Supercomputer Hazel Hen

Sieht so die Zukunft aus? - Der Supercomputer Hazel Hen. Bild: Universität Stuttgart

Der Supercomputer Hazel Hen des Höchstleistungsrechenzentrums der Universität Stuttgart (HLRS), ein CRAY-XC40-System, steht mit seiner Leistungsfähigkeit im realen Anwendungsbetrieb bei einem neuen Test im weltweiten Vergleich auf Platz 2. Dies ist das Ergebnis der aktuellen High Performance Geometric Multigrid (HPGMG) Benchmark-Liste, die kürzlich auf der Internationalen Supercomputing Conference in Frankfurt veröffentlicht wurde.

Im HPGMG-Ranking übertraf der Stuttgarter Höchstleistungsrechner deutlich teurere und größere Systeme, die in der Weltrangliste der Top 500 über ihm stehen. Lediglich das System Mira des Argonne National Laboratory aus den USA konnte sich vor Hazel Hen platzieren.

Professor Michael Resch
„Wir sind stolz darauf, unseren Platz unter den Top-10 in der TOP500-Liste verteidigt zu haben“, betont der Direktor des HLRS, Prof. Michael Resch. Bild: Universiät Stuttgart

In der Top500-Liste rangiert der HLRS-Rechner Hazel Hen derzeit auf Platz 9 und ist damit der schnellste Supercomputer in der EU. In dieses Ranking fließen jedoch Ergebnisse eines Messprogramms, welches das Lösen linearer Gleichungssysteme misst und die wissenschaftlich bedeutungslos sind (Linpack-Benchmark-Ergebnisse). Im Gegensatz dazu untersucht aber der HPGMG-Benchmark nicht das theoretische Leistungsvermögen der Rechner, sondern fokussiert sich auf den Nutzen der Höchstleistungstechnologien für die Anwender im Praxisbetrieb.

Die Basis des HPGMG-Benchmarks ist ein schnelles und spezielles Verfahren, das zur Lösung großer Ingenieursprobleme zum Einsatz kommt (geometrischer Multigrid-Löser), zum Beispiel bei Strömungs-Berechnungen und verwandten Disziplinen. „Wir sind stolz darauf, unseren Platz unter den Top-10 in der Top500-Liste verteidigt zu haben“, betont der Direktor des HLRS, Prof. Michael Resch. „Unser hervorragendes Abschneiden im HPGMG-Benchmark, einem Test unter realen Arbeitsbedingungen, ist uns jedoch viel wichtiger. Denn für uns steht der Nutzen unserer Technologien für unsere Anwender an vorderster Stelle.“

Im Oktober 2015 war mit Hazel Hen die vorerst finale Ausbaustufe des CRAY-XC40-Supercomputers am HLRS in Betrieb genommen worden. Seitdem haben Anwender aus allen Bereichen der Wissenschaft und der Industrie die Möglichkeit, das Leistungsvermögen des HLRS-Supercomputers für ihre Forschungsarbeiten zu nutzen. Die Dienstleistungen stehen sowohl für große und mittelständische als auch für kleine Unternehmen im Rahmen eines Pay-per-use-Modells zur Verfügung. bf