Stahlketten, Bild: Tsubaki Kabelschlepp

Die Anwendung bestimmt den Werkstoff: Stahlketten meistern extreme mechanische Beanspruchungen sowie Betriebsbedingungen mit heißen Spänen oder Funken und sehr hohen Dauertemperaturen. Bild: Tsubaki Kabelschlepp

Energieführungsketten bewähren sich unter anderem in Werkzeugmaschinen, Krananlagen, Waschstraßen oder der Medizin- und Labortechnik; sie sind auch geeignet für komplexe Anwendungen wie beispielsweise in Industrierobotern, auf Hochsee-Ölbohrplattformen oder in der Raumfahrt. Auch für Einsatzbereiche mit Hoch- oder Niedertemperaturen wie in Stahlwerken oder Kühlhäusern bietet das Unternehmen funktionssichere Systeme.

Variantenreiches Sortiment bei Kunststoffketten

Micro-Energieführungsketten, Tsubaki
Aufgrund ihrer kompakten Bauform eignen sich die Micro-Energieführungsketten für enge Einbauverhältnisse, wie sie bei Plattformliften vorliegen. Bild: Tsubaki Kabelschlepp

Tsubaki Kabelschlepp bietet bei Energieführungen aus Kunststoff ein breites Produkt-Spektrum für vielfältige Anwendungsbereiche. Sie zeichnen sich unter anderem durch ihr vergleichsweise geringes Gewicht aus und sind gleichzeitig stabil und zuverlässig. Der Werkstoff ermöglicht auch unterschiedliche Optionen für die schnelle Leitungsbelegung. Der Anwender kann bezüglich der Dimensionen aus einer Vielzahl von Varianten wählen – somit sind Vollkunststoffketten wahre Allrounder. Weil sie in besonders kompakten Bauformen erhältlich sind, eignen sie sich für Anwendungen mit engen Bauräumen. So zum Beispiel in den Plattformliften eines italienischen Herstellers, mit deren Hilfe Rollstuhlfahrer oder Gehbehinderte eine Treppe oder eine Reihe von Stufen überwinden können. Hier kommen Micro-Energieführungen mit festen Bügeln zum Einsatz. Durch die Ausführung in Vollkunststoff sind diese Energieführungen besonders leicht und flexibel, aber gleichzeitig stabil und schnell und einfach zu montieren. Aufgrund ihrer kompakten Bauform eignen sie sich für enge Einbauverhältnisse, wie sie bei den Plattformliften vorliegen.

Hybridketten: Leistungsfähige Werkstoffkombination

Hybridkette, Tsubaki
Die Hybridkette vom Typ MC 1300 bei einem Einsatz in einer Tiefbohranlage verfügt über Kunststoffseitenbänder in ex-geschützter Ausführung und über ein Aluminium-Lochstegsystem, das für eine Reduzierung des Abriebs sorgt und die Lebensdauer der Leitungen erhöht. Bild: Tsubaki Kabelschlepp

Bei höheren Anforderungen an Stabilität und Lebensdauer eignen sich Energieführungsketten in einer Hybrid-Ausführung. Hierbei bestehen die Kettenbänder aus Stahl oder Kunststoff, die Leitungen werden jedoch mittels eines Stegsystems aus Aluminium geführt. Diese Kombination von Werkstoffen bietet viele Vorteile: So lassen sich die Stege im Innen- und Außenradius öffnen, die eingelegten Leitungen sind einfach zugänglich. Aluminiumstege können im Ein-Millimeter-Raster abgelängt werden und erhöhen damit die Breitenvariabilität der Energieführungsketten. Zudem ist die Steifigkeit von Aluminiumstegen um ein Vielfaches höher als die von vergleichbaren Kunststoffstegen – so lassen sich große Kettenbreiten ohne den Einbau zusätzlicher Kettenbänder realisieren. Nicht zuletzt bildet Aluminium mit den üblichen Mantelwerkstoffen von Elektroleitungen und Schläuchen eine günstigere Gleitpaarung als glasfaserverstärkter Kunststoff. Der Einsatz von Aluminiumstegen reduziert den Leitungsabrieb und erhöht die Lebensdauer der Leitungen.

Spezialkunststoffe für Sonderanwendungen

Standard-Energieführungsketten aus Kunststoff bewähren sich in einem Temperaturbereich von -30 °C bis über 100 °C und zum Teil auch weit darüber hinaus, auch in Anwendungen mit schwierigen Umgebungseinflüssen. Für einige Sonderapplikationen ergeben sich aber Spezifikationen, die sich nur mit Spezialkunststoffen erfüllen lassen. Dazu gehören Tieftemperatur-Anwendungen zum Beispiel in Hochregallagern, aber auch Anwendungen mit sehr hohen Temperaturen zum Beispiel in Papiermaschinen, bei denen zudem noch eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit auf die Ketten einwirkt. Brandschutztechnische Anforderungen wiederum erfüllen Energieführungsketten aus Kunststoffen, die Flammschutzkomponenten enthalten. Für den Werkzeugmaschinenbau eignen sich geschlossene Ketten mit Deckeln aus modifiziertem Kunststoff – glühende Späne haben somit keine Chance, in die Energieführungskette einzudringen oder diese, beziehungsweise die Leitungen, zu schädigen.

Für explosionsgefährdete Umgebungen, beispielsweise in der Chemie-Industrie, fertigt das Unternehmen maßgeschneiderte Ex-Lösungen – die Vollkunststoff-, Hybrid- und Stahlketten erfüllen die Anforderungen der Atex-Richtlinie mit < 106 Ω. In der Fertigung von Halbleitern bewähren sich spezielle ESD-Energieführungen mit Carbon Tubes auf Basis von Nanotechnologie, die den Ansprüchen der ESD-Norm bezüglich Ableitfähigkeit und Widerstandsverhalten genügen. Für gefährdete Einsatzbereiche im Brandschutz bietet das Unternehmen Systeme aus speziellen UL94-gelisteten Materialien an, mit denen auch V0-Ausführungen möglich sind. Weitere Sonderlösungen sind auf Anfrage erhältlich.