Plattform Universal Robots+, Bild: Universal Robots

Damit es leichter wird, einen Roboterarm von Universal Robots mit Peripherie auszustatten, bietet der Hersteller seine Plattform Universal Robots+ an. Bild: Universal Robots

Erst ergänzt um das passende Zubehör wie Greifer, Kameras, Sensoren, oder Software wird ein kollaborierender Roboterarm zur auf individuelle Produktionsaufgaben oder Kundenbedürfnisse zugeschnittenen Komplettlösung. Universal Robots+ bietet Endnutzern und Systemintegratoren diese Produkte passgenau für den Einsatz mit UR-Robotern an und ist somit zentraler Bestandteil der Do-it-yourself-Strategie des Unternehmens. Über die Plattform wird hiermit ein eigenes Ökosystem für Entwickler, Vertriebspartner und Endkunden angeboten.

„Wir möchten unseren Partnern und Kunden einen Werkzeugkoffer an die Hand geben, in dem sie alles finden, um die für ihre Anforderungen geeignetste Roboterapplikation zusammenzustellen“, erklärt Jürgen von Hollen, Präsident von Universal Robots. „Alle Produkte aus dem Universal Robots+ Showroom funktionieren als Plug-and-Play-Lösungen. Für Konstrukteure bedeutet das eine deutlich verkürzte Integrationszeit und geringere Kosten, denn die Komponenten sind sofort betriebsbereit. Universal Robots+ kann aber auch als Inspirationsquelle dienen: Viele Endnutzer sind sich heute noch nicht über alle Möglichkeiten der kollaborativen Automatisierungmöglichkeiten bewusst. Im Showroom gewinnen sie einen Überblick darüber, was mit der entsprechenden Peripherie alles möglich ist.“

Um die Qualität und Kompatibilität neuer Hard- oder Softwarelösungen zu garantieren, stellt Universal Robots einige grundlegende Anforderungen an alle Entwicklerunternehmen, die am sogenannten +You Developer Program teilnehmen möchten: Zunächst müssen die Teilnehmer einen Support Service mit einer Reaktionszeit von maximal 24 Stunden an Werktagen vorweisen. Bevor ein Produkt schließlich im Showroom präsentiert werden kann, durchläuft es umfassende Funktionstests von Universal Robots, in denen die einfache Plug-and-Play-Implementation und Bedienbarkeit geprüft werden.

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, ein neues Produkt zusätzlich von Universal Robots zertifizieren zu lassen. Hierzu muss lediglich nachgewiesen werden, dass es sich bereits erfolgreich bei einem Endnutzer im Einsatz befindet. „Um den Mehrwert für Konstrukteure und Anwender zu garantieren, stellen wir hohe Anforderungen an die Produkte in unserem Showroom. Umgekehrt bieten wir den Entwicklern aber auch einiges: Neben dem kostenfreien Marketingsupport durch den Showroom stellen wir ihnen die Software unserer Roboter zu großen Teilen als Open Source zur Verfügung. Außerdem haben sie die Möglichkeit, die Roboter in unseren Regionalniederlassungen für Produkttests während der Entwicklungsphase zu nutzen“, so Jürgen von Hollen.

Kollaborative Greifer

 RG2-Gripper von On Robot, Bild: Universal Robots
Der RG2-Gripper von On Robot wurde speziell für den Einsatz mit den Roboterarmen von Universal Robots entwickelt. Bild: Universal Robots

Vor rund einem Jahr wurde das Ökosystem eingeführt: Von Endeffektoren über verschiedenste Zubehörteile bis hin zu Software-Add-ons wird die komplette Spanne an Anforderungen an die Roboterperipherie bereits abgedeckt. Schon seit Beginn vertreten ist On Robot mit seinem kollaborativen RG2-Greifer, der speziell für die Nutzung mit UR-Roboterarmen entwickelt wurde.

Auch wenn beide Unternehmen schon vor dem Plattform-Launch eng miteinander kooperierten, brachte sie für On Robot noch einmal neue Möglichkeiten hervor: „Universal Robots+ hat uns die Einführung einiger sehr nützlicher neuer Features ermöglicht“, erklärt Ebbe Fuglsang, CTO und Mitbegründer von On Robot. „Zum Beispiel die automatische Tragkraft-Berechnung oder die Führung beim Festlegen des Werkzeugmittelpunkts – beides konnten wir noch zusätzlich in die grafische Nutzeroberfläche des Roboters miteinbinden, auf der der Nutzer jetzt jederzeit Rückmeldung zu seinen Aktionen erhält.“

Tastsinn für Roboter per Plug-and-Play

Opto-Force Kraft-Momenten-Sensor-Kit, Bild: Universal Robots
Das Opto-Force Kraft-Momenten-Sensor-Kit auf Universal Robots+ erweitert Roboterlösung per Plug-and-Play um feinfühligen Tastsinn. Bild: Universal Robots

Keine weiteren Endeffektoren, sondern eine funktionale Erweiterung derselben bietet Opto-Force im Showroom des Ökosystems an. Deren Kraft-Momenten-Sensor-Kit erweitert jeden erdenklichen UR-Roboter samt Endeffektor um einen feinfühligen Tastsinn und erschließt somit neue Bereiche der Automatisierung.

Der Sensor kommt zum Beispiel in der Oberflächenbehandlung empfindlicher Materialien oder in unstrukturierten Produktionsumgebungen, etwa wenn in der Feinmontage der Zielort eines Teils bei jedem Arbeitsschritt um Nuancen angepasst werden muss, zum Einsatz. Auch zur genauen Überwachung von Prozesskräften kann der Sensor eingesetzt werden. „Seit Roboter immer enger mit Menschen zusammenarbeiten, müssen sie ihr Umfeld exakt wahrnehmen und zunehmend Aufgaben erfüllen, die die Fingerfertigkeit einer menschlichen Hand erfordern“, so Ákos Dömötör, CEO und Mitbegründer von Opto-Force. „Unser Ziel ist es, Roboter mit eben diesem Tastsinn auszustatten.“

Eine Besonderheit der Sensoren ist, dass diese im Paket mit der entsprechenden Software kommen. Kompatibel sind die Sensoren und Software prinzipiell mit Roboterarmen verschiedener Hersteller. Doch Nutzer von UR-Robotern profitieren von einem zusätzlichen Vorteil: „Universal Robots+ ermöglicht uns, die Integrationszeit unserer Sensoren noch weiter zu verkürzen. Durch die bei UR frei verfügbare Robotersoftware konnten wir unsere Software für den Sensor direkt in die Robotersteuerung integrieren und bieten somit eine Plug-and-Play-Komplettlösung an“, sagt Ákos Dömötör.

Vielfalt als Erfolgsrezept

Abseits von Endeffektoren und an-deren Zubehörteilen wie Sensoren bietet der Showroom auch eine Vielzahl reiner Software-Add-ons. Eine dieser Lösungen stellt der Anbieter Artiminds zur Verfügung: Sie ermöglicht eine weitere Vereinfachung der Roboterprogrammierung und bietet auch ein Simulationstool, das on- und offline funktioniert. Auch externe Sensoren und Kamerasysteme anderer Anbieter können darüber gesteuert werden.

„Das Ökosystem ist bisher ein voller Erfolg für uns“, zieht Jürgen von Hollen ein Zwischenfazit. „Wir sind sehr glücklich über die Produktvielfalt in unserem Showroom – und wie schnell sie weiter wächst. Während bis Ende 2016 22 Produkte im Showroom vertreten waren, sind es aktuell 35 und bei gleichem Wachstum bis Ende 2017 voraussichtlich 100. Im +You Developer Program haben sich bereits 260 Entwickler angemeldet, bis Ende 2017 werden es voraussichtlich 400 Entwickler sein.“ jl