Integration von Java in Indramotion MLC (Symbolbild). Bild: Rexroth

In Java programmierte Funktionen greifen parallel zur SPS auf Rexroth-Steuerungen zu. Bild: Rexroth

Rexroth hat jetzt in das Motion-Logic-System Indramotion MLC die Java-Laufzeitumgebung von Oracle, Java 8 SE Embedded, integriert und stellt sämtliche notwendigen Software-Komponenten zur Verfügung. Die Java-Anwendungen laufen alleine oder parallel zum SPS-Programm und greifen direkt über die Java-API des Open Core Interface auf über 500 Funktionen der Steuerung zu.

Die Java-Technologie ist weltweit auf nahezu allen PCs sowie der Mehrzahl der Smartphones und Tablet-PCs installiert. Mehr als neun Millionen Programmierer arbeiten aktuell mit dieser Technologie und haben damit bereits eine Vielzahl von Cloud-Lösungen und Business-Anwendungen erstellt. Als offener Standard, der von vielen Anbietern unterschiedlicher Branchen getragen wird, gewährleistet Java eine höhere Investitionssicherheit als herstellerspezifische Lösungen.

Programme für flexible Fertigung nachladen

Maschinenhersteller, Software-Unternehmen und Endanwender können für die Rexroth-Steuerung nun mit geringem Aufwand eigene Java-basierte Anwendungen, Servicekonzepte und Geschäftsmodelle entwickeln oder Programme günstig zukaufen.

Als Grundlage für die Java-Entwicklung nutzt das Unternehmen ein OSGi Framework. Damit arbeiten mehrere Java-Applikationen parallel und können im laufenden Betrieb ausgetauscht werden. So können Anwender innerhalb einer flexiblen Fertigung wechselnde Java-Programme auf die Steuerung installieren, um die Produktion für neue Anforderungen, wie kleinere Losgrößen ohne Umrüstzeiten, anzupassen oder um zusätzliche Prozess- und Serviceinformationen zu gewinnen.

Alle relevanten Anbieter cloudbasierter Dienste stellen weitgehend fertige Java-Lösungen für die Registrierung, die Anmeldung und den sicheren Datenaustausch bereit. Diese Funktionen haben jetzt einen direkten Zugriff auf die Rexroth-Steuerungen. Damit entfällt eine aufwändige eigene Client-Programmierung auf der SPS-Ebene. Unternehmen können sich darauf konzentrieren, die relevanten Kenngrößen aus der Produktion zu identifizieren, zu sammeln und zur Auswertung in die Cloud zu transferieren. Ein erfahrener Java-Programmierer benötigt nur einige Tage, um eine solche Lösung zu erstellen. Er muss dazu keine neuen SPS-Programme schreiben.

Verfügbarkeit durch Datenauswertung erhöhen

Die Kombination von Java-Apps, SPS-Programm und Cloud-Services ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung der Prozessqualität und aller Betriebszustände. So kann eine lokale und mit einem Cloud-Service verbundene Java-App unabhängig vom Betriebszustand des SPS-Programms Zustandsdaten senden. Das verstärkt die Aussagekraft von Condition-Monitoring- und darauf basierenden vorausschauenden Wartungskonzepten. Erste Anwendungen dieser Smart Services zeigen eine erhöhte Verfügbarkeit.

Das Unternehmen bietet mit dem Webconnector eine Art Universaldolmetscher an. Es ist dessen erste eigene Java-Anwendung für das Steuerungssystem Indramotion MLC. Sie gestattet Web-Applikationen, die auf HTML5 und Javascript basieren, ohne größeren Programmieraufwand einen direkten Zugriff auf die Steuerungsfunktionen mit verschiedenen Endgeräten wie Smartphones oder Tablet-PCs. Das vereinfacht die Entwicklung webbasierter Diagnose-, Visualisierungs- oder Analyse-Apps. do