Trennung von Panel, Smart-Display-Link-Anschluss und PC-Modul - Bild: B&R

Die Trennung von Panel, Smart-Display-Link-Anschluss und PC-Modul bietet eine noch nie dagewesene Flexibilität bei PC- und Panelsystemen. Bild: B&R

Die Maschinenbauindustrie steht unter großem Druck. Ein und dieselbe Maschine soll ohne aufwendige Umrüstung individualisierte Produkte herstellen und nicht bereits nach wenigen Jahren veraltet sein. „Die moderne Industrieproduktion ist gekennzeichnet von kurzen Produktzyklen und zunehmender Individualisierung der Produkte. Losgröße 1 ist längst nicht mehr nur in der Automobilbranche üblich“, erklärt Raimund Ruf, Business Manager für Human Machine Interfaces (HMI) bei B&R. Daher hat sein Team eine modulare Plattformstrategie entwickelt, die den Maschinenbauern eine besondere Flexibilität bietet.

Volle Skalierbarkeit

B&R hat die beiden Komponenten Panel und Rechnereinheit vollständig voneinander entkoppelt. „Entscheidend ist, dass jedes Panel mit jeder Rechnereinheit kombiniert werden kann“, betont Ruf. Maschinenbauer müssen ein Panel nur einmal eindesignen. Die Differenzierung in unterschiedliche Leistungsklassen erfolgt durch die Auswahl der einzelnen Komponenten wie zum Beispiel Prozessor und Speicher aus dem Panel-Baukasten.

Basis der Plattform sind Automation Panels, die in zahlreichen Größen und verschiedenen Seitenverhältnissen zur Verfügung stehen. In Verbindung mit einer modularen PC-Einheit werden die Panels zu einem vollwertigen Panel PC, dessen Rechenleistung sich an die jeweiligen Bedürfnisse anpassen lässt. Vom Single Core Celeron bis hin zum Core i7 Quadcore steht ein weites Spektrum an CPU-Performance zur Verfügung. Benötigte Schnittstellen, wie Powerlink oder serielle Schnittstellen, lassen sich individuell durch Steckkarten konfigurieren.

Umrüsten leicht gemacht

Stark vereinfacht sind auch Wartung oder Upgrade einzelner Komponenten. Wenn eine neue Anwendung oder Visualisierung mehr Rechenleistung braucht, kann die Panel-PC-Einheit einfach gegen eine leistungsstärkere getauscht werden. Dafür ist kein technisches Fachwissen nötig, es sind nur sechs Verschraubungen zu lösen. Aufgrund der robusten Steckverbindung müssen keinerlei Kabel ab- oder angesteckt werden. Sind alle relevanten Daten auf einer CFast-Karte gespeichert, kann der neue Panel-PC sofort wieder in Betrieb genommen werden.

„Das Baukastensystem trägt auch den unterschiedlichen Lifecycles von PC- und Displaytechnologie Rechnung“, erklärt Ruf. Bisher musste die komplette Einheit aus Panel und PC ausgetauscht werden, wenn die Rechenleistung nicht mehr ausreichend dimensioniert war oder Retrofit-Maßnahmen anstanden. „Dies gehört der Vergangenheit an. Das Einsparpotenzial für Maschinenbauer und Endanwender ist beträchtlich, auch weil kundenspezifisch angepasste Panels über viele Prozessorgenerationen hin eingesetzt werden können.“