punkt erreicht, sodass die Konstruktion applikationsspezifischer Linearachssysteme bei EGS weitgehend der Vergangenheit angehöre.

Stattdessen nutzen die Donaueschinger freiwerdende Konstruktionskapazitäten für anspruchsvollere Projektarbeiten. Die Kunden profitieren in zweifacher Hinsicht: Erstens von einer hochflexiblen, zukunftssicheren Robotiklösung und zweitens von einer kürzeren Realisierungszeit. Dazu Röhrig: „Während eine speziell konstruierte Achslösung zunächst Engineering erfordert, danach Komponenten bestellt, anschließend montiert und verkabelt werden müssen, haben wir die LS-Roboter ab Lager sofort verfügbar und nach wenigen Minuten ist die komplette Inbetriebnahme abgeschlossen. Und nicht zu vergessen: Die Scaras kommen mit Steuerung und Simulationssoftware.“

Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit auf hohem Niveau

Epson hat bei den Light Scaras auf weiterführende Funktionalitäten, eine größere Modellvielfalt sowie auf bestimmte Features der Premiumbaureihen verzichtet, an der Zuverlässigkeit und Qualität sei aber nicht gespart worden. „Natürlich haben wir die LS-Scaras konsequent auf günstige Anschaffungs- und Betriebskosten getrimmt, dennoch verfügen die Maschinen über die typischen Epson-Tugenden wie Zuverlässigkeit, Geschwindigkeit und Langzeit-Qualität. Die in Großserie gebauten Standardmaschinen sind in puncto Leistungsfähigkeit, weltweitem Support und Flexibilität Sonderlösungen aus Linearachsen weit überlegen“, so Volker Spanier, Leiter Epson Factory Automation EMEA Region.

Scaras auch für anspruchsvollere Applikationen

Dass EGS die LS-Scaras nicht nur für sehr einfache Anwendungen, sondern auch für anspruchsvolle Automatisierungslösungen einsetzt, zeigt eine kürzlich realisierte Montageanlage für einen Kunden, der einen namhaften Automobilzulieferer mit montierten Bauteilen beliefert. Dabei steht das lagerichtige und Kraft-Weg-überwachte Einpressen von kleinen Wellen in einen scheibenförmigen Grundkörper auf dem Programm. Die rotationssymmetrischen Bauteile erreichen die Zelle über ein Förderband, während die Wellen über einen Vibrationsförderer zugeführt werden.

Sämtliche Handhabungsvorgänge innerhalb der kompakten Zelle übernehmen drei der Scaras. Der erste Epson LS 3 holt ein Bauteil ab und legt es in der richtigen Orientierung auf dem Rundschalttisch ab. Währenddessen greift ein zweiter Scara eine Welle und hält sie unter die Presse, die die Kraft-Weg-überwachte Montage ausführt. An zwei weiteren Stationen erfolgen mechanische und optische Qualitätssicherungsschritte samt lückenloser Dokumentation, ehe schließlich der dritte Light Scara die Entnahme der Baugruppe sowie die Ablage auf dem Fertigteilspeicher erledigt.

Bei dieser Anwendung ist die kompakte Bauweise der LS-Scaras vorteilhaft. Die drei Roboter gruppieren sich samt Presse und Visionsystemen auf engstem Raum um den Rundschalttisch. „Hier mühsam mit eigenkonstruierten Linearachslösungen arbeiten zu müssen, hätte das komplette Projekt ad absurdum geführt. Mit den LS-Scaras hingegen konnten wir unter Einhaltung des Budgets die Vorgaben des Kunden hinsichtlich Taktzeiten, Raumbedarf und Qualitätssicherung optimal erfüllen“, betont Röhrig. Mit den Vierachsern verfügt die Anlage über die nötige Flexibilität, um Bauteiländerungen den Schrecken zu nehmen.

Light Scaras vier Wochen testen

Wie überzeugt man bei EGS von den Epson LS-Scaras ist, unterstreicht das Unternehmen jetzt mit der Testaktion RoboTry. Hier können robotikunerfahrene Anwender gegen eine Leihgebühr entweder den Epson LS3 oder den LS6 auf Herz und Nieren testen. In der Gebühr enthalten sind die Anlieferung, die Inbetriebnahme beim Anwender sowie eine kurze Einweisung. „Bestimmt werden viele Unternehmen ohne Robotikerfahrung nach dieser Testaktion positiv überrascht sein, wie einfach der Umgang mit den Robotern ist und wie schnell sich die Maschinen in die Produktion integrieren lassen. Und wir sind uns sicher, dass viele Roboter nach der vierwöchigen Testphase bei den Anwendern einen dauerhaften Job finden. Die Vorteile sind einfach zu überzeugend“, verspricht EGS-Roboterstratege Röhrig. eh