Roboter-Portfolio, Bild: Comau

Jeder Herausforderung gewachsen: Das Roboter-Portfolio von Comau. Bild: Comau

Herr Daniel, stellen Sie bitte Comau und die Historie des Unternehmens kurz vor.

Comau ist eine Tochter des Fiat-Chrysler-Konzerns. Unser Schwerpunkt ist der Anlagenbau. Bisher haben wir hauptsächlich Produktionsanlagen für den eigenen Konzern – sprich für Automotive – entwickelt und produziert. Das Thema Robotik ist bei Comau mittlerweile fast vierzig Jahre alt. Man ist also sehr früh mit den ersten Industrierobotern in die Produktionslinien gegangen und konnte durch die Eigenentwicklungen Top-Produktionsprozesse und Automatisierung liefern. Mit beispielsweise Volvo und Ford gab es daneben aber immer auch Kunden außerhalb von Fiat Chrysler.

Tobias Daniel, Comau
Tobias Daniel, Comau: "Wir möchten mit frechen Konzepten in die Märkte gehen. Dafür verändern wir gerade unseren gesamten Vertriebs- und Marketingauftritt. Das geht beispielsweise mit einem Farbwechsel einher: Unsere Roboter sind jetzt silbern." Bild: Comau

Seit circa zwei Jahren sind wir nun dabei unsere Strategie auszuweiten. Das Hauptziel ist es, ein Robotikanbieter zu werden, der weltweit in allen Märkten agiert. Konkret heißt das, dass wir in die General Industry gehen möchten, wo Roboter für Pick-and-Place, Montage, Sortierung oder Machine Tooling gefragt sind. Dazu nutzen wir die Kompetenz, die bei uns im Unternehmen bereits vorhanden ist und erweitern das Portfolio um neue Ideen. Wir möchten mit frischen Konzepten in die Märkte gehen. Dafür optimieren wir gerade unseren gesamten Vertriebs- und Marketingauftritt. Das geht beispielsweise mit einem Farbwechsel einher: Unsere Roboter sind jetzt silbern.

Comau
Der Racer 3 ist ein 6-Achs-Roboter mit drei Kilogramm Nutzlast. Bild: Comau

Wie wichtig ist das Design bei einem Roboter, der ja im Endeffekt eine Industriekomponente ist?
Meiner Meinung nach ist das ein sehr wichtiges Thema – gerade beim Roboter. Vor etwa zehn Jahren war er einfach nur ein Tool der Maschinenkette. Je näher sich Mensch und Roboter in der Zusammenarbeit kommen, desto wichtiger ist neben Sicherheitstechnik und -standards auch ein freundliches Design des Roboters. Desweiteren ist das Design bei uns als italienischem Unternehmen ein Steckenpferd, über das wir uns differenzieren möchten, denn ein gutes Design ist ja auch durchaus ein Qualitätsmerkmal.

Wie soll Ihr zukünftiges Roboter-Konzept aussehen? Werden auch neue Ansätze, wie beispielsweise kollaborative Roboter, eine Rolle spielen?
Kollaborierende Roboter sind auch für Comau ein Thema. Bis zur Vorstellung unserer Portfolioneuheiten müssen Sie sich nur noch wenige Wochen gedulden. Insgesamt werden wir zukünftig auf die gesamte Bandbreite der Robotik setzen. Mit dem Racer 3, einer Drei-Kilogramm-Maschine starten wir jetzt im Kleinrobotersegment für die General Industry durch. Diese Handlingroboter-Familie werden wir in den nächsten Monaten um weitere Roboter erweitern, die für Comau neu sein werden. Ein Aspekt, den wir anders machen, als die Marktbegleiter: Wir bieten unsere Roboter in zwei Varianten an. Einmal in einer Standard-Version inklusive Roboter-Controller. Und dann bieten wir unsere Roboter auch als Mechanik an, die in die Automatisierungsumgebung von B&R integriert sind. Das heißt, dass man zwischen der Anlagensteuerung und dem Roboter keinen Schaltschrank mehr benötigt. Der Roboter wird praktisch aus der Anlagenumgebung gesteuert.