Verfahrweg einer Seehafencontainerbrücke, Bild: Tsubaki Kabelschlepp

Auf der unternehmenseigenen Testanlage von Tsubaki Kabelschlepp wird der Verfahrweg einer Seehafencontainerbrücke simuliert. Bild: Tsubaki Kabelschlepp

Krananlagen laufen zumeist 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche und bei allen Wetterbedingungen. Um trotz dieser Dauerbelastung größtmögliche Sicherheit zu gewährleisten, ist ein System zur Überwachung der Zug-/Schubkräfte am Energieketten-System sinnvoll. Die Gründe für einen Anstieg solcher Kräfte sind vielfältig. Ein in der Energiekette vergessenes Werkzeug kann einer dieser Gründe sein. Wichtig ist, dass Beschädigungen und damit verbundene ungeplante Stillstandzeiten am Kran selbst verhindert werden.

System zur Zug-Schubkraftüberwachung

Zug-Schubkraft-Überwachungseinheit, Bild: Tsubaki
Die Zug-Schubkraft-Überwachungseinheit von Tsubaki Kabelschlepp gewährleistet eine sehr hohe Betriebssicherheit von Krananlagen. Bild: Tsubaki Kabelschlepp

Das Funktionsprinzip der Zug-Schubkraft-Überwachungseinheit von Tsubaki Kabelschlepp ist einfach: Zwischen Energiekette und Kran-Mitnehmerarm ist eine Wägezelle montiert, auf die konstant die anliegenden Zug-/Schubkräfte wirken. Diese Kräfte werden in einer Steuerbox ausgewertet und mit programmierten anlagenspezifischen Schwellwerten verglichen. Kommt es zu einem Anstieg der Zug-/Schubkräfte und zu einem Überschreiten der programmierten Schwellwerte, so erhält die speicherprogrammierbare Steuerung der Anlage ein Signal. Das Ausgangssignal ist als SPS-Eingangssignal verwertbar. So kann bei Überschreitung der programmierten Kraftgrenzen zum Beispiel ein Nothalt, ein Slow-down oder ein akustisches Signal ausgelöst werden. Das System ist ohne Batteriewechsel wartungsfrei und entspricht der Schutzklasse IP67. Die Systembox in Heavy-Duty-Edelstahlausführung ist seewasserfest und somit für den Einsatz in Seehäfen geeignet.

Die Überwachungseinheit ist optional mit einem Datenspeicher verfügbar, sodass Anwender die Kraftverläufe auch speichern und auswerten können. Die Steuerungsbox wird direkt in den Mitnehmerbereich der Anlage integriert, was in kurzen Leitungslängen resultiert. Besonders eignet sie sich für Krane in Containerhäfen, Zement- und Stahlwerken, Gießereien oder Müllverbrennungsanlagen, aber auch für das Schüttguthandling von Kohle, Erz oder Urea.

Neues Zubehör für die M-Serie

Die M-Serie ist speziell für schwierige Bedingungen entwickelt worden und eignet sich somit auch für den Einsatz in Krananlagen. Diese robusten, multivariablen Energieführungsketten sind mit Kunststoffkettenbändern und Stegvarianten aus Kunststoff oder Aluminium ausgerüstet. Ein weiteres Merkmal der M-Serie sind die auswechselbaren Gleitschuhe aus hochabriebfestem Spezialkunststoff: Sie machen die Ketten zu einer geeigneten Wahl für schnelle, gleitende Anwendungen. Für den Typ M1300 hat das Unternehmen die Gleitschuhe für diese Kette verstärkt. Sie haben eine um mehr als 25 Prozent vergrößerte Gleitfläche. Dadurch verringert sich die Flächenpressung entsprechend. Außerdem wurden eine Stabilisierungsleiste ergänzt und das Klemmsystem optimiert.

Für die M-Serie neu verfügbar sind schwimmende Mitnehmer, die horizontale Abweichungen zwischen Trolley und Energiekette um ± 60 mm kompensieren. Sie bestehen aus Edelstahl oder verzinktem Stahl, verfügen über eine integrierte doppelte Zugentlastung und lassen sich einfach in bestehende Systeme integrieren; zudem sind die Mitnehmer kombinierbar mit der Zug-Schubkraft-Überwachungseinheit. Anwender profitieren nicht zuletzt von einem geringen Wartungsaufwand und der sicheren Kabelführung. Die Mitnehmer haben sich bereits in einem aktuellen Anwendungsfall bewährt – nämlich bei zwei Containerkranretrofits, bei denen die Ketten mit Verfahrwegen von 109 beziehungsweise 87 m gegenläufig verlaufen. Der schwimmende Mitnehmer verbindet beide Ketten und gleicht die Abweichungen zur Trolleyschiene aus.

Nicht zuletzt hat der Hersteller die „GO-Module“ der M-Serie für den gleitenden Betrieb nach geringer freitragender Länge verbessert. Das am Mitnehmer montierte Modul gewährleistet ein schnelles und kontrolliertes Ablegen des Obertrums auf dem Untertrum sowie einen kurzen Kettenbahnhof in der Schubendstellung. Weil die Kraft in geeigneter Art und Weise eingeleitet wird, lassen sich die mechanische Belastung verringern und kritische Momente vermeiden. Die Lebensdauer der Energieführungsketten steigt und die Anlagensicherheit wird verbessert.